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Auch wer schon digital Fernsehen guckt, ist von der Analogabschaltung in der Nacht zum Freitag betroffen

Das große Sortieren im Kabelnetz

BAD PYRMONT. Wenn in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die analogen Radio- und TV-Signale im Kabel abgeschaltet werden, sind davon aber auch die Kunden betroffen, die jetzt schon digitale Empfang nutzen, denn Vodafone sortiert in der Nacht der Analogabschaltung auch die digitalen Sender neu.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 12.02.2019 um 10:50 Uhr

Vodafone empfiehlt allen 39 000 Haushalten, nach der Umstellung zu überprüfen, ob die nächtliche Umbelegung von Sendern und Frequenzen automatisch geklappt hat. „Andernfalls empfehlen wir, den Sendersuchlauf zu starten“, sagt Konzernsprecher Volker P
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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In Fachkreisen ist das auf Überraschung gestoßen. Dort rechnet man am Donnerstag mit erhöhtem Beratungsbedarf der Kunden. „Laut Vodafone sollte das irgendwann später geschehen“, meint Hildegard Deppenmeier vom „Top Fernsehdienst“ in der Schillerstraße. Und auch Reiner Lausen von PYTRON Elektro in Lügde war bislang davon ausgegangen, dass dies nicht bereits zum 14. Februar geschieht, sondern zunächst alles bleibt, wie es ist. Nur Michael Gerth von „EURONICS Gerth“ zeigte sich von der aktuellen Meldung des Kabelnetzbetreibers nicht überrascht. „Wir haben uns erkundigt und sind darauf eingestellt“, gab er Auskunft.

Bad Pyrmont und die Kernstadt von Lügde werden im Vodafone-Kabelglasfasernetz über den regionalen Netzknotenpunkt in Hameln versorgt. An diesem Kabelstrang sind laut Unternehmensangaben 39 000 Haushalte in Aerzen, Bad Pyrmont, Hameln, Bad Münder, Lügde und Springe an das Vodafone-Kabelglasfasernetz angeschlossen. Direkt betroffen sei von der Analogabschaltung aber nur ein winziger Bruchteil, so Konzernsprecher Volker Petendorf. „Die meisten Kunden nutzen längst digitalen Empfang.“

Der Kabelnetzbetreiber will darum nun Platz auf der Datenautobahn schaffen, um die Leistungen zu erhöhen. Vodafone wirbt mit Gigabit-Geschwindigkeiten im Internet „vielfältigeren“ TV-Angebote in HD-Qualität für die Umstellung. Die kostet die Kunden aber zunächst erst einmal Geld, Zeit und wohl auch Mühe. Für den Empfang wird ein Digital-Receiver (DVB-C) benötigt, der in vielen neueren Flachbildfernsehern bereits eingebaut ist. Alternativ können Kunden kabelgeeignete Receiver bei Vodafone oder im Fachhandel kaufen. Doch auch sie müssen am Freitag aktiv werden. Vodafone empfiehlt allen 39 000 Haushalten, nach der Umstellung zu überprüfen, ob die nächtliche Umbelegung von Sendern und Frequenzen automatisch geklappt hat. „Digital-Receiver und Kabel-Router führen die nächtliche Umstellung vollautomatisch durch – vorausgesetzt, die Geräte werden nicht vom Strom getrennt. Andernfalls empfehlen wir, den Sendersuchlauf zu starten“, so Petendorf.

Und damit dürfte das große Sortieren beginnen. Michael Gerth schätzt, dass etwa die Hälfte der rund 5000 Kabelkunden in Bad Pyrmont am Donnerstag auf Hilfe angewiesen sein wird, um die bekannten Fernsehsender auf die gewohnten Programmplätze zu sortieren. Dass gerade die vielen älteren Kunden in Bad Pyrmont betroffen sind, liegt auch für Hildegard Deppenmeier vom „Top Fernsehdienst“ auf der Hand. „Wir werden viel zu tun bekommen“, glaubt sie. Vermutlich dürften sich am Freitag aber viele Kabelkunden in die Bedienungsanleitung ihrer Fernseher vertiefen.

Elektromeister Fritz Köller aus Rischenau blickt der Umstellung entspannt entgegen. Zum einen, weil er viele Kunden hat, die Fernsehen über Satellit sehen und nicht betroffen sind, zum andern, weil er grundsätzlich Receiver empfohlen und zu 90 Prozent verkauft hat, die sich automatisch umstellen.

Fraglich ist, ob auch alle Besitzer von Radios, die direkt an die Kabel-Dose angeschlossen sind, wissen, dass sie ohne technische Aufrüstung künftig nichts mehr hören. Sie müssen sich – im Fachhandel oder bei Vodafone – einen Receiver für den digitalen Empfang kaufen, denn auch die analogen Radioprogramme im Kabel werden abgeschaltet. Grundsätzlich bleibt zwar die Möglichkeit, die alte UKW-Antenne anzuschließen, „doch irgendwann wird auch UKW abgeschaltet“, gibt Reiner Lausen von PYTRON Elektro zu bedenken. Einen Termin dafür gibt es allerdings noch nicht. Zu dürftig ist das alternative „DAB+“-Angebot im Weserbergland, das UKW längst abgelöst haben sollte.

„Eine Katastrophe“ nennt Fritz Köller die aktuellen „DAB+“-Möglichkeiten. Er empfiehlt Radiobesitzern, die ihre alte Stereoanlage weiter benutzen wollen, einen Receiver, der analoge und digitale Empfangsmöglichkeiten einschließlich Internet und Bluetooth in sich vereint, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Kostenpunkt: über 100 Euro.



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