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Vorsitzender des Museumsvereins wehrt sich

Demuth gegen andere Rechtsform für das Museum

BAD PYRMONT. Die Haltung der Gruppe 17 über die Zukunft des Pyrmonter Museums und die jetzt entstehende Vakanz in der Leitung hat der Vorsitzende des Museumsvereins, Klaus-Henning Demuth, sehr gefährlich genannt und eine öffentliche Diskussion in den dafür möglichen Gremien gefordert.

veröffentlicht am 24.05.2018 um 12:54 Uhr
aktualisiert am 24.05.2018 um 17:40 Uhr

Es war eine der letzten Amtshandlungen der scheidenden Museumsleiterin Vanessa Charlotte Heitland. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Museumsvereins, Klaus-Henning Demuth (li.), nahm sie von Bruno Fritz eine Lithografie aus dem Nachlass seiner Lebens
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Kulturförderung ist für uns reinste Wirtschaftsförderung und eine Stadt kann man nicht betriebswirtschaftlich führen, sondern nur wirtschaftlich“, sagte er im Gespräch mit den Pyrmonter Nachrichten. Demuth spricht für den fast 600 Mitglieder zählenden Verein, der seinen Angaben nach das Museum seit seiner Gründung im Jahr 1986 mit rund 1 Million Euro unterstützt hat und auch bei der Besetzung der neuen Stelle einbezogen wird.

Bekanntlich macht sich die Gruppe 17, die im Rat die Mehrheit stellt, Gedanken über eine Neuaufstellung des Museums und eine mögliche Überführung in eine andere Rechtsform. Weil sie im Zusammenhang damit noch unbeantwortete Fragen hat, hat sie die eigentlich für vergangene Woche geplante Stellenausschreibung erneut vertagt. Das habe ihn völlig überrascht, sagte Demuth am Donnerstag nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub. Diese Fragen hätten bereits im Vorfeld beantwortet werden können, denn die Verwaltung habe relativ schnell reagiert und eine Stellenausschreibung vorbereitet. „Wir haben eine ganze Menge Zeit gehabt, sind jetzt aber mittlerweile sechs bis acht Wochen hinter dem eigentlichen Prozess hinterher“, stellte er fest. Er frage sich, wo das Ganze jetzt noch hake, denn die Gruppe 17 habe erklärt, dass sie im Grundsatz der Stellenausschreibung habe zustimmen können.

Er halte es für völlig falsch, das Museum zu privatisieren oder in andere Hände zu geben, denn damit würde die Stadt ihren direkten Einfluss verlieren, sagte der Vereinsvorsitzende. „Wir kommen um in eine Wertediskussion hinein und entscheidend ist für mich, was ich als Stadt eigentlich will. Wir sind nicht Elze oder Alfeld, wir sind Bad Pyrmont. Wir haben eine ganz spezielle Geschichte, die wir auch in dieser Stadt vermarkten und nach Außen darstellen. Das geht nur mit einem klaren Bekenntnis zu einem Museum und zu dem Träger Stadt Bad Pyrmont“, betonte er.

Demuth sprach sich erneut dafür aus, die künftige Museumsleitung auch mit der Fachbereichsleitung der Stadtverwaltung zu betrauen. „Zurzeit fehlt ein Fachmann als Ansprechpartner für Kultur, denn eine Stadt dieser Größenordnung braucht jemanden, der diese Kulturarbeit reflektieren kann.“ Viele der jährlich 1000 bis 1200 Neubürger hätten sich Bad Pyrmont ausgesucht, weil hier das Angebot von Natur und Kultur stimme. Dazu gehöre auch das Angebot auf der Schlossinsel und das Museum, das zu den weichen Standortfaktoren zähle. „Die Stadt braucht jemanden, der dieses zusammenführt. Das würden wir nicht bekommen, wenn wir das Museum privatisieren würden.“

Demuth rechnete vor, dass das Museum seit der Eröffnung 615 000 Besucher gehabt hat. Und es sei auch nicht richtig, dass das Museum der Stadt jährlich 320 000 Euro koste. „Man muss dabei die Einnahmen abziehen. Dann kommen wir auf 272 200 Euro und das ist eine angemessene Größenordnung.“ Die jetzt begonnene Diskussion nannte Demuth „kleines Karo“ und sei einer Wertediskussion nicht angemessen. „Einige in dieser Stadt scheinen ihren Wertekompass völlig verloren zu haben“,kritisierte er.

Für den 6. Juni hat Demuth eine Sitzung seines erweiterten Vorstands einberufen, um über das Thema zu sprechen. Aber auch als Bürger dieser Stadt sei er nicht bereit, eine Rechtsformänderung des Museums hinzunehmen. „Wenn die Stadt das tut, was ich nicht glaube, dann bin ich mit Sicherheit dabei, dagegen etwas zu unternehmen. Es gibt schließlich Bürgerbefragungen und Bürgerentscheide“, kündigte er an.



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