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Falsche Tierliebe: Offenbar landen immer wieder Unmengen von verschimmelten Backwaren in der Schlossgraft

„Brot ist für Enten Fastfood“

BAD PYRMONT. Das Füttern von Enten und Schwänen ist ein Volkssport, der weder den Tieren noch den Gewässern, auf denen sie herumpaddeln, gut tut. Die Schlossgraft in Bad Pyrmont ist ein besonders beliebtes Ziel. Was sich dort in der vergangenen Woche ansammelte, ist erschreckend, aber offenbar kein Einzelfall.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 16:31 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 18:50 Uhr

Verschimmeltes Brot und Brötchen auf der Schlossgraft. Dieses Foto hat unser Leser Ulrich Müller geschossen.
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Immer wieder ist zu beobachten, dass Unmengen von verschimmeltem Brot und Brötchen auf der Graft treiben. Das hat mit Fütterung der Wildvögel nichts mehr zu tun“, beschreibt PN-Leser Ulrich Müller den Zustand. „Es sieht eklig aus und ist alles andere als gesund für die Tiere.“ Aber unabhängig davon gilt grundsätzlich: Wer den heimischen Wasservögeln etwas Gutes tun will, der wirft ihnen nicht sein altes Brot hinterher, denn das Entenfüttern hilft Enten nicht. Es ist ungesund und schädlich. „Brot enthält für Vögel zu viel Salz, zudem quillt es im Magen auf. „Brot ist für Enten eher Fastfood“, sagt Julian Heiermann, Referent für Umweltinformationen beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Außerdem fördere die Fütterung die massive Konzentration der Wasservögel an den „Fütterungsstellen“ und führen mit den Brotresten und den Exkrementen der Tiere zu einer Überdüngung des Gewässers.

„Eigentlich könnte oder sollte das jeder wissen“, meint auch Michael Mäkler vom Staatsbad Pyrmont, der den Kurpark leitet und auch die Schlossgraft im Blick hat. Für ihn ist das Füttern ein altes Problem. „Enten und Schwäne sind Wildvögel, die wissen alleine, wie sie sich helfen können“,meint er. Ohne das regelmäßige Füttern würden diese Vögel wahrscheinlich in andere Gebiete ausweichen wo sie Futter fänden, etwa in den Emmerauen, gibt Mäkler zu bedenken.

Erschreckt zeigte er sich über das Ausmaß der Brot- und Brötchenmengen, die vergangene Woche in der Schlossgraft landete. „Das ist wider jeder Vernunft.“

Und wie sieht es mit einem Fütterungsverbot aus? Das könnte laut Mäkler die Stadt mit einer entsprechenden Verordnung für die Schlossstraße sichern, um es auch durchsetzen zu können. Das Staatsbad überlege, ob bei der nächsten Überarbeitung der Parkordnung ein Tierfütterungsverbot aufgenommen wird.



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