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Nur Panne beim taktilen Pflaster

Brunnenstraßen-Reparatur: OP gelungen – Patient lebt

BAD PYRMONT. Gute Nachrichten gibt es viel zu selten. Deshalb vorweg: Die Reparatur des Pflasters auf der tiefer liegenden Südseite der Brunnenstraße hat offensichtlich den erhofften Effekt gebracht:

veröffentlicht am 18.08.2017 um 23:04 Uhr

Als im Vorfeld der Pflasterreparatur in der Brunnenstraße die Flächen der Orientierungsfelder für Sehbehinderte und Blinde festgelegt wurden, hatte niemand die angestammte Außengastronomie des kleinen Chinarestaurants in der Altenaustraße auf dem Sch
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Selbst nach den beinahe sintflutartigen Regengüssen der vergangenen Wochen floss das Wasser wie erhofft in die Schlitze der neuen Betonrinne. Die riesigen Pfützen am Boden sind also Geschichte. Wie die Passanten und Einzelhändler, so können auch die Mitarbeiter im Bauamt aufatmen – zumal die Anlieger, bei aller Belastung samt zeitweiliger Umsatzeinbußen durch die Baustelle, kaum Anlass zur Klage hatten. Denn die Arbeiter der „Emmerthaler Tiefbau GmbH“ klotzten mächtig ran – und zeigten sich obendrein hilfsbereit: So beschaffte ein Tiefbauer einer Rolli-Fahrerin sogar das gewünschte Brot vom Bäcker, als sie den Laden in der heißen Bauphase über die Rampe nicht erreichte.

Michael Lex vom Planungsbüro Ludwig & Partner, der die bis auf ein paar Restarbeiten abgeschlossene Reparatur konzipiert hatte, fühlt sich nun ein bisschen wie ein erfolgreicher Chirurg. Der Auftrag sei ihm „wie eine Operation am offenen Herzen“ erschienen, erinnerte er kürzlich im Bauausschuss. „Jetzt bin ich froh, dass die OP gelungen ist.“

Vor allem wegen der Überraschungen im Boden und der notwendigen Folgearbeiten durch die Stadtwerke wurde die Fußgängerzone allerdings vier Wochen später fertig als geplant. Aber offenbar ohne große finanzielle Folgen für die Stadt. „Wir werden uns im Kostenrahmen bewegen“, schätzt Diplomingenieur Lex.

Zur Erinnerung: Den Auftragswert hatte Baudezernent Matthäus Schmidt im Februar auf knapp 330 000 Euro beziffert. Darin nicht enthalten ist allerdings die Verfugung des an einigen Stellen verlegten Kleinpflasters. In dessen Zwischenräumen liegt, gemäß Ausschreibung, bisher nur Schotter. Um den nicht herauszubürsten, muss die Kehrmaschine diese Bereiche laut Bauverwaltung nun ein halbes Jahr lang aussparen. Derzeit wird überlegt, die Fugen vollflächig zu vergießen.

An einer Stelle müssen die Pflasterer auf jeden Fall nochmal ran: den Übergang von der Brunnenstraße in die Altenaustraße. Hier hatten sie die taktilen Hubbelplatten zur Orientierung für sehbehinderte und blinde Fußgänger auftragsgemäß in die Wegmitte verlegt. Dass gleich dahinter ein Blumenkübel seinen angestammten Platz hat, aber vor allem das kleine Chinarestaurant hier überdies seit vielen Jahren Sommer für Sommer Tische und Stühle aufstellt, hatte im Frühjahr im Rathaus niemand auf dem Schirm (wir berichteten). „Ich würde die taktilen Elemente erst einmal wegnehmen“, schlug Hans-Joachim Böhnke aus dem Bauamt im Bauausschuss vor, als Janis Gross vom Integrationsrat das Thema anschnitt. „Wenn man in die Altenaustraße taktile Elemente einbringt, kann man das Feld mitmachen.“ In den nächsten Wochen werde sich die Gelegenheit bieten, auf die Wünsche des Behindertenbeirats einzugehen.

Abwegig erscheint indes die Überlegung, zur Korrektur der Planungspanne das Sondernutzungsrecht des Restaurants zu beschneiden. Damit würde die Stadtverwaltung nicht nur eine nette Ecke vernichten und den Betreiber in Existenzangst versetzen. Sie müsste auch mit solidarischem Protest in der Nachbarschaft rechnen.



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