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Professor schlägt Belastungsversuche vor

CDU will dritten Gutachter für die Brücke

Bad Pyrmont. Die CDU-Fraktion drängt darauf, Klarheit über den Zustand der Bad Freienwalder Brücke zu bekommen und hat einen dritten Gutachter ins Spiel gebracht. Prof. Dr.-Ing Marc Gutermann aus Bremen wird dem Bauausschuss in seiner Sitzung am 25. Februar sein Konzept der experimentellen Tragsicherheitsbewertung vorstellen. Das hat der Ausschuss mit den Stimmen von CDU und Bürgersinn/FDP am Dienstagabend entschieden. SPD und Grüne kritisierten den Schritt. „Das ist ja wie beim Monopoly“, meinte Uwe Schrader: „Gehe zurück auf Los!“

veröffentlicht am 05.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

Autor:

Hans-ulrich kilian
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Die CDU hatte über das Hamelner Ingenieurbüro Schinke, dessen Angebot aus dem Jahr 2010 für ein spezielles Sanierungsverfahren verschwunden ist (wir berichteten), Kontakt zu Gutermann bekommen. „Das ist der Papst des Rissmonitorings und der Belastungsmessungen“, machte Ursula Körtner (CDU) dessen Kompetenz deutlich. Gutermann will die Tragsicherheit der Brücke durch Belastungsversuche testen und klären, ob sie bis zur Sanierung zumindest für Fußgänger und Pkw befahrbar sein könnte. „Experimentelle Untersuchungen liefern meist wesentlich bessere Ergebnisse als Rechnungen, weil die Konstruktion Tragreserven hat, die nur durch Belastungsversuche erschlossen werden können“, zitierte Körtner aus einem Schreiben des Ingenieurs. „Wenn dabei herauskommt, dass sie nicht belastbar ist, dann sind wir sicher, wie es um die Brücke bestellt ist“, so die Politikerin, die betonte, das Vertrauen in die Planer der Stadt vom Büro Richter und „Löwe Plan“ verloren zu haben. „Sie haben mit der Sperrung den Lebensnerv der Stadt getroffen“, sagte sie und warf ihnen vor, nicht alle Möglichkeiten genutzt zu haben, das zu verhindern, zumal Löwe Plan sich 2011 bei Gutermann nach Belastungstest erkundigt habe.

Die blieben bei ihrer Auffassung, dass die Brücke einsturzgefährdet sei und alles andere, als eine Sperrung unverantwortbar sei. Das vom Büro Schinke vorgeschlagene Verfahren sei ungeeignet, weil es gar keine Fugen gebe, die saniert werden könnten. „Niemann kann sagen, auch Herr Gutermann nicht, wie lange die Brücke noch steht“, wandte Thorsten Löwe ein, der daran erinnerte, dass sich die Risse in dem Bauwerk von 0,3 auf über zwei Millimeter verbreitert hätte.n Die Risskontrolle per Gipsmarken sei ausreichend, andere Verfahren zudem teurer.

Das sieht auch Uwe Schrader so: „Die Gipsmarken haben gezeigt, dass die Brücke nicht standfest ist. Ich weiß nicht, was die Untersuchung von Herrn Gutermann bringen soll, zudem ja auch der Landkreis ganz aktuell ein Gutachten zur Standsicherheit veranlasst hat.“

950 Euro soll Gutermann für seinen Vortrag in zwei Wochen bekommen. Das ist aber nur der erste Schritt. Je nach gewünschter Lastfreigabe – ob für Fahrräder oder Pkw – kosten die Untersuchungen 15 000 beziehungsweise 23 000 Euro. Soll es auch um Lastwagen gehen, werden 35 000 Euro fällig.

Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD), die kaum in die Schusslinie Körtners geriet, nannte das Verhalten der CDU am Mittwoch populistisch und die Belastungsversuche unnötig. „Es soll um eine experimentelle Bewertung gehen. Ich will aber nicht, dass die Bad Freienwalder Brücke als Versuchskaninchen missbraucht wird.“



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