weather-image
33°
Knatsch zwischen CDU und Rathaus?

Beschluss über Baarsens Schule fast von Wöltje verhindert

BAD PYRMONT. Dass die Stadt die Lichter in ihrer kleinsten Grundschule im Bergortsteil Baarsen nicht ausgehen lassen will, ist eigentlich klar. In das Gebäude soll investiert werden. Und doch gab es auf den letzten Metern noch einmal richtig Knatsch im Schulausschuss.

veröffentlicht am 13.06.2017 um 21:38 Uhr

Zwei größere und zwei kleinere Unterrichtsräume sowie getrennte Damen- und Herrentoiletten und ein barrierefreies WC – das sieht nun der Raumplan für Baarsens Schule vor. Dabei hätte Dirk Wöltje (CDU) den Beschluss darüber im Schulausschuss fast plat
Avatar2

Autor

Klaus Titze Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ein Beleg für die Absicht, die Schule zukunftssicher aufzustellen: Bad Pyrmonts Rat wird den inklusiven Ausbau der Schule morgen höchstwahrscheinlich ein Stück weiter auf den Weg bringen, indem im 2017er-Nachtragshaushalt 120 000 Euro dafür gebucht werden, per „Verpflichtungsermächtigung“.

Um ein Haar hätte Dirk Wöltje (CDU) die seit Jahren überfällige Umgestaltung jedoch am Montag im Schulausschuss verzögert. Der Beschluss über das Raumprogramm für die Grundschule stand zeitweilig auf der Kippe.

Der Grund: Was Schul-Fachgebietsleiter Tobias Honka aus dem Rathaus nach einer Besprechung zwischen Schulleiter, Kollegium und Elternvertreter vom 1. Juni als aktuellen Stand und Beschlussvorschlag der Verwaltung zum Raumplan und zur Schulentwicklung vortrug, zog Dirk Wöltjes Empörung auf sich. Der CDU-Politiker und Ortsvorsteher von Großenberg drohte nicht nur damit, dem Beschlussvorschlag seine Zustimmung zu versagen. Er drohte sogar damit, dienstrechtliche Maßnahmen gegen Honka einzuleiten. Das wolle er in der noch am Abend anstehenden CDU-Fraktionssitzung beantragen.

Wöltje begründete seinen Zorn damit, dass sich zuvor besprochene Punkte im Beschlussvorschlag nicht wiederfänden. „Wir von der CDU hatten den Erhalt von vier Klassenräumen gefordert. Das findet sich in der heutigen Vorlage nicht wieder“, monierte er. Dafür stünden in dem Papier konkrete Vorgaben für den Architekten – obwohl mit den Ortsvorstehern genau das Gegenteil verabredet gewesen sei. Nämlich: keine Vorgaben zu machen, etwa zum Verbleib des Lehrerzimmers im Erdgeschoss. Weil so etwas nicht das erste Mal passiert sei, deutete er das als fehlende Verlässlichkeit und sah darin keinerlei vertrauenförderndes Verhalten. „Wir fordern eine Nacharbeitung der zweiten Ergänzung. So stimmen wir dieser Vorlage nicht zu“, ließ Wöltje wissen.

Ute Michel (Grüne) lenkte den Blick dann wieder auf die Zukunftsfähigkeit der Baarsener Schule und appellierte: „Wir sollten nicht nur schauen, was aktuell umsetzbar und gewünscht ist, sondern was über die nächsten vier Jahre hinaus die Schule auch in den Ansprüchen einer Inklusion zukunftsfähig macht.“

Die Ausschussvorsitzende Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD) sah das genauso. Außerdem fand sie: „Wir machen uns lächerlich, wenn wir heute wieder nicht zu einem Beschluss über den Raumplan kommen.“

Mit ihrem Kompromissvorschlag holte sie schließlich die Kuh vom Eis – und die Schulpolitiker votierten letztlich einstimmig dafür, die Anzahl der Klassenräume und der Schüler-Toiletten zu erhalten und den Hinweis auf den Verbleib des Lehrerzimmers im Erdgeschoss zu streichen.

Der aktuelle Plan: Nun sollen zwei größere Unterrichtsräume sowie ein 15 und ein 30 Quadratmeter großer Gruppenraum eingerichtet werden. Zudem sollen je ein WC getrennt für Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen sowie eine barrierefreie Toilette zur Verfügung stehen.

Wenn der Auftrag an den Architekten raus ist, soll eine Arbeitsgruppe intensiv mit den Planern zusammenarbeiten. „Das wird zu ebenso guten Ergebnissen führen, wie wir es bei anderen Bauvorhaben bereits vorweisen können“, gab sich die Ausschussvorsitzende optimistisch.

Nach der Sitzung zeigte sich Patzig-Bunzel im Gespräch mit dieser Zeitung verwundert über Wöltjes Verhalten. Ihrer Auffassung nach wären Unstimmigkeiten in einem Telefonat zwischen Wöltje und Honka sicherlich auszuräumen gewesen. Sie finde „diese Art der Maßregelung im Ausschuss unmöglich und deplatziert“ – auch mit Blick auf das nach einer an sich simplen Änderung zustande gekommene einstimmige Abstimmungsergebnis.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Udo Nacke, bestätigte am Telefon, dass sein Parteikollege aus Großenberg in der Fraktionssitzung den von ihm beabsichtigten Antrag vorgetragen habe. In der Fraktion sei man allerdings nach eingehender Diskussion zu dem Ergebnis gekommen, keinen solchen Antrag zu stellen. Dafür habe man dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Wöltje das Votum erteilt, gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem betroffenen Fachgebietsleiter ein Gespräch zu führen. „Ansonsten verbleibt es in der Entscheidung des Bürgermeisters, ob und wenn welche personalrechtlichen Entscheidungen zu treffen sind“, so Nacke.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare