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Doch grundsätzlich lehnen auch die anderen drei Pyrmonter Kirchengemeinden sie nicht ab

Bislang ist nur die Stadtkirche für die Fusion

Bad Pyrmont (uk). „Es dauert!“ seufzt Pastor Justus Conring, Vorsitzender des Kirchengemeindeverbandes Bad Pyrmont. Es ist auch kein leichter Weg, auf den sich die vier Pyrmonter Kirchengemeinden angesichts zurückgehender Gemeindegliederzahlen begeben haben. Spätestens 2015 müssen sie entschieden haben, ob sie sich zu einer fusionierten Kirchengemeinde zusammenschließen wollen oder ob es ausreicht, einzelne Aufgaben an den Verband abzugeben. Denn mit dem Ruhestand von Pastor Christian Müller in drei Jahren wird die Pfarrstelle der Stadtkirchengemeinde wegfallen. Das sieht der vom Kirchenkreistag beschlossene Stellenplan für die Jahre von 2013 bis 2016 vor.

veröffentlicht am 10.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 06:41 Uhr

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In Bad Pyrmont ist das schon länger bekannt. Als Mitte 2010 der damalige Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes im Gespräch mit den Pyrmonter Nachrichten öffentlich den Vorschlag machte, aus vier Gemeinden eine mit drei ganzen Pfarrstellen zu machen, da passierte – „erst einmal nichts“, wie sein Nachfolger Conring jetzt sagt. „Aber langsam werden die Bedenken und Befürchtungen deutlich. Und das ist wichtig, denn nur so können wir uns damit befassen.“

In den vier evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Bad Pyrmont (Stadtkirche), Holzhausen, Oesdorf und Neersen gibt es die Sorge, im Fall einer Fusion die Hoheit über die eigenen Finanzen zu verlieren und dass die kleinteilige Gemeindearbeit vor Ort, die letztlich das Gemeindeleben ausmacht, leiden könnte. Conring nennt es darum schon einen wichtigen Schritt, dass eine Fusion nicht grundsätzlich abgelehnt wird. Konkret gibt es aber bislang lediglich die Absichtserklärung, dass man in Zukunft stärker zusammenarbeiten will. „Nur der Vorstand der Stadtkirchengemeinde hat bislang erklärt, mit einer Gemeinde für ganz Bad Pyrmont einverstanden zu sein. Den anderen Gemeinden geht das noch ein bisschen zu schnell“, berichtet Conring, der als Pastor zur Holzhäuser Johannesgemeinde gehört. Die Kirchenvorstände haben einen Prüfauftrag erteilt. So geht es zum Beispiel um die Frage, ob der Kirchengemeindeverband die einzelnen Gemeinden als Anstellungsträger für Personal ablösen könnte. „Wir müssen klären, ob das Vorteile hat, die sich lohnen“, so Conring. Unabhängig davon gibt es eine erste Entscheidung. Ab 1. April werden die Gemeindebüros im Oesdorfer Pfarrhaus in der Schellenstraße zusammengelegt. Damit sparen die Gemeinden Kosten für die Büroausstattung und die Telefon- und Internetanschlüsse. Nachgedacht wird auch über ein gemeinsames Küsterteam.

Kosten verursachen aber auch die Immobilien. Den Verkauf von Gemeinde- und Pfarrhäusern hatte Wittchen vor zwei Jahren angekündigt. Hintergrund: Die Landeskirche fährt ihre Zuweisung zur Immobilienunterhaltung zurück, die Gemeinden müssen selber sehen, wie sie die fehlenden Zuschüsse ausgleichen. „Die Zuweisung wird sich nur noch nach der Größe einer Gemeinde richten und nicht nach dem, was sie an Gebäuden hat“, erläutert Conring. Davon ausgenommen sind die Kirchen selber.

Jährlich verliert der Kirchengemeindeverband Bad Pyrmont 1,5 Prozent seiner Gemeindeglieder. 11219 waren es noch im Jahr 2000, aktuell sind es noch 9511, und im Jahr 2020 werden es noch 8146 sein – berechnet auf der gegenwärtigen Grundlage. Allerdings geht man beim Kirchenkreis davon aus, dass der Rückgang in den kommenden Jahren auf einem noch höheren Niveau liegen wird. Die Stadtkirche hat in den letzten fünf Jahren mit einem Rückgang von 9,2 Prozent den größten Verlust verzeichnet, Oesdorf mit 3,6 Prozent den geringsten.

Ein eigenes Thema ist die Kirchenmusik. Die Stadtkirche hat die Ende März frei werdende Kantorstelle erneut ausgeschrieben, in Oesdorf – bislang noch ein Schwerpunkt für Kirchenmusik in Bad Pyrmont – lässt der Kirchenkreis Ende dieses Jahres die Gemeinde mit der Finanzierung alleine. Der Kirchengemeindeverband werde kaum in der Lage sein, hier einzuspringen, meint Conring, der nicht ausschließen mag, dass auf lange Sicht nur noch ehrenamtliche Chorleiter oder Kirchenmusiker zum Einsatz kommen. Aber noch ist es nicht so weit, denn nicht zuletzt die Chöre, die es in allen Gemeinden gibt, sind wichtig für das Gemeindeleben.

Unabhängig von diesen Überlegungen werden in allen Gemeinden am 18. März neue Kirchenvorstände gewählt. Auch hier wirkt sich die Entwicklung aus. Noch ist es kein Problem, die geforderte Mindestanzahl von vier Mitgliedern je Vorstand (plus Pastor) zusammenzubekommen, wohl aber die Zahl der Kandidaten, denn die muss eineinhalbmal so hoch sein wie die der zu wählenden Mitglieder. Der Kirchenvorstand von Holzhausen zum Beispiel zählt zurzeit acht Mitglieder, macht also zwölf Bewerber.

Die vier Kirchen sind nur ein Teil der Kirchengemeinden (im Uhrzeigersinn von oben links): die Christuskirche der Stadtkirchengemeinde, die St.-Petri-Kirche in Oesdorf, die St.-Johannes-Kirche in Holzhausen und die Paulus-Kirche in Neersen. Fotos: PN-Archiv



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