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Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren

Bewegender Moment

BAD PYRMONT. Als Ute Michel von den steinernen Treppenstufen des Rathauses aus einem Text über die Schrecken dieses grausamen Gemetzels las, war es hörbar nicht nur für sie schwierig auszuhalten. Auch in den Gesichtern der zu einem kurzen Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges rund 30 Versammelten spiegelte sich deren Betroffenheit wider.

veröffentlicht am 13.11.2018 um 17:55 Uhr

Teilnehmer gedenken dem Schrecken des Ersten Weltkrieges unter der Kuppel der Wandelhalle. foto: ti
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Autor

Klaus Titze Reporter
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In dieser Textstelle beschreibt der englische Soldat und Dichter eindringlich, wie er durch das verschmierte Glas seiner Gasmaske das Leiden und Sterben eines Kameraden beobachtet, der durch den Gasangriff nicht den letzten Atemzug aushaucht, sondern sein endendes Leben geradezu herauswürgt.

Erinnerungen an die
Ereignisse wachhalten
Desgleichen erschütternd vertieft ein Buchauszug von Erich Maria Remarque, der seine Eindrücke der zerrissenen Leiber und Gesichter in einem Lazarett wiedergibt oder das Elend in einem Gefangenenlager beschreibt. Hiernach macht sich die Gruppe, mit brennenden Lichtern ausgestattet, auf den rund 100 Meter langen Weg zur Kuppel der Wandelhalle, um so symbolisch auf die vergangenen 100 Jahre des Weltkriegsendes hinzuweisen.

Dort trugen Ute Michel und Leonie Glahn-Ejikeme weitere Texte vor, die sich mit Krieg und Frieden auseinandersetzten, darunter den schriftstellerischen Appell von Wolfgang Borchert: „Wenn man dir morgen befiehlt, du sollst … Dann gibt es nur eins – sag nein!“ Mit dem von Jule Vogt solo gesungenen Lied „Schön ist es, wenn unter den Menschen Liebe und Frieden wohnen“ endete ein wahrlich unter die Haut gehendes Gedenken an ein traumatischen Geschehen, in dem mehr als 17 Millionen Menschen ihr Leben verloren, Verletzungen und Verstümmelungen Unzählige leiden ließen und Europa beinahe ausgelöscht wurde.

Auch wenn es nicht sehr viele waren, die sich zu dem Gedenken eingefunden hatten, so war unter anderem eine Bemerkung aus dem Kreis der Teilnehmer, dass es überhaupt wichtig sei, Stellung zu beziehen, Erinnerung an derart schreckliche Ereignisse wach zu halten und kriegstreiberischen oder nationalistischen Tendenzen gegenzusprechen.



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