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Erste Arbeitswoche des neuen Bürgermeisters geprägt vom Kennenlernen

Blome trennt sich von Blume

Bad Pyrmont. Er hat in den zurückliegenden sieben Tagen unzählige Hände geschüttelt, sich als Bürgermeister der Stadt Bad Pyrmont vorgestellt. Seit nunmehr einer Woche sitzt der parteilose Klaus Blome auf dem Chefsessel im Rathaus. Und eine Lösung für seinen Ficus, den der Jurist aus Platzgründen gern aus seinem Büro haben möchte, hat er auch schon gefunden: „Den möchte eine Pyrmonterin übernehmen.“

veröffentlicht am 08.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Herr Blome, Sie sind jetzt eine Woche im Amt des Bürgermeisters. Sind Sie bereits angekommen und wie fühlen Sie sich?

Ich bin bei der Stadt Bad Pyrmont sehr gut aufgenommen worden und erfahre die Unterstützung, die ich brauche. Man liest mir quasi die Wünsche von den Lippen ab. Kurz: Mit einem großen Wohlfühlfaktor angekommen.

Haben Sie schon erste Akzente oder zumindest Duftmarken gesetzt?

Dafür war die Zeit zu knapp. Die Woche war geprägt vom gegenseitigen Kennenlernen, insbesondere der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es war aber auch eine Woche, die von mir zugetragenen Informationen geprägt war. Das war eine ganze Menge. Und diese Menge musste ich erst einmal alles verarbeiten.

Gab es schon ein Highlight?

Das war ohne Frage die Eröffnung der Puppen-Ausstellung im Museum. Das war eine ganz tolle Veranstaltung, zu der ich total gerne gegangen bin. Ansonsten war für mich der Rundgang durchs Rathaus und das Kennenlernen der Mitarbeiter ein weiterer Höhepunkt.

Und was hat sich privat verändert?

Gegenüber meinem bisherigen Beruf eigentlich wenig, aber das ist sicher auch der Ferienzeit geschuldet, denn der Terminkalender war noch nicht so voll. Das sieht in der kommenden Woche aber schon anders aus und dann wird wohl auch die Familie zeitlich etwas zurückstecken müssen.

Jetzt haben Sie ja während des Wahlkampfes angekündigt, auch vor unliebsamen Entscheidungen nicht haltmachen zu wollen. Wann ist denn mit dem ersten Blome-Hammer zu rechnen?

Das zeitlich zu fixieren ist mir im Moment noch nicht möglich. Aber grundsätzlich, so denke ich, bin ich nicht nur für gute Entscheidungen gewählt worden, sondern auch für welche unliebsamer Natur, die jedoch notwendig sind. Das kann unterschiedliche Bereiche betreffen.

Und welche?

Meistens ist es das Thema Geld, wo gewichtige Entscheidungen zu treffen sind und das Portemonnaie der Bürgerinnen und Bürger betreffen können. Da mag es sicher in der Zukunft die eine oder andere Entscheidung geben.

Etwa auch eine Anhebung der Grund- und Gewerbesteuer wie in der Nachbarstadt Lügde geplant?

Diese Frage kann ich heute noch nicht beantworten, denn dazu fehlt mir bislang noch das Zahlenwerk. Letztendlich ist eine solche Entscheidung von vielen Faktoren abhängig, die wir auch gar nicht alle vor Ort beeinflussen können. Natürlich kann ich nichts ausschließen, aber ich will auch keine Ängste schüren, dass Preissteigerungen immenser Art drohen.

Sie sind am 25. Mai gewählt worden und haben Ihr Bürgermeisteramt am 1. November angetreten. Haben Sie in dieser Zeit nicht schon über die eine oder andere Veränderung nachgedacht?

Sicher habe ich über Veränderungen nachgedacht. Nur hat mich auch mein bisheriger Beruf bis zuletzt in Anspruch genommen. Ich bin am 31. Oktober um 18 Uhr aus der Kanzlei gegangen und habe dort quasi bis zur letzten Minute meine Arbeit versehen. Zwar habe ich versucht, mich bestmöglich auf die künftige Aufgabe vorzubereiten, hatte aber auch nicht so die Gelegenheit, weil ich nicht tief genug involviert war. Deshalb konnte ich nicht so in das neue Amt einsteigen, wie es beispielsweise der Kollege Claudio Griese in Hameln konnte.

Sie haben mehrfach betont, dass die Wiederbefahrbarkeit der Freienwalder Brücke absolute Priorität hat. Wie wird der Bürgermeister Blome das Thema angehen?

Diesbezüglich werde ich ein umfassendes Informationsgespräch mit den Planern in Anspruch nehmen. Und zwar sehr zeitnah. Dann gilt es für mich, die Sache ganz zügig voranzutreiben.

Können sie schon ein Zeitfenster nennen?

Nein, das kann ich nicht.

Gibt es denn schon Pläne für Umstrukturierungen im Rathaus?

Keine Pläne. So etwas ist, wenn überhaupt, ganz behutsam anzugehen. Ich will vor allem auch keine Unruhe in der Mitarbeiterschaft hervorrufen, das liegt mir ganz fern. Für mich ist es bisweilen eine gute Erfahrung, von den Mitarbeitern freundlich und wohlwollend aufgenommen worden zu sein.

Haben Sie bislang überhaupt eine Entscheidung getroffen, die die Handschrift Blome trägt?

Letztendlich habe ich mit jeder Unterschrift, die ich diese Woche geleistet habe, im laufenden Geschäftsgang eine Entscheidung getroffen. Zu einer Entscheidung sei aber noch angemerkt, dass sich wegen des Ficus Benjamini, den ich aus meinem Büro haben möchte und über den Sie ja bereits berichtet haben, nach dem Erscheinen des Artikels eine Pyrmonterin gemeldet hat, die die Pflanze in ihre Obhut nehmen würde. Und sie soll sie auch haben.

Interview Hans-Joachim Weiß

Hat den Ficus Benjamini eigenhändig aus seinem Büro getragen: Bürgermeister Klaus Blome.

HW



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