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Unternehmer hat das erste Hybrid-Taxi im Landkreis / „Ich musste das Fahren neu lernen“

Danzinger rollt fast lautlos durch Bad Pyrmont

Bad Pyrmont (uk). „Das ist das erste Hybrid-Taxi im Landkreis Hameln-Pyrmont!“ Es schwingt ein bisschen Stolz in der Stimme von Peter Danzinger mit. Der selbstständige Taxiunternehmer und Vorsitzender der Pyrmonter Taxenzentrale hat einen Schlussstrich unter den Dieselmotor gezogen und setzt nun auf eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor. Seit Anfang des Jahres ist Danzinger mit einem siebensitzigen Toyota Prius Hybrid unterwegs „und musste das Fahren neu lernen“, wie er sagt.

veröffentlicht am 01.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 14:21 Uhr

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In erster Linie hat er sich aus wirtschaftlichen Gründen für den Umstieg entschieden, denn der Preis für Dieselkraftstoff hat bekanntlich kräftig angezogen. „Mit dem Hybridwagen spare ich zwischen 1,90 und 2,60 Euro auf hundert Kilometer gegenüber einem Dieselfahrzeug, je nach Fahrweise.“ Bei einer jährlichen Fahrleistung von bis zu 60 000 Kilometer – 80 Prozent davon innerstädtisch – sind dies bis zu 1500 Euro. Danziger berichtet von einem Niedrigstverbrauch von 1,2 Litern des insgesamt 136 PS starken Antriebs, denn auch bei höherem Tempo schaltet sich der Elektromotor ein, wenn es die Fahrweise zulässt. Automatischer Zusatzschub durch den Benzinmotor wird erst dann abgerufen, wenn eine größere Beschleunigung gewünscht wird. Autotester des Magazins „Spiegel“ haben bei einem Sieben-Tage-Test allerdings einen Durchschnittsverbrauch von 5,6 Liter ermittelt. Ein Traumwert sei das nicht, aber offenbar das Beste, was mit einem Großserienauto dieses Kalibers derzeit zu erzielen sei.

Doch gerade für eine Kurstadt wie Bad Pyrmont bietet der Hybridwagen, der bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h rein elektrisch gefahren werden kann, noch weitere Vorteile. Der Hersteller gibt den CO2-Ausstoß mit 89 Gramm an. Das kommt der Umwelt und der Kurluft zugute. Danzinger nennt einen weiteren Vorteil der neuen Antriebstechnik. „Im Sommer kann im Stand die Klimaanlage laufen, im Winter die Heizung, ohne dass der Verbrennungsmotor an ist. Erst wenn die Spannung unter einen bestimmten Wert fällt, schaltet sich der Verbrennungsmotor kurz zu und lädt die Batterien auf. Das schont die Umwelt“, so Danzinger. Allerdings passt sein neues Auto nicht ganz zu den aktuellen Bemühungen der Stadt Bad Pyrmont, gemeinsam mit Lügde ein Elektromobilitätskonzept zu entwickeln. „Ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug hat einfach noch eine zu geringe Reichweite“, so der Taxiunternehmer.

Das langsame Fahren ist in einer Stadt mit vielen älteren Einwohnern wie Bad Pyrmont nicht ohne Tücken. Der Wagen kommt im innerstädtischen Verkehr fast geräuschlos daher. „Du musst das Fahren neu lernen und noch mehr Rücksicht auf alte Leute nehmen, die den Wagen einfach nicht hören“, ist Danzigers Erfahrung. Er ist dennoch begeistert von seinem neuen Gefährt und wird die Hybridtechnik wohl auch seinen Kollegen empfehlen, „denn die warten erst einmal ab, welche Erfahrungen ich damit mache“, sagt er.

Fast 50 000 Taxen gibt es in Deutschland, 20 Prozent davon nutzen alternative Treibstoffe, überwiegend Erdgas. „Doch dabei lässt bislang die Reichweite sehr zu wünschen übrig“, weiß Thomas Grätz, Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP). „Wir sind deshalb ganz gespannt auf die neue B-Klasse von Mercedes mit Reichweiten von über 500 Kilometern. Das reicht für eine Schicht.“ Auf 500 Hybridfahrzeuge schätzt Gräf den Bestand in Deutschland, die meisten davon fahren in Berlin und München. „Doch das Interesse daran steigt, diese Fahrzeuge verbreiten sich zunehmend“, weiß er.

Peter Danzinger hat bislang gute Erfahrungen mit seinem neuen Auto gemacht. Allerdings musste er auch lernen, noch mehr Rücksicht auf ältere Leute zu nehmen.

Foto: uk



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