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Aber wenige Zuhörer in Bad Pyrmont

Cello mit Charme, Witz und Augenzwinkern

BAD PYRMONT. Das mitreißende Konzert des Violoncello-Duos Grancelli lockte leider kaum 30 Zuhörer beim 39. Premiumkonzert der Arche-Kammermusik in den Kleinen Saal des Konzerthauses. Es hätte vielfach mehr verdient gehabt.

veröffentlicht am 16.04.2019 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 16.04.2019 um 20:00 Uhr

Virtuos: Moritz Klauk und Timothy Hopkins. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Moritz Klauk und Timothy Hopkins – brillante Musiker, die beide auf dem Violoncello wahre Meister sind – hatten zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach ein Programm zusammengestellt, das überzeugte. Es zeichnete die Entwicklung des Cellospiels seit dem Barock an Beispielen nach, die von Jean-Baptiste Barrière und Friedrich August Kummer (dem Jüngeren) über Auguste-Joseph Franchomme bis hin zu Niccolò Paganini reichten. Besonders prominent vertreten war natürlich Jacques Offenbach, der gebürtige Kölner, der „Paganini des Violoncellos“ genannt wurde und neben seinen Operetten als Cello-Virtuose berühmt war. Ein weiterer Beiname war „Mozart des Champs-Élysées“, komponierte er doch auch seine Cello-Stücke in Paris mit Charme, Witz und Augenzwinkern. Diese Intention brachten die Interpreten in Bad Pyrmont mit Verve über die Rampe. Ihre Freude am Repertoire und am Musizieren kam deutlich herüber und begeisterte das Publikum über das gesamte Konzert.

Augenzwinkernde Kommunikation zwischen den beiden Cellisten sorgte für die gleichfalls positive Reaktion unter den Zuhörern, sodass die mit launiger und kundiger Moderation vorgestellten Stücke auch punktgenau aufgenommen wurden. Der hüpfende Beginn mit Pizzicato-Effekten beim „Duett, op. 22 Nr. 1“ von Friedrich August Kummer und die gefällige „Sonate für zwei Celli G-Dur“ von Jean-Baptiste Barrière lieferten schon die Bandbreite. Denn da tauchten die kongenial violinenartigen Passagen auf, die in hohem Tempo eine ebenso hohe Virtuosität zeigten. Äußerst kurzweilig, mit Charme und Esprit, dann das „Duo pour 2 violoncelles“ von Offenbach direkt vor der Pause, in die die Zuhörer tonselig berauscht von der intensiven und voluminösen Interpretation gingen.

Überhaupt stellten die große Bandbreite des Instrumentes und die meisterhaften Wechsel zwischen Führung und der Begleitung einen besonderen Ohrenschmaus dar, legten doch beide Solisten sowohl eine ausgesprochen ausgefeilte Technik als auch eine intensive Spielfreude an den Tag. Für dieses Instrument, das sowohl zarteste Empfindungen als auch brachialste tonale Urgewalt bedienen kann, waren das bedächtige „Nocturne op. 15 Nr. 1 c-Moll“ von Auguste-Joseph Franchomme wie auch das „Grand Duo pour 2 violoncelles“ von Offenbach der genau richtige Ausstieg aus dem Konzert. Getoppt wurden diese Stücke noch von den „Variationen über ein Thema von Rossini“ von Niccolò Paganini. Danach konnten die beiden Künstler im brandenden Applaus baden.



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