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Team des Kinderspielkreises Neersen brachte seinen Kindern große Kunst und große Künstler näher

Das ist ja doch nicht nur „Krickelakrackel“

Neersen (red). Wie jeden Morgen sitzen die Kinder im Morgenkreis und warten auf das heutige Kalenderblatt. Sie sind ganz gespannt, denn gestern wurde dort ein Künstler angepriesen. Noch dazu mit einem schwierigen Namen, den sich keiner merken kann. Und was ist überhaupt ein Künstler? Aufmerksam spitzen die Kinder ihre Ohren. Sie staunen, als sie etwas über Vincent van Gogh erfahren und können es kaum fassen, dass der Maler sich selbst ein Ohr abgeschnitten hat.

veröffentlicht am 08.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 04:21 Uhr

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Hier begann das Kunstprojekt „Kleine Künstler ganz groß“ im Kinderspielkreis Neersen. „Wir merkten, dass die Kinder ein enorm hohes Interesse an Vincent van Gogh hatten. Nicht nur an seinen Werken, auch an der faszinierenden Geschichte um ihn“, sagt der Leiter des Kinderspielkreises, Jean-Marc Meier. „Es war erstaunlich, was sich die Kinder alles merken konnten. Einige kannten nicht nur den Namen und einige seiner besten Kunstwerke, sie kannten sogar den Malstil van Goghs.“ Der Niederländer (1853 bis 1890) gilt als einer der Begründer der modernen Malerei.

Da alle Kinder begeistert von dem Projekt waren, entschloss sich das Spielkreisteam, es noch auszubreiten. Und so mussten sich die Erzieher zunächst erst einmal in die Materie einlese, um dem Wissensdrang der Kinder gerecht werden zu können.

Die Spielkreiskinder hatten neben den Bildern und den Kunststilen auch ein sehr großes Interesse an den Künstlern. Und so wussten sie bereits nach kurzer Zeit, dass Vincent van Gogh und Paul Gauguin eine Zeit lang zusammen gemalt haben. Beide werden zu den Wegbereitern des Expressionismus gezählt.

Auch von dem Werk des US-Malers Jackson Pollock ließen sich die Kinder begeistern. Nicht ohne Grund, denn mit seinem „Action Painting“ hatte Pollock Anfang des 20. Jahrhunderts neue Maßstäbe gesetzt. Und da die Kinder alle Kunststile nachmalen durften, hatten sie richtig Spaß und spritzten die Farbe wild auf die Leinwände.

„Erst im Laufe des Projektes wurde uns bewusst, wie gut man dieses anspruchsvolle Thema in den Kindergartenalltag integrieren kann“, sagt Meier. Er und seine Kolleginnen brachten Kunst in die Turnhalle und die Kinder konnten Schwungbilder malen. Dafür hielten sich die Kinder an Seilen fest und malten dabei Bilder. Auch Sprungbilder (die Kinder sprangen von einer Sprossenwand und bemalten im Flug Blätter) machten den Mädchen und Jungen viel Spaß.

Nicht nur über berühmte Bilder wie die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, sondern auch über den zeitgenössischen britischen Künstler Richard Long, einen Vertreter der „Land Art“, unterhielten sich die Kinder mit ihren Erziehern. Long wandert in allen Teilen der Erde, schafft in der Natur Skulpturen aus Stein oder Holz und fotografiert sie. Entweder räumt er sie hinterher wieder weg oder lässt sie vor Ort verwittern. „Da die Kinder jeden Dienstag in den Wald gehen, waren die Gründe, die Long zu seinen Arbeiten bewegen, natürlich sehr inspirierend“, so der Spielkreisleiter, der ein sehr positives Fazit des Projekts zieht. „Eins der schönsten Ergebnisse des Kunstprojektes war es zu hören, wie Kinder am Maltisch den Satz ,Das ist ja alles nur Krickelakrackel‘ gegen den Satz ,Toll oder? Wir sind ja kleine Künstler‘ eingetauscht haben.“ Kinder seien sehr lernfreudige, lernbereite und lernwillige Wesen, so Meier. Es gebe kein Thema, das für sie zu schwierig oder zu kompakt sei. Man müsse es nur kindgerecht verpacken.

Deshalb möchte der Spielkreis seinen Kindern auch weiterhin ihnen unbekannte Welten öffnen. Das nächste Projekt ist schon geplant. Es soll sich mit den Weiten des Weltalls befassen.

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