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Käufer des in Bad Pyrmont aufgefallenen Hundes bindet das Tier in Steinheim an einem Carport an

Bissigen Rottweiler ausgesetzt

Bad Pyrmont. Die Frau in Steinheim im Kreis Höxter dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als sie am vergangenen Freitag gegen 18.30 Uhr entdeckte, dass an ihrem Carport neben ihrem Wohnhaus ein junger Rottweiler angebunden war. Sie hätte sich vermutlich auch gefürchtet, hätte sie gewusst, dass der Rüde am Tag zuvor in Bad Pyrmont ein Kind in den Kopf gebissen und schwer verletzt hat. Mittlerweile geht es dem Jungen besser.

veröffentlicht am 17.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:21 Uhr

Autor:

von Hans-Ulrich Kilian
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Das Tier hat nur einen Tag nach der Attacke auf den Jungen eine Reise hinter sich gebracht, die es schließlich ins Tierheim Paderborn geführt hat. Fest steht, dass die Tierärzte des Landkreises Hameln-Pyrmont, die den Hund am Freitag in Augenschein nehmen wollten, vergebens nach Bad Pyrmont fuhren. „Der Eigentümer hatte das Tier mittlerweile an einen Mann aus Bielefeld verkauft“, berichtet Kreissprecher Thomas Hass am Montag auf Anfrage. Doch seinen Kauf dürfte der Mann, bei dem es sich nicht um den Kaufinteressenten handelt, der am Donnerstag dabei war, als der Junge gebissen wurde, bereut haben. Denn noch während der Heimfahrt biss der Rottweiler erneut zu. Mit dem Tier wollte der Bielefelder die Fahrt nicht fortsetzen. Er unterbracht in Steinheim die Fahrt und bereitete der jungen Frau die eingangs beschriebene Überraschung.

Die Frau benachrichtigte die Stadtverwaltung von Steinheim, die einen auf Hunde spezialisierten Mitarbeiter damit beauftragte, den Hund unterzubringen. Und der erinnerte sich daran, von der Beißattacke auf den Jungen in Bad Pyrmont gehört zu haben. Ein Anruf bei der Polizei in Bad Pyrmont bestätigte den Verdacht, mittlerweile sei das Tier eindeutig identifiziert, hieß es.

Ob der Käufer von dem Vorfall in Bad Pyrmont wusste, ist zweifelhaft. „Der Verkäufer dürfte es wohl verschwiegen haben“, vermutet man bei der Pyrmonter Polizei. Unabhängig davon hat er am eigenen Leib erfahren, dass der Rotweiler gefährlich ist und hat ihn trotzdem ausgesetzt. Er wurde wegen Tierquälerei angezeigt.

Die Stadt Steinheim hat den Hund mittlerweile im Tierheim Paderborn untergebracht, so wie sie es üblicherweise mit Fundhunden tut. Damit liegt die Zuständigkeit nun beim Veterinär des Kreises Paderborn. „Er ist ausbruchssicher untergebracht, und auch die Mitarbeiter des Tierheims wissen bescheid“, versichert der Paderborner Kreistierarzt Dr. Ralf Lank. „Ich werde nun in aller Ruhe mit allen beteiligten Behörden – auch mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont – besprechen, was mit dem Tier geschehen soll. Bei seiner Vorgeschichte wird er aber mit Sicherheit als gefährlich eingestuft werden.“

Für den Hund könnte die Geschichte schlecht ausgehen. In Bad Pyrmont war er bis zum letzten Donnerstag noch nicht aufgefallen. Jetzt hat er einen Eigentümer, der ihn nicht mehr haben will. Dass er eingeschläfert wird, halten Behördenvertreter für möglich.



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