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Programmtausch im Pyrmonter Sommer

Companie: „Der nackte Wahnsinn“ und ein neuer Hauptsponsor

BAD PYRMONT. Eigentlich standen für den Sommer 2018 schon alle Zeichen auf „Urlaubsreif“, eine neue Revue der Pyrmonter Theater Companie. „Aber diesen Urlaub müssen wir nun verschieben“, sagt Companie-Frontmann Jörg Schade. Macht aber nix. Das Ensemble hat nämlich schon einen vollwertigen Ersatz aufgetan.

veröffentlicht am 13.02.2018 um 21:37 Uhr

Dank der Sponsoring-Zusage der Pyrmonter Stadtwerke für die Jahre 2018 und 2019 kann Jörg Schade fürs Theater im Casino jetzt auch einen neuen Scheinwerfer anschaffen. Uwe Schrader (re.) und seine Kollegen aus dem Aufsichtsrat des lokalen Energievers
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Auf dem Spielplan des Pyrmonter Sommers steht jetzt „Der nackte Wahnsinn“ des britischen Autors Michael Frayn. „Das ist ein unglaublich witziges Stück“, sagt Schade. Deshalb gehe er auch nicht davon aus, dass viele Leute ihre bereits gekauften Karten zurückgäben. Denn, ganz wichtig: Die für die Revue erworbenen Tickets gelten auch für die neue Produktion.

Worum es in dem Stück-im-Stück-Stück geht, erklärt Schade so: „Im ersten Akt proben Schauspieler eine Komödie. Aber auch einen Tag vor der Premiere werden sie nicht fertig. Der zweite Akt zieht die Zuschauer dann mit ins Chaos hinter der Bühne, und im dritten Akt ist die Truppe nach 100 Vorstellungen zu sehen.“

In der für die Companie von Carl-Herbert Braun inszenierten Komödie dürfte das Publikum seinen Spaß haben an einem ausgesuchten Panoptikum der Figuren – „vom textresistenten Alten über die ewige Anfängerin bis zum überforderten Inspizienten“, zählt Jörg Schade auf und verspricht: „Da wird fast unsere komplette alte Crew zu sehen sein.“ Das sie im Sommer und der Probenzeit dafür alle Zeit haben, freut ihn besonders. Denn genau da lag das Problem, das die Companie zum Tausch des Repertoires veranlasst hat: „Alle Allround-Kolleginnen und -Kollegen, die spielen, singen und tanzen können, sind in dieser Saison längerfristig anderswo engagiert.“ Zwei Beispiele sind Thilo Prothmann und Judith Guntermann: Bei ihm gehen die TV-Drehtage vor, und sie ist aktuell ans Alte Schauspielhaus Stuttgart gebunden. „Wenn andere merken, wie gut jemand ist und er einen guten Lauf hat, dann muss er das auch durchziehen“, sagt Schade. „Das wollen natürlich niemandem verbauen.“

Auf die Schnelle andere Allrounder zu finden, wäre auch nicht gerade einfach gewesen. Und die Companie-Fans hätten dann nicht unbedingt ein eingespieltes Team zu sehen bekommen. Schade: „Deshalb spielen wir ,Urlaubsreif‘ einfach 2019.“ Da passe es dann auch für das Ensemble.

Was den Companie-Gründer freut: Für die aufwendige Kulisse des „Nackten Wahnsinns“ hat Bühnenbilder ULBO schon das komplette Konzept in der Tasche. „Er will das Stück schon lange machen. Gut auch: Die Truppe wird das zweietagige Konstrukt vor der Premiere im Lindenhof unterbringen können. „Denn in der Probenzeit würden wir es im großen Schlosshof vor den Public Viewings der Fußball-WM nicht immer auf- und abbauen können.“

Aufatmen kann das Ensemble aktuell auch in finanzieller Hinsicht: Mit den Pyrmonter Stadtwerken hat sich – neben dem mehr als 400 Mitglieder starken Förderverein – ein neuer Hauptsponsor gefunden. „Das ist für uns ein großer Segen“, sagt Jörg Schade. „So können wir auch in den nächsten Jahren professionelle Qualität bieten.“ 2017 musste die Companie ohne Großsponsor ausgekommen. Bis 2016 hatte die Volksbank für zwei Jahre die Lücke gefüllt, die zuvor der Abschied der Stadtsparkasse nach etwa zehn Jahren als Hauptsponsorin ins Budget gerissen hatte.

Die aktuelle gute Nachricht macht der Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Schrader beim Pressetermin am Dienstag gern mit bekannt: „Wir sehen uns als lokales Unternehmen in der Pflicht, die lokale Kultur zu unterstützen“, erklärt er den Antrieb des Energieversorgers, die Pyrmonter am guten Geschäftsergebnis teilhaben zu lassen.

Der Pyrmonter Theater Companie gelingt zwar, was nur wenige Ensembles schaffen: Sie spielt 70 Prozent ihrer Kosten wieder ein. Und doch werden Jörg Schade & Co., keine Not haben, die jährlich 12 000 Euro von den Stadtwerken auszugeben. „Etwa diese Summe kosten jedes Jahr die Übernachtungen unseres Ensembles.“ Denn dessen Mitglieder reisen zu den Proben aus der ganzen Republik nach Bad Pyrmont an. Hintenraus kommt also: lokale Wertschöpfung. Das Geld bleibt also in der Stadt.

Froh ist Jörg Schade zudem, dass die Stadtwerke nicht zur spezielle Companie-Projekte sponsern. Das bringe Stabilität und Kontinuität. „Mit der Zusage für zwei Jahre können wir auch mal einen neuen Scheinwerfer anschaffen.“



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