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Papanoia: Im Kurtheater gab es einen gelungenen Ausklang des Vatertags

Das Leiden der emanzipierten Väter

Bad Pyrmont. Papa mia, das war ein wirklich gelungener Ausklang des Vatertags! Vier Urgesteine der Rockszene wurden im Kurtheater bejubelt. Lichtgestalt Marius Müller-Westernhagen stürmte mit erhobenen Armen auf die Bühne, Udo Lindenberg nuschelte wie gewohnt vor sich hin, Peter Maffay hatte alle lieb, und Herbert Grönemeyer knarzte einen Weltverbesserer-Song ins Mikro.

veröffentlicht am 22.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 05:21 Uhr

Auch als Fußball-Mamas witzig: Faber (li.) und Guth.  Foto: Hei

Autor:

Karin Heininger
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Dahinter verbarg sich ein einzelner Mann: Dietrich Faber, der gemeinsam mit Partner Martin Guth in dem Programm ,,Papanoia – Die Leiden der jungen Väter“ auftrat und mit seiner Parodie der Rock-Stars ebenso ins Schwarze traf wie mit seiner Opernarie im Mozart-Stil ,,Nie mehr Ikea“. In ihrem Mix aus Slapstick, Satire, Nonsens und bissiger Gesellschaftskritik sind die beiden als Comedy- und Kabarett-Duo ,,Faberhaft Guth“ unschlagbar. Herrlich, wie Faber in seiner akademisch geprägten Rede das Bemühen (und Scheitern) der emanzipierten Väter beim häuslichen Kümmern um den Nachwuchs schildert. Guth seinerseits wirbt als Elternvorstand eines berufsvorbereitenden Kindergartens, der täglich von 5.30 bis 22.40 Uhr geöffnet hat, für das educating consulting, das ein Abitur in acht Jahren anstrebt.

Dass der umstrittenen Neuschreibreform logischerweise endlich auch eine Neusprechreform folgen sollte, nach der die Wörter dann so ausgesprochen werden, wie man sie schreibt (Beispiel etwa: Urinstinkt), das ist an sich eine witzige Idee, wird allerdings von dem Duo zu arg strapaziert und nutzt sich dann als Gag ab. Eine der besten Szenen ist die Reportage von der G-Jugend des Fußballvereins, bei der nicht nur der Coach für die 0-6jährigen zu Wort kommt, sondern auch der Vereins-Vorsitzende und die Mamis, die selbstgebackenen Kuchen zum Gelingen des Trainings beitragen. Da hat Faberhaft Guth seine Ohren ganz nah an der Wirklichkeit gehabt und mit den skurrilen Typen ein treffliches Stück Realsatire geliefert.

Das Kabarett-Duo steigert sich deutlich im Laufe des Abends, so dass der Schwerpunkt im zweiten Programmteil liegt. Ihr Mix aus Wortwitz, Musikparodie und Typenkabarett, dazu noch ein Ausflug in die Welt des Puppenspiels, bei der Kasper und Co. sich über die Marotten der Menschen lustig machen: Das alles kommt beim Publikum bestens an und findet viel Beifall.

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