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Was vom Öko-Baukonzept bleibt?

Das Elektroauto bleibt außen vor

BAD PYRMONT. Ökologische Produkte verkaufen sich bestens. Darum war man bei der Stadt Bad Pyrmont sehr angetan von dem, was der Investor Guilbert Klieber Ende 2015 im Rathaus vorstellte: Ein Baugebiet mit einem „strengen ökologischem Konzept“. Doch die Bauherren wollen sich nicht unbedingt verpflichten lassen.

veröffentlicht am 26.02.2017 um 14:09 Uhr
aktualisiert am 30.05.2017 um 09:32 Uhr

So stellen sich die Investoren die neue Einfamilienhaussiedlung samt Elektroauto am Vogelreichsweg vor. Die Bauherren werden allerdings nur zu einem einheitlichen Baustil verpflichtet. Abbildung: Investor
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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16 Bauplätze umfasst das fast 18 000 Quadratmeter große Grundstück am Vogelreichsweg, das Klieber, der in Braunschweig ein Autohaus führt, gekauft hat und nun vermarktet. Die Einfamilienhäuser, so protokollierte es damals die Stadt, sollten möglichst energieautark betrieben werden können. Will heißen: Die Energie, die sie benötigen, sollte zu einem Großteil möglichst regenerativ und aus eigener Kraft erzeugt werden. Zudem, so heißt es in einer Beschlussvorlage für den Rat, „sollen sich die Bewohner im Rahmen der Kaufverträge auch verpflichten, zum Beispiel mit Strom betriebene Kfz im Sinne der Elektromobilität zu nutzen“.

Rat und Verwaltung zögerten damals nicht, mit dem Autohändler einen Erschließungsvertrag für das Areal abzuschließen, zumal von einer Investitionssumme in Höhe von 15 Millionen Euro allein durch privates Engagement die Rede war und auch heute noch ist. „Wir haben das sehr begrüßt. Schade, so wie uns das vorgestellt wurde, wäre es ein schönes Vorzeigeprojekt geworden“, sagt Bad Pyrmonts Baudezernent Matthäus Schmidt zur aktuellen Entwicklung. Bestandteil des Erschließungsvertrages sei das ökologische Konzept allerdings nicht. Er begrüße aber die geplante Bebauung inmitten bereits bestehender Siedlungen. „Das passt super dahin und zum Grundsatz ,Innenentwicklung vor Außenentwicklung‘“, so Schmidt.

Mittlerweile will und vor allem kann Klieber die Bauherren nicht an ein ökologisches Konzept binden. „Das hatten wir uns zwar vor fünf Jahren, als wir die Idee hatten, so vorgestellt, aber Beispiele in anderen Städten zeigten, dass das sehr schwer umzusetzen ist,“ meint Kliebers Partner Conrad Kircher, der sich vor Ort um das Projekt kümmert. „Darum haben wir auch davon Abstand genommen, die Bauherren zu verpflichten, sich ein Elektroauto zu kaufen. Das lässt sich einfach nicht machen“ Laut Kircher sind bereits vier Grundstücke verkauft, zwei weitere kurz vor der Beurkundung. Keiner der Käufer verzichte auf eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe, aber das sei einfach der Entwicklung und der Energieeinsparverordnung geschuldet.

Conrad Kircher kümmert sich vor Ort und das Baugebiet. Foto: uk

Auf eine andere Vorgabe wollen die Investoren nicht verzichten. Die Käufer müssen sich für eine am Bauhausstil orientierte Gestaltung ihres Eigenheims und Flachdächer verpflichten. „Wir wollen eine einheitliche Anmutung der Siedlung und Gleichgesinnte finden“, begründet Kircher das, der dort nach eigenen Angaben selber bauen will. Die Flachdächer böten zudem eine optimale Positionierung der Solaranlagen.

Wer einen der voll erschlossenen Bauplätze kaufen möchte, muss dafür relativ tief in die Tasche greifen. Sie werden zu Preisen zwischen 75 000 Euro für 500 Quadratmeter und 306 000 Euro für 1700 Quadratmeter in einen „exklusiven Neubaugebiet“, so die Werbung, angeboten. Doch nachgefragt werden laut Kircher bislang ausschließlich die größeren, mindestens 1400 Quadratmeter großen Grundstücke. „Das hat uns überrascht. Die kleinen Grundstücke gehen überhaupt nicht.“

„Und woher kommen die Käufer? „Die Nachfrage aus Bad Pyrmont ist dünn“, so Kircher. „Wir müssen unsere Kunden in einem größeren Gebiet suchen.“



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