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Christa Langer-Löw schreibt Roman

Das abenteuerliche und kurze Leben des Antonio Congo

Bad Pyrmont (Hei). ,,Hier ruhet Antonio Congo, Sohn eines afrikanischen Häuptlings, namens Ambrosio Congo zu Guimbata in Afrika, geboren den 12. Oktober 1811, wurde er, acht Jahre alt, seinen Eltern geraubt und als Sklave nach Brasilien gebracht. Hier kaufte ihn der Hamburger Kaufmann Ferdinand Schlüter, ein edler Mann, der ihn mit nach Hamburg nahm und in der christlichen Religion erziehen ließ. Nachdem Antonio Congo das Tischlerhandwerk erlernt hatte, ging er auf Wanderschaft, auf welcher er 1843 hier erkrankte und als ein guter und religiöser Tischlergeselle starb am 11. Januar.“

veröffentlicht am 23.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:21 Uhr

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So steht es auf einem Grabstein auf dem Friedhof in Hattensen bei Ottenstein. Viele Wanderer und Urlauber mögen diesen Grabstein schon gesehen und über das Schicksal des früh Verstorbenen nachgedacht haben. Die Pyrmonterin Christa Langer-Löw indes hat die Geschichte nicht ruhen lassen, sie folgte den Spuren des jungen Mannes und schrieb ein Buch über ihn: ,,Antonio Congo, sein Weg von Afrika über Brasilien nach Hamburg und ins Weserbergland“ heißt der Roman auf der Grundlage einer historisch wahren Geschichte.

Nach mehreren Jahren gründlicher Recherche und literarischer Tätigkeit hat die Autorin ihr Buch in dem Frankfurter Verlag Fischer & Fischer herausgegeben und jetzt auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Es ist nicht das erste literarische Werk der Pyrmonterin, die durch ihre Sachbücher ,,Das Glückskind“ und ,,Charakterpuppen“ in der Region bekannt wurde. Doch das Thema Puppen (es gab darüber auch eine Ausstellung im Museum) ist für Christa Langer inzwischen abgeschlossen.

Für Antonio Congo und seine mündlich überlieferte Geschichte hat sie sich schon lange interessiert, und irgendwann beschloss sie, mehr über sein Schicksal zu forschen. Im Staatsarchiv Hamburg und im Museum für Hamburgische Geschichte erfuhr die Pyrmonterin einiges über Congos Nachkommen, vertiefte sich in die Lebensweise alter hanseatischer Familien und machte das Haus ausfindig, in dem der Afrikaner aufgewachsen ist.

Das Grab von Antonio Congo auf dem Hattenser Friedhof bei Ottens
  • Das Grab von Antonio Congo auf dem Hattenser Friedhof bei Ottenstein. Foto: ein

Als die Idee des Buches immer mehr Form annahm, reiste Christa Langer sogar nach Brasilien, um dort weiter zu recherchieren. Sie fuhr auf einem alten Segelschiff und studierte die südamerikanische Mentalität. In Ottenstein, wo Congo zuletzt gelebt hatte, stöberte sie im Kirchenbuch und in der Chronik. So gewann die Figur immer mehr an Leben. ,,Der Rest ist Fiktion und Fantasie, denn schließlich wollte ich einen Roman schreiben und keine Biografie“, sagt Langer.

Als mit dem tragischen Tod der Tochter ein schwerer Schicksalsschlag ihre Familie traf, war die Autorin lange Zeit nicht fähig zu schreiben. ,,Dann aber hat die weitere Beschäftigung mit Antonio Congo und mit meinem Buch mich aus dem tiefen Loch geholt“, erzählt sie.

Und die Geschichte von Antonio Congo lässt sie noch immer nicht los, denn zwei Dinge hat Christa Langer sich für die Zukunft vorgenommen: Sie möchte das Schicksal der jungen Fanny, Antonios (fiktiver) Ehefrau, in einem neuen Buch weitererzählen, und sie möchte den unbekannten Jungen kennenlernen, der auf ihrem Buchtitel so gewinnend und voller Lebensfreude lacht. Es ist ein Foto der Organisation ,,Brot für die Welt“, und die Pyrmonterin hofft, ihm eines Tages zu begegnen.

Der Häuptlingssohn Antonio Congo lässt Christa Langer-Löw nicht mehr los. Foto: He



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