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Sensation im Gästebuch

Comedian Harmonists waren einst in Bad Pyrmont zu Gast

BAD PYRMONT. Die Sensation war damals perfekt, als am 10. August 1931 die Comedian Harmonists im Pyrmonter Musentempel, dem Konzerthaus, gastierten. Und dass sie alle, Harry Frommermann, Ari Leschnikow, Roman Cycowski, Erich Collin, Robert Biberti, Erwin Bootz und Walter Joseph dabei an Bord waren, bezeugt eine Seite im Gästebuch von Generalmusikdirektor Walter Stöver, wo sich das Ensemble launig unter der Überschrift „O Gott, die ganz unseriösen Comedian Harmonists“ verewigte.

veröffentlicht am 30.09.2018 um 17:09 Uhr

Dr. Peter Stöver zeigt das Gästebuch seines Vaters Walter Stöver mit den Unterschriften der Comedian Harmonists. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Zu jener Zeit war Walter Stöver bereits Leiter der Dresdener Philharmonie, die als Kurorchester in Bad Pyrmont wirkte. Dessen Sohn Dr. Peter Stöver hatte am Freitagabend dieses Gästebuch mit den Originalunterschriften der Gruppenmitglieder ins Steigenberger Hotel mitgebracht, als der Heimatbund dieses Stück Musikhistorie mit einer informativen Einführung der Vorsitzenden Adelheid Ebbinghaus einem zahlreichen Publikum vermittelte. Die Umstände um den damaligen Auftritt herausgefunden zu haben, ist eine kleine Sensation.

In einer Powerpoint-Präsentation markierte sie die Stationen der Comedian Harmonists von deren Beginn im Jahre 1928, als sie sich nach dem Vorbild der amerikanischen Vokalgruppe „The Revelers“ gründeten. Es folgten Jahre der Proben und der internationale Aufstieg der Comedian Harmonists erfolgte rasant, wurde aber in Deutschland wegen ihrer jüdischen Mitglieder totgeschwiegen. Ungeheuer schwere Partituren mit größter Leichtigkeit zu singen, hart und diszipliniert in den Proben zu arbeiten und dann die vielen von Harry Frommermann geschriebenen Arrangements witzig und mit Leichtigkeit auf die Bühne zu bringen, war das Markenzeichen der sechs Sänger. Der Niedergang kam von außen. Die Reichsmusikkammer erließ ein Auftrittsverbot für die jüdischen Mitglieder und es blieben nur noch drei übrig, die für einige Zeit, die A-cappella-Tradition mit neuen Mitgliedern fortsetzten. Man nannte sich nun fortan „Meistersextett“. Dieses trat sogar in einem Konzert am 8. Juni 1938 in Bad Pyrmont auf, allerdings ohne den vorher geführten Hinweis „früher Comedian Harmonists“. Spannend und mit Empathie erhielt das Kult-Ensemble im Steigenberger Hotel ein würdiges Forum, zu dem der zerfahrene und sicherlich auch von der Mikrofontechnik des Steigenberger Hotels getrübte Konzertteil des renommierten Pianisten Franns-Wilfrid von Prommnitz allerdings wenig beitragen konnte.



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