weather-image
Peter Gläsel Stiftung plädiert für mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderungen

Denkanstöße aus der Praxis

Detmold. Mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderungen ist möglich und nicht ausschließlich eine Frage der Ressourcen. Nötig sind eine aufgeschlossene Haltung zur Inklusion und die Bereitschaft, aus erfolgreichen Praxisbeispielen zu lernen. Das ist das Fazit einer Podiumsveranstaltung der Peter Gläsel Stiftung mit Beteiligung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW, die jetzt im Detmolder Sommertheater vor rund 180 Teilnehmern stattfand.

veröffentlicht am 03.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

270_008_6773115_wvh_0512_Inklusion_2.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Schulministerin Sylvia Löhrmann machte in ihrem Beitrag deutlich: „Inklusion geht uns alle an. Die Herausforderung, vor der wir stehen, ist eine Veränderung unserer Haltung. Inklusion ist umfassend und muss in der ganzen Gesellschaft gelebt werden. Unser Ziel ist eine inklusive Schule, an der alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen haben, und eine inklusive Gesellschaft, die allen Bürgern ein Höchstmaß an Entfaltungsmöglichkeiten eröffnet.“

Stefan Wolf, Geschäftsführer der Peter Gläsel Stiftung, hat mit der Veranstaltung den üblichen Blickwinkel auf das Thema „Inklusion“ bewusst verschoben. „Wir wollten nicht diskutieren, wie viele zusätzliche Lehrerstellen wir brauchen oder welche baulichen Investitionen klamme Kommunen an Kitas und Schulen finanzieren müssen. Wir wollten uns Denkanstöße aus der Praxis holen, wie mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderungen in kurzer Frist erfolgreich umgesetzt werden kann.“ Praxisbeispiele für gelungene Inklusion lieferten unterschiedlichste Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen aus Ostwestfalen-Lippe und dem angrenzenden Münsterland. Egal, ob Interview, Vortrag, Filmsequenzen oder Aufführungen, immer standen dabei die positiven Erfahrungen behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher im Mittelpunkt. Stefan Wolf: „Das ist ein neues Format, um für Inklusion zu werben. Hier werden nicht vorrangig Politiker, Lehrer und Integrationshelfer befragt. Hier sprechen die eigentlich Betroffenen als Experten in eigener Sache.“ Die Peter Gläsel Stiftung denkt darüber nach, dieses Veranstaltungsformat zusammen mit anderen Partnern wie der Schulaufsicht auch außerhalb von Ostwestfalen-Lippe einzusetzen. Tatort-Kommissarin Aylin Tezel ist bereit, sich zusammen mit der Stiftung für die Umsetzung von Inklusion zu engagieren, ließ sie die Anwesenden per Videobotschaft wissen. Die entscheidende aufgeschlossene Haltung zur Inklusion sei nichts anderes als ein Bildungsprozess, so Wolf weiter. Kinder und Jugendliche müssten von der Kita bis zum Beruf erleben, dass Teilhabe nicht nur machbar, sondern von Vorteil sei.

So brachte eine ResiDance-Gruppe Inklusion tanzend auf die Bühne. Bei Europas größtem Community Dance-Projekt stehen Menschen mit Handicap von der Lebenshilfe Detmold mit auf der Bühne. Die Kitas Vahlhausen und „Pöppenteich“ erläuterten ihre Inklusionskonzepte, Gertraud Greiling, Leiterin der Münsterlandschule Tilbeck, verwies auf ein Unterrichtskonzept, das Inklusion durch individuelle Förderung ermöglicht.

Erfahrungsberichte von Unternehmen aus Bad Driburg und Bad Lippspringe, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen, sowie aus der Stiftung Eben Ezer schlugen den Bogen bis zur beruflichen Bildung. Kurzum: Mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderungen ist möglich, auch wenn die Ressourcen knapp sind.

Inklusion und Tanz: Bei Europas größtem Community Dance Projekt ResiDance stehen behinderte und nichtbehinderte Tänzer gemeinsam auf der Bühne.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt