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Arbeit am Dorfentwicklungsplan

Das Potenzial der Bergdörfer

PYRMONTER BERGDÖRFER. Hans-Georg Koesling besucht gerne die Pyrmonter Bergdörfer. Der Diplom-Ingenieur soll im Auftrag der Stadt Bad Pyrmont gemeinsam mit den Dorfbewohnern für Baarsen, Eichenborn, Großenberg, Kleinenberg und Neersen einen Dorfentwicklungsplan erarbeiten. Bislang laufe das sehr gut, sagt er.

veröffentlicht am 26.01.2017 um 18:10 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 09:13 Uhr

Die Energieleistung der Windräder auf der Hochebene zählen zu den Stärken der Bergdörfer, die dadurch entstehende Beeinträchtigung der Landschaft zu den Schwächen. Foto:ps
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„So herzlich, wie meine Kollegin Linda Bode und ich hier aufgenommen worden sind, so habe ich das noch nirgendwo erlebt – ehrlich“, versichert Koesling mit Blick auf eine immerhin 30-jährige Erfahrung in diesem Metier. Die Erwartungen dürften also auf beiden Seiten hoch sein.

Zumindest Koesling ist mehr als zufrieden, zumal er hofft, dass diese Begeisterung auch die immer noch vorhandenen Bedenkenträger überzeugt. „Wir erleben bislang eine hervorragende Beteiligung der Dorfbewohner und haben schon zahlreiche interessante Ideen für die Dorfebene und die Dorfregion, mit denen wir arbeiten können und die sehr gut für den Entwicklungsplan geeignet sind“, betont er am Rande der ersten Planungswerkstatt „Dorfregion“ am Mittwochabend in Neersen. Zudem gebe es bislang 40 geplante Privatmaßnahmen. Bis auf den letzten Platz war der Gemeindesaal gefüllt, und was den Dorferneuerer besonders freut: „Ich habe hier auch neue Gesichter gesehen.“ In der Planungswerkstatt hatten alle Interessierten die Möglichkeit, sich mit Ideen und Anregungen in den laufenden Prozess einzubringen.

Die Bewohner der Bergdörfer werden weniger und älter, das steht fest. Um die daraus entstehenden Chancen, wie die Verbesserung der Solidarität untereinander und den Zuzug junge Familien aufgrund günstiger Wohnungen zu nutzen, ist gemeinschaftliches Engagement statt Konkurrenzdenken früherer Jahre gefragt. Gemeinschaftlich heißt auch gemeinsam mit den Ottensteiner Bergdörfern, deren Bewohner künftig zu den Treffen eingeladen werden sollen, nicht zuletzt, um vereinzelt noch erkennbare Vorbehalte auszuräumen. Ziel sei es, vergleichbare Projekte auf Augenhöhe zu erarbeiten, so Koesling. Auch in Ottenstein wird an einem Dorfentwicklungsplan gearbeitet.

„Herzlich aufgenommen“: Hans-Georg Koesling, Baurat Thomas Goretzki und Linda Bode (v.li.) beantworten in Neersen Fragen der Dorfbewohner. Foto: uk

In allen fünf Ortschaften hat es mittlerweile Begehungen und eine Fragebogenaktion gegeben, jeder der vier Arbeitskreise hat mindesten einmal getagt. Die Planer haben mit Bauern über die Belange der Landwirtschaft gesprochen, und ein Leerstandkataster ist fertig, das aus der Dorfgemeinschaft heraus gemanagt werden soll. Den Tourismus haben die Planer im Blick und die Bad Pyrmont Tourismus ins Boot geholt. Hier winken Gelder aus einem neuen Fördertopf mit einer attraktiven Quote von 75 Prozent. Allerdings müssen dafür auch entsprechende Angebote gewährleistet werden.

Eine bessere Nahversorgung, der Erhalt der Kitas und der Schule in Baarsen, Mobilität, die Vermeidung von Leerständen, aktive Dorfgemeinschaften, ein Dorfgemeinschaftshaus, eine bessere Nahversorgung und attraktive Angebote für junge Familien sind vielen Dorfbewohnern für die Dorfentwicklung wichtig, wie nur einige wenige Ergebnisse aus der Fülle von Antworten aus der Fragebogenaktion zeigen, die die Stadt- und Regionalplanerin Linda Bode vorstellte. Zu den Stärken der Bergdörfer zählen Befragte unter anderem die gute Nachbarschaft, die Vereine und die Feuerwehren, die Mehrzweckhalle in Baarsen und unter dem Aspekt Natur und Klima auch die 13 Windräder mit einer Jahresleistung von 30 Millionen Kilowattstunden jährlich. Auf der Gegenseite werde, so Bode, „die Überformung“ der Landschaft durch die Räder beklagt.

„Bislang haben wir eine grobe Priorisierung, die aber noch nicht abgeschlossen ist, Nachmeldungen sind weiterhin möglich“, betont Koesling. Bis Ende Mai dieses Jahres will er den Dorfentwicklungsplan fertig haben, um ihn zur Beschlussfassung den städtischen Gremien vorlegen zu können. Das ist ein ehrgeiziger Zeitplan und es wird vor allem darauf ankommen, dass die Dorfgemeinschaften weiter mitziehen. „Ihre Handschrift muss sich in dem Plan wiederfinden und nicht etwa die der Planer oder der Verwaltung, um eine Chance auf Fördergelder zu haben“, machte er in Neersen deutlich. „Wir müssen deutlich machen, dass die Bergdörfer ein so großes Potenzial haben, dass es sich lohnt, vom Land in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen zu werden.“ Dass es dieses Potenzial gebe, da sei er sich nach den bisherigen Ergebnissen ganz sicher.



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