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Briefwahllokal im Einwohnermeldeamt seit gestern geöffnet

Der erste Wähler kam um 8 Uhr

Bad Pyrmont (jl). Von Politikverdrossenheit keine Spur: Als gestern Früh im Vorfeld der Europawahl am 7. Juni das Briefwahllokal im Einwohnermeldeamt des Rathauses erstmals öffnete, konnte Helga Müller gleich den ersten Kunden begrüßen. „Er hatte sich schon letzte Woche nach den Öffnungszeiten erkundigt und kam gleich um 8 Uhr“, erzählt sie. Und auch sonst hatte sie gut zu tun. Etwa 40 Pyrmonter machten im Laufe des Vormittags ihr Kreuzchen.

veröffentlicht am 18.05.2009 um 21:04 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 05:41 Uhr

Jeder Handgriff sitzt: Helga Müller beim Austeilen der Wahlunter
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Aus der Kabine war da auch schonmal ein Kichern oder Brummen zu hören. Denn die Vielfalt unter den 31 zur Wahl stehenden Parteien amüsierte manchen – reicht sie doch, unter anderem dank dem „50plus“-Bündnis, den „Frauen“ oder den spirituellen „Violetten“, weit über das etwa bei Kommunalwahlen übliche Spektrum hinaus. Die Folge: Der Stimmzettel ist 93 Zentimeter lang – gar nicht so einfach, die Fahne auf Umschlagformat zu falten. Und auch, wenn Helga Müller in den nächsten Wochen an die 1000 Mal immer wieder geduldig erklären wird, dass der Stimmzettel in den blauen und der wieder in den roten Umschlag gehört, so hilft sie doch auch gern, wenn jemand Probleme beim Einpacken hat. Natürlich unter Wahrung des Wahlgeheimnisses.

Die Möglichkeit zur Briefwahl nutzen in der Kurstadt vor allem viele Ältere, „die nicht wissen, ob es ihnen am Wahltag selbst gut genug geht, um das Haus zu verlassen“, weiß Helga Müller. Andere machen das Kreuzchen schnell noch vor dem Urlaub oder weil sie am Wahltag arbeiten müssen. „Die Pyrmonter sind fleißige Briefwähler“, weiß Hauptamtsleiter Walter Schlieker, dem die Organisation obliegt. Er rechnet mit bis zu 1300 vor dem 7. Juni abgegebenen Stimmen. Und mit einer größeren Beteiligung als bei der letzten Europawahl: Damals machten von 15 910 Wahlberechtigten 6098 ihr Kreuzchen. Das waren 38,32 Prozent.

Wahlberechtigt sind diesmal genau 15 541 Menschen. Unter ihnen auch knapp zwei Dutzend EU-Ausländer, die die Stadt ins Wählerverzeichnis aufnehmen konnte.

Das Briefwahllokal hat zu den Öffnungszeiten des Einwohnermeldeamt sowie zusätzlich am Freitag, 22. Mai, und am 5. Juni jeweils bis 18 Uhr geöffnet.

Und was wünscht sich Helga Müller? „Das die Leute ihre Wahlbenachrichtigung nicht knicken und nichts darauf schreiben.“ Denn dann versagt ihr Scanner.

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