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Pläne für Pyrmonter Traditionshaus

Buntes Potpourri für das Gasthaus Langer Grund

BAD PYRMONT. Erlebnisgastronomie, Kinderbetreuung und Eventorganisation – das sind die drei Säulen für eines der Traditionsgasthäuser Bad Pyrmonts. Die erste planungsrechtliche Hürde für eine neue Nutzung des fast 100 Jahre alten Café Restaurants „Langer Grund“ haben die möglichen künftigen Betreiber jetzt genommen.

veröffentlicht am 25.01.2019 um 11:00 Uhr

Das Gasthaus Langer Grund in Bad Pyrmont wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Ludwig Schaper gegründet und nach und nach zu seiner heutigen Form ausgebaut. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Der Bau- und Umweltausschuss stimmte bei einer Gegenstimme ihrer Bauvoranfrage zu.

Den Antrag hat die Familie Burska gestellt, die nach Informationen dieser Zeitung aus Bodenwerder kommt. Aus Gründen des Datenschutzes wollte Baudezernent Matthäus Schmidt keine Details preisgeben. Schmidt berichtete, dass die Familie einen Businessplan für ihr Geschäftsmodell vorgelegt habe, das auf den drei schon erwähnten Säulen beruhe. Die Familie wolle ihren Gästen in naturnaher Umgebung „Entschleunigung“ vom Alltag unter dem Aspekt „von Familie zu Familie“ bieten, so der Baudezernent. Die Planung betrifft ein 27 000 Quadratmeter großes Grundstück am Waldrand nördlich der Kernstadt Bad Pyrmonts, dass die Familie laut Stadtverwaltung erwerben will. Das Gelände biete aus deren Sicht optimale Voraussetzungen für das Vorhaben und stelle die Grundlage für das gesamte Projekt dar.

Um die Ausflugs- und Erlebnis-Gastronomie zu erhalten, sollen die bestehenden Gebäude modernisiert werden. Das Bewirtungskonzept soll biologisch und ökologisch ausgerichtetes werden, die Erlebnisgastronomie auf Familien zugeschnitten und der Biergarten in den Abendstunden und an Wochenenden geöffnet werden. Geplant sei außerdem eine Betreuung von bis zu 15 Kindern für den ganzen Tag oder auch stundenweise im Sinn eines Waldkindergartens, berichtete der Baudezernent. Dafür biete das Grundstück am Waldrand aus Sicht der Familie gute Voraussetzung.

Die dritte Säule ist die „Eventorganisation“, wie es auf Neudeutsch heute heißt – also zeitlich begrenzte Feste, Treffen und Geselligkeiten. Dazu sollen im Fall des Langen Grunds jährlich wiederkehrende Sommercamps mit Festivalcharakter, kleinere Events wie Trommelworkshops, Grillabende, Yogaseminare und kulturelles Angebot für Jung und Alt gehören.

Ein „buntes Potpourri“ nannte Ausschussmitglied Katrin Drinkuth (CDU) die Angebotspalette, die es bislang nur auf dem Papier gibt. Schmidt betonte, dass es zunächst nur um das planungsrechtliche Einvernehmen gehe und noch nicht um weitere konkrete Schritte. Das Vorhaben befinde sich im Außenbereich und sei nach den Bestimmungen des Baugesetzbuches zulässig. Vertraglich soll mit den Antragstellern eine Übertragung der Verkehrssicherungspflicht für die Zuwegung und die Freistellung der Stadt von dieser Pflicht zu vereinbaren.

Nur ein Ausschussmitglied mochte seine Hand dafür aber nicht erheben. Der Ausschussvorsitzende Dirk Emme (CDU) äußerte „starke Bedenken“, ohne diese näher zu erläutern, und simmte gegen das „Einvernehmen der Gemeinde“ zu einer Nutzungsänderung. Vielleicht ist ihm das Potpourri etwas zu bunt und nicht miteinander verträglich.

Ob aus den Plänen Realität wird, ist noch völlig offen.

Information

Das Café Restaurant „Langer Grund“ gehört zu den ältesten Gasthäusern Bad Pyrmont. Gegründet wurde es nach dem Ersten Weltkrieg von Ludwig Schaper, der nach dem Ende seiner Dienstzeit als Soldat seine Abfindung für den Kauf das Grundstück verwendete. Er erbaute das erste kleine Häuschen und erwarb später das umliegende Land dazu. Zuerst bot Schaper in einer der damals populären Milchbuden Kurgästen Milchgetränke und Erfrischungen an. Die ersten größeren baulichen Umbauten entstanden bereits 1925.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sein Sohn, der Konditor Heinrich Schaper, die Gaststätte, wandelte die offenen Terrasse zu einem geschlossenen Gastraum und den vorigen Gastraum zur Küche um. Mit mehreren Forellenteichen unterhalb der Schellenbachquelle wurde das Angebot um die „Spezialität Forellen“ erweitert, die von den Gästen gerühmt wird.

Zurzeit betreibt der Enkel des Gründers, Michael Schaper, das Haus in dritter Generation . Er hat es weiterentwickelt und modernisiert. Verkaufen wolle er das Haus, für das es schon mehrere Interessenten gegeben habe, aus persönlichen Gründen, sagt er. Zurzeit ist das Gasthaus nur sonntags geöffnet. Quelle: schaper.org



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