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Das Land NRW hat bislang weder Verkaufsbemühungen gestartet noch sich um die Pflege gekümmert

„Dealer-Haus“ steckt im Behördenwirrwarr

Bad Pyrmont (uk). „Das sieht hier ganz schrecklich aus.“ Die Frau hat die Nase voll. Sie wohnt direkt neben dem „Dealer-Haus“ in Thal, das seit einer nächtlichen Zugriffsaktion durch ein Sondereinsatzkommando der Polizei Anfang letzten Jahres leersteht, und um das sich seitdem offenbar niemand kümmert. Die anfängliche Hoffnung, dass sich der unschöne Zustand schnell ändert, ist längst dahin. Grund: Es sieht so aus, als sei das Gebäude mittlerweile im Wirrwarr der nordrhein-westfälischen Behörden verstrickt.

veröffentlicht am 03.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 12:21 Uhr

Zukunft ungewiss, Zuständigkeit offenbar auch: das seit letztem
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Weil den Rauschgifthändlern, die das Haus vermutlich mit Einnahmen aus ihren Dealergeschäften gekauft haben, der Prozess in Detmold gemacht wurde, hat das Land Nordrhein-Westfalen Anspruch auf Eigentum an dem Gebäude. „Wir haben unsere Hand daraufgelegt“, hieß es im September aus der Pressestelle des Justizministeriums in Düsseldorf.

„Wir warten schon länger auf Antwort“

Doch das ist offenbar nicht so einfach, wenn nicht klar ist, wer sich um das „Dealer-Haus“ kümmern soll. „Wir nicht, wende Sie sich an die Staatsanwaltschaft in Detmold“, reagierte Andrea Bögge vom Justizministerium auf eine Anfrage der Pyrmonter Nachrichten am Montag. „Das Eigentum ist dem Land übertragen worden“, bestätigte dort Oberstaatsanwalt Michael Kempkes am Mittwoch. Doch die Zuständigkeit für das Haus liegt jetzt beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW in Düsseldorf. „Wir warten schon länger auf eine Antwort aus dem Justizministerium, was wir mit dem Gebäude machen sollen, denn es gehört zum Sondereigentum des Landes“, lautet am selben Tag die Auskunft aus der Landeshauptstadt. Man habe bislang auch noch niemanden beauftragt, der sich um die Pflege des Hauses kümmere.

Doch seit gestern ist auch dieser NRW-Landesbetrieb nicht mehr zuständig. „Wir haben die Angelegenheit auf Anweisung des Justizministeriums an die Staatsanwaltschaft Detmold überwiesen“, hieß es überraschend einen Tag nach der ersten Anfrage unserer Zeitung. Dort war die Angelegenheit am Donnerstag allerdings noch nicht angekommen. „Ich kümmere mich darum“, versprach ein merklich überraschter Oberstaatsanwalt Kempkes gestern.

Gebessert hat sich der Zustand des leerstehenden Hauses sicher nicht, seitdem es dem Land Nordrhein-Westfalen gehört. Dabei hatte es letztes Jahr im Justizministerium noch geheißen, man wolle es möglichst gewinnbringend verkaufen. „Doch jetzt verfällt es“, meint ein Nachbar, der auch von Wasserrohrbrüchen in dem zurückliegenden strengen Winter spricht.

Die Stadt Bad Pyrmont sei über den Eigentumswechsel bislang nicht informiert worden, so Verwaltungssprecher Wolfgang Siefert, der das mindestens aus zwei Gründen für sinnvoll hält. Zum einen müsse das Ordnungsamt wissen, an wen es sich halten könne, wenn mit dem Gebäude etwas sei, und zum anderen könne die Stadt mit ihrem Leerstandsmanagement sicherlich bei der Suche nach einem Käufer behilflich sein. „Eigentum verpflichtet, so steht es im Grundgesetz“, erinnert er zudem das Land an seine Pflichten als Eigentümer des Thaler Hauses.

Und was ist, wenn wirklich einmal Gefahr von dem Haus ausgehen sollte, weil sich niemand darum kümmert und es weiter verfällt? „Dann muss das Ordnungsamt eingreifen und alles Notwendige veranlassen. Die Rechnung schicken wird dann an das Justizministerium“, so Siefert.



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