weather-image
Nur noch 200 Personen zugelassen

Brandschutzmängel in der Sporthalle Südstraße

BAD PYRMONT. Die Sporthalle an der Südstraße hat erhebliche Brandschutzmängel. Alleine für die Sofortmaßnahmen veranschlagt die Stadt 110 000 Euro. Trotzdem wird die Zahl der Personen in der Halle auf 200 reduziert. Das hat Baudezernent Matthäus Schmidt mitgeteilt. Alleine die Tribüne zählt 404 Sitzplätze.

veröffentlicht am 22.11.2017 um 12:12 Uhr
aktualisiert am 22.11.2017 um 15:20 Uhr

Neben Schulsport gehört Handball zu den Sportarten, für die die Sporthalle an der Südstraße am meisten genutzt wird. Foto: Archiv/haje
Hans-Ulrich Kilian

Autor

Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Laut Schmidt, der zunächst nur von einer Vermutung, dann aber davon sprach, dass die Stadt „schon länger“ von den Mängeln wisse, wurde ein externer Gutachter beauftragt, der die Brandschutzmängel festgestellt habe. Auch wenn noch weitere Untersuchungen ausstünden, so sei doch schon jetzt absehbar, dass im kommenden Jahr Sofortmaßnahmen notwendig werden. Erste Arbeiten zur Sicherung des Brandschutzes seien bereits erledigt worden. „Wir bemühen uns darum, die Veranstaltungen dort auch weiter möglich zu machen“, betonte er und kündigte an, mit den Veranstaltern ins Gespräch kommen zu wollen. Die Halle wird von Schulen und Vereinen genutzt.

Um die Halle aber auch weiterhin als „Versammlungsstätte“ – und das ist sie nach den gesetzlichen Vorgaben – nutzen zu können, muss die Stadt in den kommenden Jahren noch mehr Geld investieren. Schmidt nannte auch auf Nachfrage aus dem Bauausschuss, den er am Montagabend informierte, keine Zahl, geht aber von „nicht unerheblichen Kosten“ aus.

Das wirft eine Frage auf: Ob nicht möglicherweise ein Neubau günstiger sei, wollten gleich mehrere Ausschussmitglieder wissen. „Das muss in Gänze betrachtet werden“, bestätigte Schmidt, dass man im Rathaus auch in dieser Richtung Überlegungen anstellen werde. „Aber so weit sind wir noch nicht.“

Dass die Sporthalle weitaus mehr als 200 Personen aufnehmen kann, ließ Schmidt unerwähnt und wurde danach auch vom Ausschuss nicht gefragt. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte er, dass die Zahl 200 aus der Niedersächsischen Versammlungsstättenverordnung resultiere. „Nach Paragraf 1 der Verordnung gelten Räume, die mehr als 200 Personen fassen, als Versammlungsstätte. Hier gelten dann die genannten verschärften Anforderungen. Bleibt man unter 200 Personen, sind die Anforderungen der Verordnung nicht zu erfüllen“, erklärte er.

Die bislang letzte große Veranstaltung in der Halle war die MTV-Turnschau am 12. November mit einer fast voll besetzten Zuschauertribüne. Wie ist das vereinbar mit dem Wissensstand der Bauverwaltung? „Das Gutachten und somit auch belastbare Erkenntnisse über bestehende Brandschutzmängel liegt uns erst seit Kurzem vor“, so Schmidts Antwort dazu. „Erst auf Grundlage des Gutachtens konnten Gespräche und Abstimmungen mit dem Landkreis als Brandschutzbehörde geführt beziehungsweise getroffen werden. Die Ergebnisse wurden nun gestern umgehend dem Bauausschuss vorgestellt.“

Für die Vereine, die die Halle nutzen, dürften die Einschränkungen erheblich sein. Der Zeitpunkt ist ungünstig, denn die Hallensaison hat längst begonnen. Zum Beispiel will Germania Hagen im kommenden Januar ein Hallenfußballturnier dort ausrichten. Realistisch sind zwischen 300 und 400 Zuschauer.

Die Frage nach einem Neubau im Ausschuss kam zwar mehr als ungelegen, denn leisten könnte sich die Stadt das nicht. Aber auch unter energetischen Aspekten ist das gut 45 Jahre alte Gebäude, das im Jahr seiner Erbauung als Vorzeigeprojekt galt, längst überfällig. Es hat eine ungedämmte Fassade, das Dach wurde vor einigen Jahren zwar energetisch saniert, allerdings nur unzureichend luftdicht an die Fassade angeschlossen. Die Heizungs- und Lüftungsanlage muss erneuert werden, und die Lüftungsanlage hat keine Wärmerückgewinnung. Das hat die Klimaschutzagentur Weserbergland vor zwei Jahren im Auftrag der Stadt ermittelt. Damals war von einem Investitionsbedarf in Höhe von insgesamt 4,8 Millionen Euro die Rede, die Hälfte davon laut Auskunft von Bürgermeister Klaus Blome für den Brandschutz.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare