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71-Jähriger macht vor der Commerzbank seine Forderung deutlich

Demonstration in eigener Sache: „Ich will mein Geld wieder haben“

Bad Pyrmont (uk). „Wenn ich damals alle Unterlagen gehabt hätte, dann hätte ich das nie gemacht.“ Hugo Hetzer ist von der Commerzbank schwer enttäuscht. 20 000 Euro hatte der 71-Jährige vor sechs Jahren vertrauensvoll in eine sogenannte Hybridanleihe investiert, am Dienstag dieser Woche hätte das Geld ihm eigentlich zurückgezahlt werden sollen – dachte er zumindest. Als das jedoch nicht geschah, zog der aus Bremerhaven stammende und in Bad Pyrmont lebende Rentner gestern mit einem Schild um den Hals vor die Bankfiliale in der Brunnenstraße und forderte: „Ich will mein Geld wieder haben.“

veröffentlicht am 20.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 16:41 Uhr

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Hybridanleihen sind eine Mischform aus Aktien und Anleihen. Sie sind höher verzinst, haben allerdings auch eine sehr lange, teilweise unbegrenzte Laufzeit. Ihre Kurse schwanken häufig sehr stark und auch die Zinszahlung kann ausfallen. Letzteres kann Hetzer aus eigener Erfahrung bestätigten. „Ich bekomme schon seit drei Jahren keine Zinsen mehr“, berichtete er. Doch das Recht zur Kündigung hat nur die Commerzbank, nicht der Anleger.

Das bestätigt Filialdirektor Thomas Raapke. „Der 18. Dezember war der erste Termin für eine Kündigung, die vierteljährlich ausgesprochen werden kann. Ob die Anleihe von Herrn Hetzer in drei Monaten gekündigt wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.“ Mehr wollte Raapke unter Hinweis auf das Bankgeheimnis ohnehin nicht sagen, nur soviel: „Es hat diverse Gespräche mit Herrn Hetzer gegeben, aber die verschiedenen Auffassungen prallen aufeinander.“

Raapke selber war im Jahr 2006 noch nicht in Bad Pyrmont tätig, als Hetzer in der hiesigen Filiale der mittlerweile teilverstaatlichten Bank auf Anraten eines Mitarbeiters seine Anleihe erwarb. „Weil ich die 20 000 Euro nicht sofort zu Verfügung hatte und es angeblich schnell gehen musste, habe ich damals mein Konto überzogen, und die Commerzbank ist für die Dispositionszinsen aufgekommen“, berichtete er. Auch mit anwaltlicher Hilfe streitet Hetzer für sein Geld. „Das gehört immerhin zu meiner Altersvorsorge!“

Der Rentner demonstrierte zwar allein vor der Bankfiliale, doch alleine blieb er nicht. „Ich habe auch viel Geld an eine Bank verloren“, berichteten ihm ein älterer Mann, der nach eigenem Bekunden lange Jahre im Auslandseinsatz ein „Schweinegeld“ verdient hat. Auch andere Passanten wollten von Hetzer genau wissen, was ihm widerfahren ist und bekundeten ihr Verständnis.



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