weather-image
26°
Ein sommerlich-sonniges Programm

Béla Hartmann brilliert auf der Kurtheater-Bühne

BAD PYRMONT. Wenn ein derart ausgezeichneter Pianist wie Béla Hartmann mit einer angenehm dem Publikum zugewandten Ausstrahlung und ein nach seinen Worten „sehr sonniges“ Programm zusammenkommen, spielt auch die für ein Klavierkonzert nicht sehr gute Akustik des Kurtheaters keine besondere Rolle mehr. Ausnahmsweise war das Konzert dorthin ausquartiert worden, doch tat das dem guten Besuch keinen Abbruch.

veröffentlicht am 07.05.2018 um 18:34 Uhr

Béla Hartmann im Kurtheater. Foto: ar
IMG-20161016-WA0000

Autor

Rudi Rudolph Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Und der in Stuttgart geborene 47-Jährige brillierte mit einem wunderbar leichten Anschlag, der dem „Rondo a-Moll“ K 511 von Wolfgang Amadeus Mozart guttat. Es zählt zu den bedeutendsten Einzelstücken des Komponisten und fällt durch seine eher düstere Klangsprache auf. Einen eher fröhlichen und sonnigen Charakter wies dagegen die „Klaviersonate (posth.) A-Dur op. 120“ von Franz Schubert auf, die im Sommer 1819 entstand, als Schubert sich in Österreich auf dem Lande aufhielt, sich in Josephine von Koller aus Steyr verliebte und ihr das Werk widmete. Man merkt diese Stimmung der „kleinen“ A-Dur-Sonate an, und Schubert selbst bezeichnete sie sogar als „unvorstellbar lieblich“. Diesen idyllischen Eindruck vermittelte Béla Hartman teils mit Zurückhaltung, teils mit Vehemenz und dazu ausgesprochen ausdrucksvoll. Ebenfalls einer Dame gewidmet, nämlich Elise-Thérèse Gavard, der Frédéric Chopin Klavierunterricht erteilte, ist seine „Berceuse Des-Dur op. 57“. Das 70 Takte umfassende „Wiegenlied“, französisch: „Berceuse“, besticht durch seine Einfachheit mit lediglich drei Akkorden. Hartmann interpretierte das Stück mit feiner Modulation und viel Feingefühl.

Mit dem heroischen Aspekt der „Eroica-Varianten (15 Variationen mit Finale alla Fuga) Es-Dur op. 35“ von Ludwig van Beethoven, die überschwänglich und lebenslustig angelegt sind, konnte der Pianist noch einmal ein Fazit ziehen, vereinte das Werk doch die verschiedenen Charaktere der vorherigen Stücke und bildete den mächtigen Schlusspunkt hinter einem sommerlich-sonnigen Konzert.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare