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Unfallzahlen auf der Schillerstraße entsprechen nicht der gefühlten Einschätzung

„Das hätte ich nicht gedacht“

BAD PYRMONT. Im Fachausschuss für Feuer, Sicherheit und Verkehr ging es um die Unfallhäufigkeit in der Schillerstraße. Auf den Bericht der Fachbereichsleiterin Sabine Jösten zu den Zahlen reagierten einige Anwesende sehr erstaunt.

veröffentlicht am 05.06.2017 um 21:21 Uhr

Entgegen der allgemeinen Annahme ist die Schillerstraße kein Unfallschwerpunkt, sagen Ordnungsamt und Polizei. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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Nein, der Unfall im Einmündungsbereich der Mühlenstraße in die Schillerstraße, bei dem es zu einem Zusammenstoß gekommen war, war nicht Thema im Fachausschuss für Feuer, Sicherheit und Verkehr. Der Ehemann einer Unfallbeteiligten hatte sich mit einem Schreiben an unsere Zeitung gewandt und darin der Stadt eine Mitschuld vorgeworfen, da diese nicht durch Zurückschneiden von Sträuchern für einen ausreichenden Sichtwinkel sorgen würde.

Obwohl es in der Ausschusssitzung auf Antrag der Gruppe 17 eben explizit um die Unfallhäufigkeit in der Schillerstraße ging, und die zukünftige Entwicklung durch zusätzliche Marktkapazitäten eine Rolle in der öffentlichen Diskussion spielten, waren keinerlei Anwohner oder Hinweisgeber an die Politiker in der Sitzung zugegen, um ihren gefühlten Einschätzungen zur Gefährlichkeit der Schillerstraße Nachdruck zu verleihen. Sie hätten in diesem Fall nach dem Bericht der Fachbereichsleiterin Sabine Jösten wohl ebenso erstaunt reagiert wie der Vorsitzende Paul von der Heide, der wie manches andere Ausschussmitglied auch bemerkte: „Das hätte ich nicht gedacht!“

Denn die von Jösten vorgetragenen Zahlen der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden ernüchterten erkennbar. „In einem Fünfjahreszeitraum bis 2016 verzeichnete die Polizei lediglich sechs Unfälle mit Fußgängern“, erläuterte Jösten. „Davon war die Hälfte sogar auf dem Rewe-Parkplatz, also nicht im Zusammenhang mit dem Überschreiten der Schillerstraße.“ Dieses Fazit setzte sich bei den Erläuterungen zu Ein- oder Abbiegeunfällen fort. „Im Ergebnis kam auch die Verkehrsunfallkommission, in der die Schillerstraße mehrfach thematisiert wurde, stets zu dem Schluss, dass hier kein Unfallschwerpunkt auszumachen ist.“

Dies sei erst dann der Fall, wenn in einem Jahr mindestens fünf gleiche Unfalltypen an einer Stelle registriert würden, erklärte Jösten. Unbestritten sei allerdings die erhebliche Verkehrsbelastung auf dieser für die Stadt wichtigen Tangente. Daher werde auch ein besonderes Augenmerk auf die weitere Straßenplanung zu richten sein, sollte es zu einer Erweiterung des bestehenden und eines zusätzlichen Einkaufsmarktes entlang der Schillerstraße kommen. Zumindest müsse mit einer Erhöhung des Ziel- und Quellverkehrs kalkuliert werden.

Als Resümee stellte Jösten die Pläne der Verwaltung vor, auch den Fußgängerüberweg im Bereich der Emmerstraße mit einer Bedarfsampelanlage, wie sie bereits an zwei anderen Stellen entlang der Schillerstraße bestünden, auszustatten. Diese Variante erhöhe die Sicherheit gegenüber dem herkömlichen Zebrastreifen, umgesetzt werden soll sie noch in diesem Jahr, spätestens 2018. Ob sich eine Querungshilfe noch an einer anderen Stelle, zum Beispiel in Höhe des Rewe-Marktes anbiete, müsse geprüft werden.

Udo Nacke (CDU) unterstützte den Verwaltungsvorschlag, im Bereich der Emmerstraße eine Bedarfsampel einzurichten, bemerkte dann zusätzlich, Lösungen für Fahrrad fahrende Verkehrsteilnehmer zu finden, auch wenn es kaum Unfälle mit Fahrradfahrern gebe. „Es mag sein, dass auch hier eine subjektive Wahrnehmung vorliegt, dass das Befahren der Schillerstraße gefährlich sei, doch die derzeitige Lösung mit der gemeinsamen Nutzung der Gehwege ist auf Dauer nicht ideal“, lautete sein Appell.

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