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Wie Michael Thürnau in der Spielbank einen Bingo-Abend leitet

„Der Dicke“ hat seine Fans voll im Griff

Bad Pyrmont. „Das ist Glücksspiel mit Augenmaß“, tönt Michael Thürnau, „der Dicke aus Hannover“ am Dienstagabend im Foyer der Spielbank. Er hat seine Fans voll im Griff. Und seine Fans, meist ab Mittelalter aufwärts, sind bestens präpariert: Kuli, Getränk, Loszettel und der unbedingte Wille, „Bingo!!!!“ rufen zu dürfen.

veröffentlicht am 09.12.2015 um 12:34 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Souverän dirigiert der in Niedersachsen weithin bekannte NDR-Moderator das Geschehen, gibt die Spielregeln bekannt, lüftet per offenem Fenster, durch das trotzdem noch ein gewisser Duft hereinzieht. „Sehe ich aus, als ob ich Bratwurst esse?“, fragt er – und das Publikum hat fast Mitleid.

Schwergewichtigkeit ist Michael Thürnaus Trumpf, damit kokettiert er, die setzt er ein. Und wie er an einem billigen Tisch mit lässig geschnittener Papiertischdecke thront, nur sein Spielbrett vor sich und die magische Maschine, ein netzartiger Steinzeitvorläufer des fast vergessenen Lottokugelrades, da ist er Buddha. Sein Wort ist Gesetz, davon hängen die Gewinne ab, er steht für die Regeln. Man könnte darauf wetten, dass eine große Zahl der weit mehr als 150 Teilnehmer aus dem Spielbank-Foyer jeden Sonntagnachmittag seine Bingo-Show im Fernsehen guckt, und hier ist man nun live dabei.

Rote Zettel, gelbe, Zettel, grüne Zettel – wie bei einer Ampel sind die Spieler gleich eingenordet. Im Eiltempo, doch für anscheinend jeden verständlich, gibt es die Regeln. „Auf jedem Zettel sind 25 Zahlen zwischen 1 und 75. Hat man davon 5, schreit man „Bingo!!!!“, erklärt Thürnau. Und das bedeute mindestens einen Trostpreis. „Das geht aber nur bei fünf Zahlen nebeneinander, übereinander oder schräg, also kreuzartig.“ Haben alle es verstanden? „Jaaaa“, ertönt es mit Inbrunst, alle wollen endlich loslegen.

Glücklicherweise gibt es in Deutschland beim Bingo nur 75 Zahlen, in den USA hätte man mit 90 Zahlen eine wesentlich geringere Chance. Die Erklärung, dass „Doppelbingo“ zwei Reihen angekreuzter und Dreifachbingo eben drei davon braucht, kommt dann schon nicht mehr so richtig durch. Macht nichts, es geht los, das Bingo-Fieber grassiert. Man schreibt, kreuzt, trinkt, hechelt dem Gewinn hinterher, und da passiert’s auch schon: Nach sechs Minuten ruft eine Frau erstmals glücklich „Bingo!!!!“



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