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Immendorff-Ausstellung eröffnet

Der Affe – das „zweite Ich“ des Künstlers

Bad Pyrmont. „Wenn Kunst wirklich einen Einfluss auf die Menschen hat“, so sagte einmal der Maler Jörg Immendorff (1945-2007), „dann regt sie zu einer weniger langweiligen Handhabung des Lebens an.“ Und langweilig wird es für die Besucher des Museums sicher nicht in der neuen Ausstellung des Künstlers, der sich in keine Schublade einordnen lässt, und der, bevor eine langjährige todbringende Krankheit sein Schaffen beendete, des Lebens ganze Fülle in sein umfangreiches Werk packte.

veröffentlicht am 23.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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In einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt haben die Museen der Schlösser Corvey und Bad Pyrmont das Thema Immendorff realisiert, wobei sich der Bezug zur Kurstadt aus der häufigen Anwesenheit Immendorffs in seinen Kinderjahren bei dem in Pyrmont lebenden Großvater ergibt (wir berichteten). Mit 160 Gästen war die Vernissage sehr gut besucht.

Es ist eine in ihrer schöpferischen und handwerklichen Vielfalt beeindruckende Sonderausstellung, wenn sich auch nicht jede Darstellung unmittelbar erschließt. Manche Details entschlüsseln sich erst auf den zweiten, intensiven Blick – und manches bleibt rätselhaft. Auf jeden Fall aber regt die Schau an zu einer aktiven, unvoreingenommenen Auseinandersetzung mit dem Künstler und seinem Werk. Eine wesentliche Rolle in den hier ausgestellten Objekten spielt der Affe als zentrale Symbolfigur. Der „Maleraffe“ in seiner Gegensätzlichkeit von albern und weise diene Immendorff als Parodie, als zweites Ich des Künstlers, „er trivialisiert das künstlerische Genie“, sagte der Kunstkritiker und Immendorff-Kenner Stefan Skowron aus Aachen in seiner Einführungsrede.

In einer sehr menschlich anmutenden Haltung empfängt das bronzene Affenpaar „Christian und Otto“ (Vater und Sohn?) im Festsaal der Beletage die Besucher der Ausstellung. Zentraler Blickpunkt im roten Salon ist ein Ölbild, das eine Versammlung von Affen mit einem Redner am Pult zeigt. Und der tierischen Symbolfigur sind auch die meisten der großformatigen Lithografien, Siebdrucke, Linolschnitte im roten und im grünen Salon gewidmet: Der Affe als Kumpel eines menschlichen Zechers, als Musikant in einem Orchester, als wilder Tänzer oder als Zuschauer im Theatersaal.

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Ganz anders sind die Offsetdrucke aus dem Mappenwerk „Auf die kleine Reise gehen“ im Obergeschoss. Es sind kleine Impressionen aus dem realistischen Leben, voller Ironie und Einfallsreichtum, versehen mit schriftlichen Notizen wie „Die Arbeit an der Welt geht weiter“. Und manchmal ist die Welt eine Schneekugel, in der Bauern arbeiten oder ein bunter Harlekin tanzt.

Imnmendorffs Erinnerungen an Bad Pyrmont hätten ihn auf Anhieb „elektrisiert“ und zu der Ausstellung bewogen, berichtete Museumsleiter Dr. Dieter Alfter bei der Eröffnung. Bürgermeisterin Elke Christina Roeder fasste die Kooperation mit dem Museum Corvey in dem Satz zusammen: „Gemeinsam sind wir stark.“ Und Klaus-Henning Demuth als Vorsitzender des Museumsvereins betonte: „Es tut Bad Pyrmont gut, wenn wir große Namen wie Jörg Immendorff ins Museum holen.“

Am Sonntag, 25. August, 11.15 Uhr, führt Museumsleiter Dr. Dieter Alfter durch die Sonderausstellung „Jörg Immendorff – Druckgrafik und Skulpturen“. Treffpunkt: Museumskasse. Die Ausstellung ist bis 3. November geöffnet, jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Der Affe als

Symbolfigur im Werk von Jörg Immendorff: Im Festsaal der Beletage von Schloss Pyrmont begrüßen „Christian und Otto“, bronzene Skulpturen aus dem Jahre 2002, die Besucher der Sonderausstellung. Hei

Ein Harlekin

und viele Hühner: Wer „auf die kleine Reise geht“, kann im Obergeschoss des Museums allerlei entdecken. (Bildausschnitt).

Hei

Ölgemälde ohne Titel, doch das Thema liegt auf der Hand: Die Versammlung der Affen mit wichtigem Redner am Pult läuft ähnlich ab wie bei den Menschen. Hei



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