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Überzeugend in mehreren Rollen

Cyber-Mobbing: Theaterstück im Musikpavillon

BAD PYRMONT. Der Autor Karl Koch hat ein Stück über Cyber-Mobbing geschrieben und es mit Schauspielern des mobilen Berliner Jugendtheaters Radiks einstudiert. Im Musikpavillon des Humboldt-Gymnasiums fand das Stück „Fake – Oder war doch nur Spaß“ am Donnerstagmorgen ein aufmerksames Publikum von Schülern und Schülerinnen des achten Jahrgangs.

veröffentlicht am 01.03.2018 um 18:15 Uhr

Da war die Welt noch in Ordnung: Romana Schneider und Philipp Manuel Bodner als Liebespaar Lea und Andy. Foto: Hei
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Autor

Karin Heininger Reporterin
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Lea, 17 Jahre, ist eine Schülerin mit ganz normalen Träumen. Sie singt in einer Band, hat einen großen Freundeskreis und ist online viel unterwegs. Sie möchte Schauspielerin werden, macht ein Casting in einer Agentur – und setzt unbewusst etwas in Gang, was in einer Katastrophe endet. Ihre beste Freundin Nadine neidet ihr den Erfolg, andere Jugendliche steigen mit ein, und es beginnt ein schlimmes Cyber-Mobbing gegen Lea. Als sich dann auch noch ihr Freund Andy von ihr abwendet, möchte Lea nicht mehr leben.

Ein Fall, wie er sich heute überall und immer zutragen könnte und wie er tatsächlich auch passiert ist. Der Autor Karl Koch hat daraus ein Stück gemacht und es mit Schauspielern des mobilen Berliner Jugendtheaters Radiks einstudiert. Im Musikpavillon des Humboldt-Gymnasiums fand das Stück „Fake – Oder war doch nur Spaß“ am Donnerstagmorgen ein aufmerksames Publikum von Schülern und Schülerinnen des achten Jahrgangs.

Zwei Schauspieler stellen überzeugend in jeweils mehreren Rollen die Geschichte mitten aus dem Leben dar. Romana Schneider ist sowohl die arglose sympathische Lea, die ganz langsam immer tiefer und auswegloser in den Teufelskreis des Mobbings via Internet gerät, und sie ist auch, mit schwarzer Perücke etwas plakativ als die Böse gekennzeichnet, „Freundin“ Nadine, die in aller Selbstverständlichkeit ihr Opfer an den Internet-Pranger stellt.

Philipp Manuel Bodner agiert als cooler Andy und auch als Jo, der einzige echte Freund, als genervter Vater ebenso wie als um Verständnis bemühter Lehrer.

Bei der Diskussion nach der Aufführung zwischen dem Publikum und den Akteuren zeigte es sich, dass die Schüler und Schülerinnen von dem Stück offenbar beeindruckt waren. Auf die Frage der Schauspieler, ob sie die Handlung für echt oder ausgedacht hielten, plädierten fast alle für die Lösung „echt“ – was ja auch zutraf.

Und was hätte Lea anders machen können? „Zur Polizei gehen“, „nicht so naiv sein“, „auf Jo hören“ waren da die Antworten. Schließlich interessierten sich viele auch für die berufliche und private Situation der Schauspieler, gipfelnd in der Frage: „Seid ihr privat Freunde – oder so?“ Die Antwort war: „Wir sind befreundet, aber mehr nicht“.



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