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Corvett hat noch kein Geld für Abfindungen

Lügde (jhe). Noch bis zum 30. Juni sollen die letzten Aufträge beim insolventen Spitzenhersteller Corvett abgearbeitet werden, sagt der Jurist Dr. Henning Mordhorst vom Hamburger Insolvenzverwalter White & Case. „Über 20 Mitarbeiter“ würden derzeit „nach Bedarf“ in dem Betrieb eingesetzt, der Ende September 2008 Insolvenz anmeldete und sich in zwei Entlassungswellen von den meisten seiner 95 Mitarbeiter trennen musste.

veröffentlicht am 15.05.2009 um 14:36 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 06:21 Uhr

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 Die verbliebenen Beschäftigten sind laut Mordhorst „gut ausgelastet“, was allerdings nicht von einer großen Anzahl der Aufträge herrühre. Vielmehr sei der Umfang entscheidend. Denn einige Kunden „sind auf unsere Ware angewiesen und legen sich jetzt ein Polster an“, sagt der Jurist . Denn bekanntlich gibt es nur noch zwei Spitzen-Hersteller in Deutschland.


 Ende Juli will Mordhorst den grau verblendeten Flachbau-Komplex an der Siemensstraße besenrein hinterlassen. Bis dahin soll „alles, was vorhanden ist“, verkauft werden – unter anderem das Warenlager und Maschinen. Dafür gebe es schon eine Reihe von Interessenten. So ist Mordhorst auch optimistisch, dass die Mitarbeiter „am Ende des Tages ausgezahlt werden“. Denn im April meldete der Insolvenzverwalter für Corvett Masseunzulänglichkeit an. Ein „normaler Vorgang“, bei solchen Verfahren, erklärt Mordhorst. Denn momentan fehle Corvett die Liquidität, um alle Mitarbeiter zu bezahlen. Die seit April freigestellten Beschäftigten erhielten derzeit Arbeitslosengeld. Jene über 20 Mitarbeiter, die voraussichtlich noch bis Ende Juni die letzten Aufträge abarbeiten, erhalten laut Mordhorst weiterhin ihren Lohn.

 

Sind die Lagerbestände und Maschinen verkauft, „wird ein Kassensturz gemacht und dann kann man abschätzen, wie hoch die Abfindungen sein werden“, die nach einem Sozialplan aufgestellt worden seien, erklärt der Jurist.


 Und was ist aus den Mitarbeitern geworden? „Nur einer konnte wieder in seiner alten Firma anfangen“, sagt der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Michael Eichmann. Die anderen seien noch arbeitslos. Bei einem Durchschnittsalter von 46 seien die Mitarbeiter auch nicht mehr die jüngsten. Einen neuen Job zu bekommen, bewertet Eichmann als „vermutlich aussichtslos, wenn man sich die Lage der Betriebe in der Region anschaut“. Eichmann selbst ist auch seit April freigestellt. „Man muss sich erstmal daran gewöhnen, nicht mehr zur Firma zu gehen – nach 20 Jahren.“



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