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Jugendliche in Belgiens Hauptstadt

Danach war Brüssels Metro tabu

BAD PYRMONT/BRÜSSEL. Als am Dienstag dieser Woche Belgiens Hauptstadt Brüssel nur ganz knapp einem schweren Terroranschlag entgangen ist, war auch eine Reisegruppe aus Bad Pyrmont in der Nähe des Geschehens. Für die 20 Schüler, die von drei Betreuern begleitet wurden, hatte das Folgen – wenn auch keine dramatischen.

veröffentlicht am 23.06.2017 um 14:58 Uhr
aktualisiert am 23.06.2017 um 16:50 Uhr

Pyrmonter Schüler auf dem „Grote Markt“, der einen Abend später kurzzeitig geräumt wurde. Foto: ti
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Ein kurzzeitig diskutierter Abbruch der Reise kam nicht in Frage, das Besuchsprogramm absolvierte die Gruppe schließlich so wie geplant. Allerdings wurde eine Sicherheitsvorkehrung getroffen.

Bekanntlich hatte am Dienstagabend ein Mann im Zentralbahnhof inmitten von Reisenden einen mit Nägeln und Gasflaschen gefüllten Koffer zur Explosion bringen wollen. Das misslang, und der Angreifer – offenbar ein Sympathisant der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) – wurde von einem patrouillierenden Soldaten erschossen. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich die Pyrmonter Reisegruppe in der Brüsseler Innenstadt auf. „Wir haben per Nachrichten auf unseren Handys davon erfahren aber selber nichts bemerkt“, berichtete am Freitag PN-Mitarbeiter Klaus Titze – einer der drei Begleiter – nach der Rückkehr der Gruppe aus Belgien am Donnerstagabend. Zu Fuß habe man sich nach dem verhinderten Anschlag in das nahe gelegene Hotel aufgemacht. Von Panik sei in der Stadt überhaupt nichts zu spüren gewesenm, versicherte er.

Speziell für die Jugendlichen, die im Vorjahr an dem von der EU geförderten Projekt „Kriegsgräber – mahnende Zeugen der Geschichte“ teilnahmen (wir berichteten), war die Reise als Anerkennung ihrer Beteiligung erdacht. Auf dem Programm stand darum auch ein Besuch des Europaparlaments. Natürlich sei die Gruppe zunächst verunsichert gewesen, so Titze. Doch da insbesondere das Europa-Viertel mit den zahlreichen Botschaften, Vertretungen und parlamentarischen Einrichtungen eines der am besten gesicherten Bereiche Brüssels sei, seien die anfänglichen Bedenken schnell verschwunden. „Zumal die Neugier auf neue Erfahrungen und Eindrücke mit dem Besuch dieses für Europa so wichtigen politischen Zentrums lockte.“

Natürlich meldeten sich recht schnell besorgte Eltern, wollten wissen, wie es ihren Kindern geht. Sie konnten beruhigt werden, zumal noch am Dienstagabend beschlossen wurde, die Metro in Brüssel nicht mehr zu benutzen, sondern nur noch mit dem eigenen Bus zu fahren. Grund: „In der Metro hat es in der Vergangenheit bekanntlich Anschläge gegeben“, so Titze. Von der Polizei- und Millitärpräsenz habe die Gruppe ohnehin nicht viel mitbekommen. Allerdings seien die Sicherheitsmaßnahmen nach Dienstagabend deutlich erhöht worden, zumal am Donnerstag in Brüssel ein EU-Gipfeltreffen stattfand.

Trotzdem hatten sich zwei Schüler – beziehungsweise ihre Eltern – dafür entschieden, den Besuch des Parlaments am Mittwoch ausfallen zu lassen und unter Aufsicht von Klaus Titze im Hotel zu bleiben. „Bei der Rückkehr war der verhinderte Terroranschlag kein Thema mehr“, berichtet der PN-Mitarbeiter. „Viel wichtiger waren die Gespräche mit Politikern und die Gelegenheit, ihnen Fragen zu stellen.“

Begleitet von der Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Bad Pyrmont, Marianne Weiland und Jens Luker, der das Kriegsgräberprojekt betreut hatte, konnten die Jugendlichen unter anderem eine Plenarsitzung mit Kommissionspräsident Jena-Claude Junker zur Flüchtlingssituation verfolgen, wurden in der Landesvertretung Niedersachsens empfangen, diskutierten mit Gert Jauernig vom Brüsseler Verband der Europa Union über ein zukünftiges Europa und begegneten dem EU-Abgeordneten Tiemo Wölken aus Osnabrück. Sie löcherten den Spezialisten für Umweltthemen mit Fragen zu seiner Tätigkeit und zu politischen Karrieren.



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