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Chefarzt wechselt nach Höxter

BAD PYRMONT. Das Pyrmonter Bathildiskrankenhaus verliert schon wieder einen Chefarzt. Frank Blömker, der seit mehr als zehn Jahren die Unfallchirurgie und Sportmedizin der zum Agaplesion-Konzern gehörenden Einrichtung leitet, hat gekündigt und wird neuer Chefarzt am Klinikum Weser-Egge im Kreis Höxter.

veröffentlicht am 28.11.2017 um 12:31 Uhr
aktualisiert am 28.11.2017 um 19:50 Uhr

Frank Blömker
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Stelle Blömkers soll nicht mehr als Chefarztstelle besetzt werden. Gesucht wird dafür ein leitender Oberarzt.

„Ich habe mir die Entscheidung nicht leichtgemacht“, bestätigte Blömker auf Anfrage dieser Zeitung seinen bevorstehenden Wechsel, der ganz persönliche Gründe habe. „Meine Frau und ich führen bisher ein Pendlerleben zwischen Ostfriesland und dem Weserbergland“, begründet er das. Nun seien seine beiden Kinder aus dem Haus und es gebe die Möglichkeit, dieses Pendlerleben zu beenden. „Und wer hat schon die Möglichkeit, im Alter von 53 Jahren noch einmal alles neu zu gestalten und aus den bisher gemachten Fehlern zu lernen“, betonte er.

Sein Arbeitsvertrag mit dem Bathildiskrankenhaus läuft noch bis zum 31. März. Ob er wirklich so lange bleibt, ist noch unklar. Die Nachricht von seinem bevorstehenden Abschied dürfte nicht nur von seinen Kollegen mit Bedauern aufgenommen werden. Auch unter den Patienten genießt Blömker einen ausgezeichneten Ruf. Und er kann etwas vorweisen: In den vergangenen zehn Jahren hat er in Bad Pyrmont sowohl ein regionales Traumazentrum im „TraumaNetzwerk Ostwestfalen-Lippe“ als auch gemeinsam mit der Pyrmonter m&i-Fachklinik ein Alterstraumazentrum aufgebaut. Beide Zentren sind von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert worden. Im regionalen Traumazentrum können Schwerverletzte versorgt und anschließend, falls notwendig, in ein überregionales Traumazentrum verlegt werden. Im Alterstraumazentrum werden ältere Patienten von einem interdisziplinären Behandlungsteam betreut. „Die Nachfrage ist enorm“, sagt Blömker. Zu den 5000 bis 6000 ambulanten Patienten jährlich kämen gut 3500 stationäre Patienten.

Der scheidende Chefarzt sieht es mit Sorge, dass die Unfallchirurgie nach seinem Weggang als Hauptabteilung aufgelöst und der Orthopädie angegliedert werden soll. Das Krankenhaus sucht nämlich keinen neuen Chefarzt, sondern „zur Erweiterung unseres Teams“ einen leitenden Oberarzt als Sektionsleiter für die „Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie“, die von Prof. Dr. Christoph von Schulze Pellengahr geführt werden soll.

Chefarztwechsel sind im Bathildiskrankenhaus keine Einzelfälle. Alleine in den drei zurückliegenden Jahren haben vier führende Mediziner aus unterschiedlichen Gründen ihre Arbeit in Bad Pyrmont beendet, zumindest einer ging im Streit, einer nach nur 14 Monaten. „Jeder Chefarztwechsel ist für einen Standort eine Katastrophe und kein neuer Trend, denn ein Chefarzt prägt das Gemeinwohl eines Krankenhauses “, sagt ein Insider. Frühere Ärzte des Bathildiskrankenhauses berichten von schwierigen Arbeitsbedingungen und Unzufriedenheit mit der Geschäftsleitung des Hauses.

„Wir bedauern den Weggang von Herrn Blömker sehr“, versicherte Krankenhausgeschäftsführer Alfred Karl Walter am Mittwoch und lobte seinen scheidenden Mitarbeiter mit den Worten: „Wir wissen um seine konzeptionellen Fähigkeiten.“ Walter betonte aber auch, dass er davon ausgehe, dass Blömker seinen Vertrag zum Wohle der Patienten bis zum Ende seines Arbeitsvertrages erfülle.

Die Zusammenlegung der Unfallchirurgie mit der Orthopädie sei ausschließlich eine Folge der Entscheidung des scheidenden Chefarztes und sei der vor einigen Jahre geänderten Weiterbildungsordnung mit der Zusammenlegung dieser beiden Fachgebiete geschuldet. Für die Fortführung der beiden Traumazentren habe das keinerlei Konsequenzen, versicherte Walter. Blömker ist bereits seit 2007 Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Auf den Wechsel relativ vieler Chefärzte angesprochen, reagierte er gelassen. „Es mag unterschiedliche Auffassungen über strategische Ausrichtungen einer Fachabteilung geben, aber entscheidend ist nicht, was ein Chefarzt will. Entscheidend ist, was Patienten wollen. Und da wir in den letzten 7 Jahren einen Zuwachs von 30 Prozent an stationären Patienten hatten, haben wir unser Angebot offenbar so zugeschnitten, dass es von der Bevölkerung auch angenommen wird.“

Information

Neuer Chef für BEthanien

BAD PYRMONT. Alexander Dettmann ist als neuer Geschäftsführer der „Agaplesion Bethanien Bad Pyrmont gGmbH“ bestellt worden. Das hat das Unternehmen am Dienstag mitgeteilt.

Als langjähriger Geschäftsführer der „Agaplesion Bethanien Diakon“-Einrichtungen in Berlin und Hamburg sowie Prokurist der Agaplesion gAG verfüge Dettmann über profunde Erfahrung, heißt es in der Mitteilung. Das Unternehmen betreibt in Bad Pyrmont das Altenheim Bethanien, einen ambulanten Pflegedienst und bietet betreutes Wohnen an. Dettmann löst in seiner neuen Funktion Alfred Karl Walter ab, der seit 1. Oktober die Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel leitet und noch solange für das Bathildiskrankenhaus als Geschäftsführer verantwortlich ist, bis für ihn hier ein Nachfolger gefunden worden ist. Laut Walter kann dieser Nachfolger in spätestens zwei Wochen vorgestellt werden.uk

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