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Laut Bedarfsplan fehlen im kommenden Kindergartenjahr 38 Plätze

Bringt Pestalozzi-Schule Entlastung?

Bad Pyrmont. Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, wie Sachstände oft von Politikern kommentiert werden, denn laut Kämmerer Eberhard Weber in der letzten Schulausschusssitzung ist ein Nutzungsvertrag für die Pestalozzi-Schule mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont als derzeitigem Eigentümer der Immobilie angestrebt. Auf jeden Fall, so sein Fachgebietsleiter für Schulen, Tobias Honka, könnten in der ehemaligen Pestalozzi-Schule für 75 Kinder Betreuungsplätze geschaffen werden. Allerdings seien die Kostenfrage und der zukünftige Träger noch offen.

veröffentlicht am 07.06.2016 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

von klaus titze
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Die von Honka dargestellten Zahlen aus dem Bedarfsplan des Landkreises zeigten auf, dass für Kinder über drei Jahre im kommenden Kindergartenjahr 38 Plätze fehlen, denn insgesamt würden 420 Plätze im Bereich Bad Pyrmont benötigt. Demnach müssten für zwei Gruppen Räume geschaffen werden. Ab 2018 erhöhe sich die Zahl auf fast 440, sodass dann im Vergleich zur jetzigen Situation eine Raumbeschaffung für drei Gruppen erforderlich werde. „Diesem Anspruch würden wir mit der Erweiterung in der ehemaligen Schule nachkommen können“, erläuterte Honka.

Die Stadt habe sich gegenüber dem Landkreis in einem 2015 abgeschlossenen Kooperationsvertrag dazu auch verpflichtet, damit ein bestehender Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz sichergestellt werden kann. Würde über die Berechnung des Bedarfsplanes hinaus Anspruch erhoben, könnten Eltern dies ja beim Landkreis einklagen, so der Fachgebietsleiter.

Im Bereich der Krippenbetreuung hingegen könne der voraussichtliche Bedarf von rund 120 Plätzen gedeckt werden. In der Bedarfsberechnung scheine der Landkreis davon auszugehen, dass ohnehin nur 30 Prozent der berechtigten Eltern einen Krippenplatz beanspruchen würden. Daher käme man wohl mit den im Bereich Bad Pyrmont aktuell angebotenen Plätzen aus.

Heike Beckord (SPD) monierte, dass zwar die Hortplätze ausreichend belegt seien, allerdings fehle eine notwendige Barrierefreiheit. „Es wäre gut, bei der Pestalozzischule auf barrierefreie Hortplätze zu achten“, forderte sie.

Zwischen den Ausschussmitgliedern entspann sich eine Diskussion darüber, inwieweit Flüchtlingskinder in der Bedarfserhebung des Landkreises berücksichtigt worden seien und ob die Pestalozzischule vorrangig dieser Gruppe zur Verfügung gestellt werden soll. Hier wurde man sich allerdings schnell einig. Es dürfe in keinem Fall eine reine Betreuungsstätte für Flüchtlingskinder werden. Es gäbe ausreichend Kinder einheimischer Eltern, die noch keinen Platz sicher hätten und Anmeldungen von Flüchtlingskindern lägen auch bei anderen Trägern vor.

Derzeit, so wurde auf Nachfrage aus der Verwaltung mitgeteilt, würde weiterhin von den Eltern erwartet, dass sie ihre Kinder selbst bei den Kindergärten anmelden. Bei den Flüchtlingsfamilien gehe man davon aus, dass begleitende Integrationslotsen oder Privatpersonen diese Information an die Familien weitergeben. Zudem werde jedem Neuzuzug eine Mappe zur Verfügung gestellt, in der dieser Hinweis ebenfalls enthalten sei. Eine Koordinierungsstelle, in der beispielsweise Bedarfe oder auch die Inanspruchnahme von Integrationsangeboten erfasst, ausgewertet und gesteuert werden, gebe es in Bad Pyrmont nicht. Eine Bedarfsplanung finde zwischen den Trägern in regelmäßigen Treffen statt.

Entscheidung ohne Beteiligung der Politik

Auf Verständnislosigkeit beziehungsweise Kritik ist eine Antwort von Bürgermeister Klaus Blome (parteilos) in der jüngsten Ratssitzung gestoßen. Lars Diedrichs (fraktionslos) hatte von ihm wissen wollen, warum sich die Verwaltung gegen eine von Andrea Dülm (SPD) vorgeschlagene kostenfreie Nutzung der Pestalozzischule für das Pyrmonter Netzwerk Flüchtlingshilfe entschieden habe (wir berichteten).

Von einer kostenfreien Nutzung sei nie die Rede gewesen, widersprach Blome. „Die Stadt Bad Pyrmont hätte die sogenannten Schönheitsreparaturen und nach dem Ende der Nutzung die Wiederherstellung beziehungsweise die Wiederherstellungskosten tragen sollen“, gab er Auskunft. Integrationsarbeit und die Arbeit zahlreicher ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sei unstreitig sehr wichtig und entscheidend mit für die Eingliederung von Schutzsuchenden, so der Bürgermeister, der den Ball an den Landkreis und Landrat Tjark Bartles (SPD) zurückspielte. „Zur Integrationsarbeit zählt auch, dass der Landkreis den jeweiligen Gruppen und Institutionen beziehungsweise dem Arbeitskreis Netzwerk Flüchtlingshilfe Bad Pyrmont die ihm gehörende Pestalozzischule auch ohne Zwischenschaltung der Stadt Bad Pyrmont hätte überlassen können.“

Dass die Stadt das so nicht gewollt habe, könne er nicht verstehen, kommentierte Diedrichs die Anwort des Bürgermeisters, und Sieglinde Patzig Bunzel (SPD) kritisierte: „Es ist eine Entscheidung gefällt worden, ohne die Politik zu fragen. Das ist nicht in Ordnung.“



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