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Beschicker würden gern länger machen – zumal die Hütten ohnehin bis 27.12. stehen

Budenzauber nächstes Jahr bis 30. Dezember?

BAD PYRMONT. Der Weihnachtsmarkt auf dem Brunnenplatz ist zwar eher klein und kommt ohne Kunsthandwerk aus. Der Geselligkeit schadet das aber nicht. Und die Zahl der Teilnehmer am offenen Singen schätzen die Macher auf rund 300. Noch viel schwieriger dürfte das Zählen am Sonntag beim „Abtrinken“ werden.

veröffentlicht am 21.12.2018 um 20:33 Uhr
aktualisiert am 27.12.2018 um 20:00 Uhr

Auf rund 300 schätzen die Organisatoren die Zahl der Teilnehmenden am zweiten offenen Singen auf dem Pyrmonter Weihnachtsmarkt. Der letzte große Ansturm wird zum Finale am Sonntag erwartet. Und wer weiß, ob 2019 nicht noch länger gefeiert werden kann

Autor:

Carlhermann Schmitt und Juliane Lehmann
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„Alle Jahre wieder.“ Das scheint ein Versprechen der Werbegemeinschaft unter dem Vorsitz Helmut Fahles zu sein, der gemeinsam mit Martina Tigges-Friedrichs rund 300 Besucher unter der Kuppel des Hylligen Borns anstiften konnte, gemeinsam mit den Sängern der Bad Pyrmonter Chorgemeinschaft und den Sängerinnen der „Singfonie“ Weihnachtslieder anzustimmen. Suzanne Varga gab am Elektropiano Takt und Melodie vor, und die Gemeinde schmetterte die Klassiker von „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ bis zu „Tochter Zion, freue dich“.

Die „Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski mischte sich zwar ins traditionelle Liedgut. Aber ein Cover von „Last Christmas“ blieb zumindest außen vor, so dass die Stimmung eine Stunde lang heiter blieb, so wie es im Lied heißt: „Fröhliche Weihnacht überall, tönet durch die Lüfte froher Schall“. Gut gelaunt stiegen die Besucher mit ein.

Fahle und Tigges-Friedrichs hatten auch Texte verteilt, so dass selbst bei der vierten Strophe eines Liedes niemand in Stocken kam. Und im Sinne von „Alle Jahre wieder“, gaben sich die beschwingten Sängerinnen und Sänger das Versprechen: „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.“

Nicht ausgeschlossen übrigens, dass der Pyrmonter Weihnachtsmarkt dann in die Verlängerung geht. Die Beschicker von fünf der sechs Stände sowie des Karussells wären jedenfalls sofort dabei. „Zwischen Weihnachten und Neujahr ist Bad Pyrmont doch voll, auch mit Kurgästen“, sagt „Maxe“-Hüttenchef Frank Möller. „Viele Leute wissen dann nicht, was sie machen sollen.“ Er erlebe es jedes Jahr: „Am 25. und 26. Dezember räumen wir unsere Hütte aus, und am 27. bauen wir sie ab. In diesen Tagen gehen so viele Menschen vorbei und sind enttäuscht, dass der Markt schon geschlossen ist.“

Was Bad Pyrmont von Hameln unterscheidet, wo bekanntlich ebenfalls über eine Verlängerung diskutiert wird: In der Kurstadt organisiert den Weihnachtsmarkt die örtliche Werbegemeinschaft (WG). Die müsste eine Genehmigung zwar im Rathaus beantragen. Und sie müsste sich auch mit dem Staatsbad als Vermieter des Brunnenplatzes über einen längeren Budenzauber verständigen. Zum Politikum würde das Thema in der Kurstadt aber kaum. Denn hier müsste kein Ratsvotum her.

„Wir haben das Thema auf die Agenda der ersten Vorstandssitzung im Januar gesetzt“, sagt Helmut Fahle, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. „Wir müssen dann einfach sehen, was machbar ist.“ Offen sei die Frage, ob ein Markt, der nach zwei Tagen Schließung am zweiten Weihnachtstag wieder öffne, tatsächlich noch Besucher anziehe. Der WG-Chef gesteht, dazu „noch keine richtige Meinung“ zu haben. Es gebe sowohl Gründe für eine Verlängerung, als auch welche dagegen. Ein solcher könnte zum Beispiel das Ruhebedürfnis der Anlieger sein. An dieser Stelle winkt „Maxe“-Chef Möller ab. „Die Anwohner sind so cool und nett – mit denen kommen wir bestens aus.“

Aber könnte das „Abtrinken“ am Sonntag nicht ein Stück seines Kult-Status‘ einbüßen, wenn danach noch gar nicht Schluss ist mit dem Markt? Davor ist keinem Beschicker bange. „Das würde nicht leiden“, sagt Thomas Key. „Es wäre schön, wenn wir im nächsten Jahr bis 30.12. öffnen könnten.“ Zumal die Hütten ja auch jetzt schon erst nach den Feiertagen demontiert würden. „Denn nach dem Abtrinken können wir in der Nacht nicht abbauen.“ Noch ein Grund mehr, sich dem Trend zur Marktverlängerung nicht zu verschließen. Und tatsächlich: Von Rostock bis München und von Gütersloh bis Schwerin, aber auch in Hildesheim, Goslar oder Bad Salzuflen ist erst am vorletzten Tag des Jahres Schluss auf den Weihnachtsmärkten.

Ein Besucher, der anonym bleiben will, fände eine Ausdehnung nach hinten „allemal viel logischer als Dominosteine im September“.

Familie Ahrend, die an ihrem Stand gebrannte Mandeln sowie unzählige andere Süßigkeiten anbietet und auch den Crêpes-Stand nebenan betreibt, wäre ohne Zögern länger dabei. „Wir sind dankbar für jeden Tag, weil wir im Januar und Februar gar kein Einkommen haben“, sagt Sabrina Ahrend.

„Super-Idee“, sagt auch Ramon Juvet, der in diesem Jahr die Schlüter-Hütte managt. „Hier machen so viele Leute Urlaub, viele Einheimische haben zwischen den Jahren frei und viele Studenten verbringen die Semesterferien zu Hause bei den Eltern – im Grunde muss man da verlängern.“

Für Giovanni Matarrese wäre ein über die Feiertage ausgedehnter Einsatz in Bad Pyrmont indes eine Umstellung. „Unsere ganze Familie fliegt am Montag nach Italien“, sagt er Juniorchef am Pizza-Stand. Allerdings: „Wenn der Markt länger dauert, machen wir auch länger.“ Zu entscheiden habe jedoch sein Vater.

„Jeder Tag zählt“, sagt derweil Karussell-Betreiber Andreas Brandt. „Klar würde ich länger bleiben.“ Für ihn ist schon heute Abend Schluss. Dann muss er Platz machen. Hinter seinem Häuschen steht schon ein zusätzlicher Bierwagen fürs Abtrinken.

Dabei gibt es in diesem Jahr übrigens eine angenehmes Service-Plus: Die Werbegemeinschaft hat bereits am Donnerstag eine zusätzliche Toilettenanlage installiert.



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