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Verärgerte Bad Pyrmonter bei der CDU-Bürgerversammlung

„Dann können wir auch gehen“

BAD PYRMONT. „Was sollen wir denn überhaupt noch hier“, ärgerten sich einige wie Hans-Georg von Bodecker, die an der Bürgerversammlung der CDU in der Mensa teilnahmen. „Wenn das Ganze schon entschieden ist, können wir auch gehen.“

veröffentlicht am 25.11.2018 um 17:26 Uhr
aktualisiert am 25.11.2018 um 18:30 Uhr

Maik Gödeke verweist auf Sachargumente. Foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Die Bürger hatten gerade von Baudezernent Matthäus Schmidt gehört, dass der Brandschutz-Bedarfsplan nur den Platz am Gondelteich als einzigen Standort für das neue Feuerwehr-Gerätehaus zulässt. Bürgermeister Klaus Blome erkläte, dass der Verwaltungsausschuss in seiner letzten Sitzung sich für diesen Standort ausgesprochen hat. Und die Teilnehmer wurden informiert, dass die Verwaltung mit der Planung weit fortgeschritten ist. Und so ärgerte sich auch Lutz Habenicht, dass es sich bei dieser Versammlung nur noch um eine „Proforma-Veranstaltung“ handle, wie er meinte.

Schmidt stellte dar, warum die Planung letztlich auf den Platz am Gondelteich hinauslaufe und hob die von den Planungsbüros herausgearbeiteten Alarmzeiten hervor. „Nur von diesem Standort aus sind alle Bereiche Bad Pyrmonts in den vorgegebenen acht Minuten zu erreichen.“ Stadtbrandmeister Maik Gödeke verdeutlichte, wie das gemeint sei. Alarm bekommen – zum Feuerwehrgerätehaus fahren – umziehen, mit den Einsatzwagen losfahren und zum Einsatzort kommen.

„Das muss in acht Minuten passieren.“ Und der Pyrmonter Ortsbrandmeister Michael Kuhn ergänzte, dass es sich bei den weit über 200 Einsätzen im Jahr auch unter anderem um Autounfälle handele, bei denen Personen schnellstmöglich aus ihren Wracks geschnitten werden müssen.

Bei der Versammlung der CDU gab es Fürsprecher wie die ehemalige Landtagsabgeordnete Ursula Körtner, die versicherte, voll hinter der Entscheidung für den Gondelteich zu stehen, und fragte: „Wie oft wurde schon der Untergang Bad Pyrmonts eingeläutet?“ Sie erinnerte an die Neuanlegung der Klosterallee, die der Gartenbaufachmann Joachim Garfs angeregt hat, und entschuldigte sich, dass sie einst gegen eine Klinik am Kurpark Unterschriften gesammelt habe: „Das war falsch.“ Nachdem sie, wie andere Fürsprecher aus der CDU, darauf hingewiesen hatte, dass die Feuerwehr in der Mitte der Gesellschaft zu verorten sei, meinte Habenicht, dass es sich bei solchen Aussagen nur um Totschlagargumente handle, die der Kritik am Standort nicht gerecht werden und auch den Kritiker unfair diskreditierten: „Was hat das denn mit unserer Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr und jedem einzelnen Kameraden zu tun, wenn wir den optimalen Standort für Bad Pyrmont suchen?“, fragte er und stellte dabei auch infrage, ob die vom Planungsbüro ermittelten Werte so in Beton gegossen seien. „Bei allen Zeiten handelt es sich um Einschätzungen.“ Gemeint sind die Zeiten, die die Mitglieder brauchen, um von ihrem jeweiligen Aufenthaltsort zum Feuerwehrgerätehaus zu gelangen. Blome winkte ab: „Wir können natürlich noch und noch ein Gutachten in Auftrag geben.“ Und der Stadtbrandmeister machte deutlich, dass das Planungsbüro mit allen Kameraden gesprochen habe und alle relevanten Maße in ihr Bewertungssystem eingeflossen seien.

Nicht wegzuwischen war der Aspekt, den der ehemalige Liegenschaftsverwalter des Staatsbads Dieter Lange (CDU) in die Diskussion einbrachte: „Sie müssen auch die klimatischen Bedingungen untersuchen, die ein Gebäude in einer Luftschneise verändert. Wenn das schädlich ist, kann Pyrmont schnell seine Anerkennung als Bad verlieren.“

Dirk Wöltje (CDU) vermisste Vertreter des Staatsbads bei der Diskussion. „Mit dem Goldenen Sonntag, der Landpartie, dem Kleinen Fest und weiteren Großveranstaltungen steht doch gerade das Staatsbad in der Verantwortung, besucherfreundliche Parkplätze anzubieten.“ Ebenfalls nicht vertreten waren der Einzelhandelsverband und die Werbegemeinschaft und der Dehoga.

Ist Ersatz für die wegfallenden Parkplätze in Sicht? Als Blome erklärte, mit den Eigentümern des ehemaligen Ostheims wegen eines Kaufs in Verbindung zu stehen. Außerdem meldete sich Reinhard Scholz und erklärte, ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück neben dem Gondelteichparkplatz veräußern zu wollen.



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