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Bald öffnet das Stadtarchiv wieder

Das Gedächtnis der Stadt

BAD PYRMONT. Der frühere Museumsleiter Dr. Dieter Alfter kümmert sich künftig um das Archiv Bad Pyrmonts

veröffentlicht am 03.04.2017 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:39 Uhr

„Für einen Museumsmenschen ist das ein schöner Ausklang, zumal ich das Archiv schon als Museumsleiter begleitet habe“, begründet Alfter, warum er zustimmte, die ehrenamtliche Aufgabe des Stadtarchivars zu übernehmen. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Dr. Dieter Alfter hat ein schwergewichtiges Problem. Es dürfte so einige hundert Kilogramm auf die Waage bringen, steht in einer Ecke des neuen Stadtarchivs und lässt sich nicht öffnen: ein Panzerschrank der Firma „Bode&Trone“ aus Hannover. „Wir könnten einen Panzerknacker gebrauchen“, schmunzelt der neue Stadtarchivar und einstige Museumsleiter Bad Pyrmonts. „Wir wüssten gerne, was sich darin befindet.“ Zumindest ist bekannt, dass der Safe früher von der Stadtkasse benutzt wurde.

Der Panzerschrank ist alt aber längst nicht so alt, wie ältesten Dokumente, die jetzt in dem Gebäude Ecke Rauchstraße/Rathausstraße archiviert werden. Aus dem Jahr 1740 zum Beispiel stammt das Buch von Dr. Johan Philip Seip „Pyrmontische Mineralwasser und Stahl-Brunnen“, das die Historie und den Gebrauch der Pyrmonter Heilwässer behandelt. „Wir haben hier das gedruckte Wissen über Bad Pyrmont und die Menschen, die hier lebten und zu Gast waren“, erläutert Alter. „Das ist Grundlage für jede Forschung.“

Vor gut einem halben Jahr war dar Archiv aus der Bismarckstraße aus- und in die neuen Räume umgezogen. Doch erst irgendwann in der zweiten Aprilhälfte soll der Bestand wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Es haperte am neuen Zugang, der mit einer Brücke von der Rauchstraße aus barrierefrei gestaltet worden ist. Der passte nicht und musste nachgearbeitet werden. Dazu kam der überraschende Tod von Manfred Willeke, der bis dahin gemeinsam mit Dr. Joachim Kehrmann das Archiv betreut hatte. Und als auch noch Kehrmann sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog, musste ein neuer Archivar gesucht werden. „Für einen Museumsmenschen ist das ein schöner Ausklang, zumal ich das Archiv schon als Museumsleiter begleitet habe“, begründet Alfter, warum er zustimmte, die ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen und das „Gedächtnis der Stadt“, wie er es nennt, zu betreuen. Dieses Gedächtnis könnte übrigens eine klitzekleine Lücke haben, denn Alfter befürchtet, dass seit dem Tod von Willeke und dem Rückzug von Kehrmann nicht mehr archiviert worden ist.

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Ehrenamtlich ist die Aufgabe für ihn, für die Stadt zählt ein Archiv zu den Pflichtaufgaben. Neben den unzähligen alten Büchern, amtlichen Schriften, Kurgastlisten, Plakaten und Fotos, gibt es zahlreiche alte Gemarkungskarten. „Diese Unterlagen können Grundlage für Entscheidungsträger von heute sein“, rät Alfter zum regen Gebrauch der Sammlung. Auch die Ausgaben der Pyrmonter Nachrichten als Amtsblatt der Stadt und ihrer Vorgängerinnen werden hier aufgehoben. Ebenso wie die Sammlung von Walter Dietrichkeit zur Städtepartnerschaft mit Anzio oder das Archiv von Heinrich Jonas über die Pyrmonter Bergdörfer. Dieser Tage folgen die Arbeiten von Dr. Hermann Engel, dessen Nachlass Alfter aus München geholt hat und den er den bedeutesten Forscher Bad Pyrmonts nennt. Auch um das beeindruckende private Archiv von Manfred Willeke will er sich bemühen.

Alfter ist Kunsthistoriker, kein gelernter Archivar. Er bekommt für die anstehende Sichtung der Sammlung Unterstützung vom Team der Stadtbibliothek und er weiß, wen er um Rat fragen kann und wird.

Wann genau das Archiv wieder für das Publikum geöffnet wird, steht noch nicht fest. Fest steht, dass es dann zwei regelmäßige Öffnungstage pro Woche gibt: dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr. Ein wenig werden sich Heimat- und Familienforscher noch gedulden müssen.

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