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25-Jahr-Feier: Musikschule begeistert im ausverkauften Konzerthaus mit der Uraufführung des Tanztheaters

Der „Brunnenschatz“ als Parforceritt durch die Zeit

Bad Pyrmont. Es war eine mit Spannung erwartete Uraufführung und das Warten hat sich gelohnt. Die Aufführung „Der Brunnenschatz – Stadtgeschichte als Tanztheater“ aus Anlass der 25-Jahr-Feier der Musikschule Bad Pyrmont im Konzerthaus ist ein umjubeltes Stück Pyrmonter Kulturgeschichte geworden. In Zusammenarbeit mit der Herderschule, der Grundschule Holzhausen und dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt brachten mehr als 100 Kinder das von Kirsteen Mair, Patricia Struffolino und Arndt Jubal Mehring inszenierte (Letzterer ist auch der Komponist) „Tanztheater mit Musik in sieben Bildern nebst Vor- und Zwischenspielen op. 30“ auf die Bühne des bis auf den letzten Platz besetzten Konzerthauses.

veröffentlicht am 13.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Total erschöpft und überglücklich nahm Musikschuldirektor Arndt Jubal Mehring danach inmitten der Kinder und der Dozenten der Musikschule den lang anhaltenden Beifall des Publikums entgegen. Und mit den stehenden Ovationen dankten ihm die Zuschauer im selten so gut gefüllten Konzerthaus sowohl für einen opulenten, bunten und hochklassigen Abend als auch für die 25 Jahre, in denen die Musikschule in Bad Pyrmont und der Region Geschichte geschrieben hat.

Mehring hat das Tanztheater in Erinnerung an den gut 2000 Jahre alten Brunnenfund komponiert, der im Museum im Schloss zu sehen ist. Er erreichte mit der Beteiligung der Schulen eine sehr große Anzahl von Mitwirkenden. Hervorragend vorbereitet spielte sich eine unsichtbar geleitete Choreografie ab, das Lampenfieber hatten die jungen Akteure offensichtlich in der Garderobe gelassen, und man sah unter den kleinen Darstellern wie auch unter den schon etwas älteren Jugendlichen erstaunliche tänzerische und schauspielerische Talente.

Nur kurz war das Vorspiel, in dem Kinder den Brunnenschatz finden, dann zeigen die sieben Bilder, in rasanter Folge gespielt und getanzt, die Sachsenkriege um Karl den Großen, die allmähliche Entstehung des Namens „Pyrmont“ und das Wundergeläuf von 1556. Einfach großartig, wie die kleinen Darsteller als Kranke und Sieche über die Bühne humpeln, auf allen Vieren kriechen und, nach dem Genuss des Wassers, wieder laufen können. Im Fürstensommer schreiten historisch gewandete Paare ins Bild, und auch Musiker, Könige und Dichter kommen zu ihrem Recht. Georg Philipp Telemann, durch Kevin Plöger (Violine) und Friedrich der Große, durch Jonas Oppermann (Querflöte) eindrucksvoll dargestellt, werden von Ballett und Garde tanzend unterstützt, und im Schauspielhaus wird der Holzschuhtanz gegeben, hübsch klappernd in echten Klompen getanzt von Liv Marie Müller, Milina Hoffmann und Manisha Chandini Saini. In den sieben Bildern kommen alle zu ihrem Recht. Die Jüngsten sind mit quirligen aber geordneten Szenen vertreten, mit gravitätischem Schreiten und Ballett illustrieren die Älteren die Zeit des Fürstensommers. Der Parforceritt durch die Zeit endet in der Gegenwart. Das „Finale – Weltkulturerbe Bad Pyrmont?“ führt die Vorzüge des Kurortes vor Augen und versammelt alle am großen Abend der Musikschule Beteiligten noch einmal auf der Bühne zur Schlussszene.

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Aus Lahmen werden Tanzende: das Pyrmonter Wundergeläuf von 1556.rr (2)



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