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Warum die Zielgruppe die Touristiker so interessiert / Stadt hat das neue Areal schon eingekreist

Bekommen die Wohnmobilisten mehr Platz?

Bad Pyrmont (jl). Touristisch ist die Kurstadt durchaus obenauf. Ihre Attraktivität für Wohnmobilisten hält sich jedoch bisher in ziemlich engen Grenzen. Dabei ist der für sie reservierte Parkplatz vor dem Gondelteich hübscher gelegen als manch anderer anderswo. Und doch sind die 20 Stellplätze dort nur zu besonderen Anlässen wirklich voll.

veröffentlicht am 04.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 15:21 Uhr

Thomas Goretzki zeigt das für den Wohnmobil-Platz infrage kommende Areal am Tierpark.  Fotos: jl
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Meist stehen dort nur ein paar Fahrzeuge herum. Eine Ursache dafür dürfte der stattliche Pro-Nacht-Preis sein. Denn der liegt in Bad Pyrmont wegen der Kurtaxe mit 11 Euro fast doppelt so hoch wie andernorts. Dabei wird den Gästen der Aufenthalt hier nicht einmal mit bestellbaren Annehmlichkeiten wie etwa einem Brötchen- und Zeitungs-Bringdienst versüßt. Denn in Bad Pyrmont gibt es keinen um das Wohl der Mobilisten bemühten Kümmerer. Die Stadtwerke als Betreiber halten die Anlage nur vor.

Wieviele Wohnmobile die Kurstadt tatsächlich ansteuern, lässt sich nur schätzen. Denn in der Tourist-Info, wo die Ankömmlinge ihre Platz-Gebühren bezahlen, werden lediglich die „Mobiltage“ registriert. Aus denen lässt sich schließen, dass übers Jahr im Durchschnitt täglich kaum mehr als zwei Mobile mit in der Regel zwei Reisenden auf dem Areal übernachten. Das ergibt eine Auslastung von mageren zehn Prozent.

Und die müssten sich deutlich steigern lassen. Das finden alle, die sich mit Tourismus beschäftigen. Denn die Finanzkraft der mobilen Gäste ist nicht zu unterschätzen: Laut Statistik lässt jeder Wohnmobilist pro Tag etwa 40 Euro in der Stadt, in der er nächtigt. „Bad Pyrmont könnte hier extrem punkten“, glaubt etwa Petra Wegener, die von Hameln aus die Geschäfte des Weserbergland-Tourismusvereins führt. Ihrer Überzeugung nach könnte die Kurstadt mit ihren vielen Freizeitangeboten gerade solche mobilen Reisenden locken, die auch durchaus Geld hier lassen. Beispiel Holzminden: So mancher Einzelhändler dort verdankt inzwischen einen Gutteil seiner Umsätze dem Erfolg des rührigen Mobilplatzbetreibers dort.

Den Bedarf und die Chancen haben die Pyrmonter längst entdeckt und in ihrem „Masterplan“ den Schluss gezogen: Ein größerer Platz soll her. Die Wunsch-Fläche ist auch schon eingekreist: das knapp 8000 Quadratmeter große, geschotterte Areal im hinteren Bereich der Parkplätze an der Südstraße, neben dem Tierpark. „Das würde wie die Faust aufs Auge passen“, glaubt Stadtbaurat Thomas Goretzki. Mit ihm zusammen ist Bad Pyrmonts Touristikchef Karsten Stahlhut sich kürzlich diverse Campingplätze in der Umgebung abgefahren. Für ihn ist nach der Tour über Uslar, Holzminden, Hameln und Rinteln klar: Bad Pyrmont sollte mit dem künftigen Angebot die Kategorie „Top-Platz“ anpeilen. Denn dann würde der Platz auch in den einschlägigen Führern die nötige Aufmerksamkeit erhalten, die der alte nicht bekommt.

Dass die Fläche am Rand des Landschaftsschutz- und des Überschwemmungsgebietes liegt, scheint kein größeres Problem mehr zu sein. Solange die Anlage den Retentionsraum nicht weiter einschränkt, hätte laut Goretzki auch der Landkreis Hameln-Pyrmont nichts dagegen. Als Lutz Habenicht (SPD) und Wilfried Seibel (Bürgersinn) die Fläche während vor dreieinhalb Jahren im Finanzausschuss erstmals ins Gespräch brachten, wurde ihr Vorschlag von Stadtkämmerer Weber noch wegen der Hochwassergefahr abgeblockt. Doch inzwischen sieht man das im Rathaus lockerer: „Wenn das Hochwasser kommt, fahre ich mein Wohnmobil eben weg“, sagt Baurat Goretzki.

Jetzt muss sich nur noch jemand finden, der den Ausbau bezahlt und den Platz betreibt. Wer dafür infrage kommt, will man im Rathaus noch nicht verraten. Doch, so Kämmerer Weber: „Da sind wir dran.“ Denn der Stadt fehle das Geld, um den Platz zu bauen oder zu betreiben.

Aber alle wünschen sich, dass mehr Touristen in ihren rollenden Unterkünften mehr Geld in der Kurstadt ausgeben. Bei einer 40-prozentigen Auslastung könnten das mehrere 100 000 Euro werden. Einen „Riesensprung“ hält auch Bürgermeisterin Elke Christina Roeder für möglich, wie sie gestern bei der Vorstellung der Pläne im Stadtmarketing-Arbeitskreis sagte.

Für die bis zu 10 000 Euro teuren ersten Planungskosten fand sich auch gleich ein Sponsor: „Die zu übernehmen wäre für uns gut angelegtes Geld“, sagte Sparkassenchef Martin Lauffer

Bad Pyrmonts Touristiker nehmen jetzt verstärkt die Wohnmobilisten in den Fokus. Sie sollen in der Kurstadt einen neuen, größeren Platz bekommen. Dafür muss nun nur noch ein Investor und Betreiber her.



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