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Chef des Pyrmonter Energieversorgers reagiert verhalten auf Initiative der Jungen Union

Billiger baden für Stadtwerke-Kunden?

BAD PYRMONT. Dauerhafte Rabatte für Stadtwerke-Kunden im Alter bis zu 35 Jahren in der „Pyrmonter Welle“ – diese Idee will Bad Pyrmonts „Junge Union“ (JU) in der örtlichen Politik anbringen. Ihren Antrag hat die Nachwuchsorganisation der Christdemokraten an CDU-Stadtverbandschef Dirk Wöltje geschickt.

veröffentlicht am 19.08.2018 um 16:55 Uhr

Dauerhaft ins Freibad für die Hälfte? Das wünscht sich Bad Pyrmonts Junge Union für bis zu 35 Jahre alte Gas- und Stromkunden der Pyrmonter Stadtwerke, deren Unternehmenstocher „Beteiligungs & Bäder GmbH“ die „Pyrmonter Welle“ betreibt. Foto: Archiv/
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Zu ihrer Idee inspirieren ließen sich die Jungpolitiker von der aktuellen „Summer-Special“-Rabattaktion in der Welle. Die hat die „Stadtwerke Bad Pyrmont Beteiligungs & Bäder GmbH“ als Betreiberin in diesem Sommer gestartet: Zum 85-jährigen Bestehen der Badeanstalt zahlen alle Besucher in der Open-air-Saison 2018 bekanntlich nur 50 Prozent der sonst üblichen Eintrittspreise. Das und der Hitzesommer haben den Besucherzahlen einen Schub gegeben.

Doch das reicht der Jungen Union nicht. Sie will den Rabatt dauerhaft installieren. Allerdings nur für bis zu 35 Jahre alte Stadtwerke-Kunden, die beim örtlichen Energieversorger Strom und/oder Gas beziehen. Sie sollen mittels Bonuskarte für die Hälfte schwimmen oder platschen dürfen.

In ihrer Argumentation knüpft die JU an zurückgehende Besucherzahlen vergangener Jahre an. Die Idee hinter der Initiative: Da die von den 2016 gezählten 124 000 Badegästen gezahlten Eintrittsgelder die Betriebskosten längst nicht deckten und das Bad mit der Stadt als Gesellschafterin eine öffentliche Einrichtung ist, sollte nach Auffassung der Autoren „zumindest ein möglichst großer Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger durch das Erlebnisbad angestrebt werden“, wie es im Antrag heißt.

Durch eine dauerhafte Rabattaktion sehen die Jungpolitiker obendrein „Anreize, zusätzliche Bürgerinnen und Bürger als Kunden der Stadtwerke Bad Pyrmont zu gewinnen und so auch die Position der Stadt Pyrmont als Gesellschafter zu stärken“.

Stadtwerke-Geschäftsführer Uwe Benkendorff, der von der JU-Initiative via Facebook erfuhr, nennt sie zwar eine „gute Idee“. Die Umsetzung sei allerdings nicht einfach. Der Teufel stecke im Detail. „Soll nur unser Kunde oder unsere Kundin Rabatt bekommen oder gleich die ganze Familie?“, ist nur eine von vielen Fragen, die die Idee bei ihm aufwirft.

An heißen Tagen sieht Benkendorff das erste Problem schon an der Kasse. „Das gibt lange Schlangen.“ Denn die Mitarbeiter müssten bei jedem Gast prüfen, ob er Stadtwerke-Kunde sei. Ein weiteres Problem sei der Datenschutz. „Jeder Kunde müsste uns erlauben, seine Daten aus dem Energie-Liefervertrag nutzen zu dürfen.“ Ein solches Prozedere widerspreche außerdem seiner Devise, die einzelnen Geschäftsfelder der Stadtwerke sauber zu trennen.

Zudem fürchtet Benkendorff, dass die Beschränkung auf die Stadtwerke-Kundschaft und dazu noch die Altersgrenze als diskriminierend empfunden werden könnten.

Und dann sind da noch der Arbeitsaufwand und die Mindereinnahmen, die die Dauerrabatte mit sich brächten. „Pro Kunde, der einmal pro Woche kommt, hätten wir 1200 Euro weniger im Jahr“, überschlägt er. „Da sprechen wir schnell über Summen, bei denen man zurückhaltender wird.“

Insgesamt sieht Uwe Benkendorff „große Hemmnisse, das sauber professionell umzusetzen, so dass das Defizit erträglich bleibt“. Aber er verspricht: „Wir werden das Thema intensiv diskutieren.“



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