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Versöhnlicher Schlussstrich: Dr. Nagel und Dr. Klagge-Riechers „entpflichtet“

„Das ist auch mein Krankenhaus“

Bad Pyrmont (uk). Dr. Wolf-Dieter Nagel und Dr. Regina Klagge-Riechers sind gestern noch einmal dorthin zurückgekehrt, wo sie die letzten zwei Jahrzehnte tätig waren. Mit der Verabschiedung des früheren Chefarztes der Orthopädie und seiner Oberärztin hat das Bathildiskrankenhaus einen versöhnlichen Schlussstrich unter ein Kapitel gezogen, das der Geschäftsleitung des Hauses viel Kritik eingebracht hatte.

veröffentlicht am 22.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:21 Uhr

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Fast zwei Monate nach dem ersten und dann kurzfristig abgesagten Termin für eine Abschiedsfeier und nach einigem Hin und Her um einen neuen Termin versammelte sich gestern eine kleine Runde in der Kapelle des evangelischen Krankenhauses, um die beiden Mediziner im Rahmen einer Andacht zu „entpflichten“. „Das ist die kirchliche Form des Abschieds“, beschied Geschäftsführer Alfred-Karl Walter die, die sich über diese Bezeichnung wunderten.

Nagel selber hatte sich für einen eher kleinen Rahmen entschieden – ohne seine Patienten, die wohl in Scharen erschienen wären, wenn sie denn davon gewusst hätten. „Denn für Ihre Patienten waren Sie immer da“, machte Krankenhausseelsorger Bernhard Jess deutlich. Der Pastor fand sehr persönliche Worte für die beiden Mediziner, sprach von einem „schmerzhaften Prozess, der hinter uns liegt“. Ob damit die jüngere Zeit gemeint war, in der Nagels Entscheidung reifte, das Krankenhaus zu verlassen? Es dürfte wohl kaum jemand, der ihn kennt, erwartet haben, dass er die Gelegenheit angesichts zurückliegender Differenzen – wohl auch über seine Arbeitsbedingungen – nutzen würde, um schmutzige Wäsche zu waschen. Er lobte in sehr persönlichen Worten seine Mitarbeiter und stellte ausdrücklich fest: „In 22 Jahren ist dieses Krankenhaus auch mein Krankenhaus geworden.“ Den Verantwortlichen des Hauses wünschte er, dass sie den Neuanfang nutzen. „Das Schlimmste, was uns passieren würde, wäre, dass dieses Krankenhaus leiden würde. Das will ich auf keinen Fall!“, betonte Nagel. Zu den Gründen für seinen Abschied nur so viel: Die Arbeit zum Wohl der Patienten sei ihm nicht mehr so möglich gewesen, wie er sich das vorstelle.

Geschäftsführer Walter fiel der Auftritt in der Kapelle sichtlich schwer. In einer kurzen, vom Blatt abgelesenen Rede würdigte er die Arbeit des früheren Chefarztes und seiner Oberärztin und stellte fest: „Die Orthopädie des Krankenhauses hat heute einen exzellenten Ruf weit über die Grenzen Bad Pyrmonts hat. Das ist Ihr Verdienst.“

Nicht wenigen Gästen fiel auf, dass fast alle Chefärzte dem Abschied ferngeblieben waren. Einzige Ausnahme war Prof. Dr. Peter Gaudron.



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