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Das Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl erfüllten beim arche-Konzert alle Erwartungen des Publikums

Brüder zaubern Kaleidoskop vielfältigster Klangfarben

Bad Pyrmont. Das Klavierduo Hans-Peter und Volker Stenzl, zu dem die „arche- kammermusik“ Bad Pyrmont in den Kleinen Saal des Konzerthauses eingeladen hatte, erfüllte alle Erwartungen, die man an ein derart renommiertes Künstlerpaar stellt.

veröffentlicht am 29.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Winfried Kühne
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Denn mit dem Spiel zu vier Händen auf einer Tastatur ist es eine ganz besondere Sache. Zum einen muss jeder der beiden auf der Hälfte der Tasten sein künstlerisches Profil ausleben, zum anderen muss er in Übereinstimmung mit dem Partner so harmonieren, dass der Eindruck erweckt wird, es spiele nur einer. Unschwer zu erkennen: die Brüder Stenzl kommen aus derselben Schule. Ein Spiel aus lockeren, leichten Handgelenken, präzise im Anschlag, im pianissimo manchmal nur wie ein „Streicheln“. So zauberten sie auf dem frisch intonierten „Blüthner“ ein Kaleidoskop vielfältigster Klangfarben.

Claude Debussys „Petit Suite“ war an diesem schwülwarmen Sommerabend der richtige Einstieg, poetisch impressionistische Genrebilder, eine sanft dahin gleitende Barcarole, aber auch ein Ballett voll tänzerischer Energie. Franz Schuberts Fantasie f- Moll, ein Werk aus seinem letzten Lebensjahr, wirkte in ihren vorherrschend tragischen Momenten wie ein Rückblick auf sein Leben. Ein Klangteppich in düsterem Moll, dazwischen Lichtblicke in strahlendem Dur, ein Largo, so innig wie die Sehnsucht nach einer besseren Welt und eine Fuge wie ein letztes vergebliches Aufbäumen. Das schon erwähnte homogene Zusammenspiel wurde hier zur Perfektion gebracht.

Auf zwei Werke durfte man gespannt sein. Die Komponisten Martin Nottebohm und Johann Wilhelm Wilms sind unbekannt. Aber umso mehr kann Neugier beflügeln, vor allem, wenn vorher die notwendigen Informationen durch die beiden Künstler gegeben werden. Nottebohms Variationen über ein Thema von Johann Sebastian Bach – der Sarabande aus der 1. französischen Suite d- Moll – entpuppte sich als ein typisches Kind der romantischen Klaviermusik. Ein lebendiger Dialog zwischen beiden Spielern, man warf sich die Bälle zu, agierte und reagierte vollgriffig.

Die abschließende Sonate C- Dur op 31 von Wilms war aus dem Geist der Klassik geboren. Ein klavieristisches, spritziges Feuerwerk, die Künstler sich gegenseitig animierend, prickelnd wie Sekt! Und was gibt es Schöneres als die Brahms Tänze op 39, im Original zu vier Händen, von denen die ersten vier als Zugabe gespielt wurden? Und danach ein freches Schmankerl von Györgi Ligeti.

Die Brüder Stenzl – links Hans-Peter, recht Volker – kommen aus derselben Schule.

Foto: ein



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