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Wie sich Annett Louisan beim ausverkauften Pyrmonter Konzert in die Herzen ihrer Zuhörer singt

Chanson-Star erobert den Schlosshof um Nu

Bad Pyrmont. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn das alles nicht passiert wäre – mit oder ohne Prosecco. In Annett Louisans musikalische Auflistung der „Wäre-Wenns“ hätte das Pyrmonter Freiluftkonzert auf alle Fälle gut gepasst. Mit dem umjubelten Auftritt der deutschen Chanson-Pop-Sängerin erlebte das Staatsbad am Freitagabend einen der Konzerthöhepunkte des Jahres. Die nachfolgenden Künstler werden es schwer haben, die Konzertstimmungs-Messlatte noch überbieten zu können. Denn, olympisch gesprochen, liegt sie auf Rekordniveau.

veröffentlicht am 13.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Schon allein das Erscheinen der nur 1,52 Meter großen Sängerin auf der Bühne entlockt dem Publikum frenetischen Applaus. Und dann steht sie da, in ihrem hochgeschlossenen schwarzen Minikleid über blickdichten Strümpfen, und hypnotisiert die Fans mit dem vermeintlich unschuldigen Augenaufschlag der Kindfrau.

Das Publikum hat sie bereits von der ersten Minute an auf ihrer Seite. Ihre sonst mörderisch hohen Stöckelschuhe tauscht Louisan in Bad Pyrmont allerdings gegen elegante Pumps – wohl mit Rücksicht auf den Kies im Schlosshof. Denn den bereits obligatorischen Ausflug ins Publikum nach dem Motto „Ich komm dann mal zu Euch runter!“ will sie offenbar trotz erhöhter Stolpergefahr auf gar keinen Fall aus dem Programm streichen.

Einfach sympathisch und, lauscht man ihren Texten, mit hohem Wiedererkennungswert und wahnsinnig authentisch – so kommen die 35 Jahre alte Berlinerin und ihre Lieder beim Publikum rüber.

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„Irgendwann bin ich im Radio einfach so an einem ihrer Lieder hängengeblieben“, erzählt Stefanie Böhmer. Im ersten Moment sei sie entsetzt gewesen und habe gehofft, dass eine gehörige Portion Ironie mit in den Liedtext hineinspiele. Erst beim zweiten Hören des Titels „Ich will doch nur spielen“, mit dem die Sängerin mit der eigenwilligen Chanson-Stimme bekannt wurde, sei ihr der Hintergrund und Feinsinn des Textes richtig bewusst geworden, erklärt die Hannoveranerin und ist seit diesem Moment ein ganz großer Fan von Annett Louisan und ihrer nicht alltäglichen Stilrichtung.

Als ihr ihre Freundin Maren Schlehbusch aus Beverungen dann von dem Konzerttermin in Bad Pyrmont berichtete, war es für die Großstädterin eine Selbstverständlichkeit, für den Kulturgenuss in die Provinz zu reisen – natürlich in Begleitung ihrer Freundin.

Auch den Zwillingen Elke und Hella Lindemann aus Bad Oeynhausen hat es das Charisma der Sängerin angetan. Nichts hält sie mehr auf ihren Stühlen, als Annett Louisan das Publikum zum Mittanzen vor der Bühne auffordert. „Es macht nicht nur Spaß, ihrer zauberhaften Musik zuzuhören, sondern auch, ihr zuzuschauen und ihre unheimliche Bühnenpräsenz live zu erleben“, finden die beiden begeisterten Frauen, die sich darüber hinaus als absolut textsicher erweisen, als Annett Louisan das Mikrophon in Richtung Publikum hielt.

Obwohl die Sängerin unter einer „Pärchenallergie“ leidet, sind viele Paare im Publikum auszumachen. Unter ihnen auch Bernhard und Angela Hafemann. Die Grupenhagener haben sogar einen Platz in der zweiten Reihe gefunden. „Als um kurz nach 19 Uhr die Tore zum Schlosshof geöffnet wurden, war das Gedränge schon recht groß“, musste Angela Hafemann feststellen. Allerdings kann sie den Run auf die besten Plätze verstehen: „Annett Louisan ist ja nicht so groß, da möchten alle möglichst dicht an der Bühne sitzen und nicht ganz hinten, um sie auch gut sehen zu können“, so ihre nicht ganz ernst gemeinte Erklärung.

Die Bandbreite des Repertoires der Chansonnette ist einfach gigantisch: Mit „Torsten Schmidt“ rockt die Sängerin so richtig die Bühne, bei „Eve“ macht sie sich launisch über weichgespülte Geschlechtsgenossinnen lustig, „Papillon“ rührt das Publikum zu Tränen, und bei dem musikalisch an Edith Piafs „Padam“ erinnernden „Patamm“ wird das Publikum gleich zum Mitsingen animiert. Ihre Sympathie für Charles Aznavour bringt sie in der deutschen Fassung von „Spiel Zigeuner“ zum Ausdruck, brillant unterstützt von ihren fünf Musikern.

Mit einem „Danke für das schöne Konzert“ und vier Zugaben verabschiedet sich Annett Louisan vom Publikum, das sie längst von den Stühlen gerissen hat.

Kleine Frau mit großem Charisma: Annett Louisan zeigt sich bei ihrem Open-Air-Konzert im Pyrmonter Schlosshof bestens aufgelegt.

Fotos: sbr

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