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Kindergarten ,,Pusteblume“ im Museum

Beim Rundgang ist Teddy Karl auch dabei

Bad Pyrmont (Hei). Jonas aus dem städtischen Kindergarten ,,Pusteblume“ in Lügde ist wild entschlossen, die Ehre seiner Jungengruppe zu retten. Dass es den Mädchen gelingt, im Gegensatz zu ihm und seinen Freunden, dem Museumsbär Karl ein tiefes Brummen zu entlocken, lässt dem Fünfjährigen keine Ruhe. Und so zieht er das Stofftier hin und her, bis es schließlich brummbärig aus dem Inneren seines Plüschbauches antwortet.

veröffentlicht am 15.01.2010 um 22:20 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 01:21 Uhr

Museumsleiter Dr. Dieter Alfter führt die Kinder durch die Bären
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Für Museumsleiter Dr. Dieter Alfter ist Teddy Karl so etwas wie die ,,Kontaktperson“ zu den jungen Besuchern, die er persönlich durch die laufende Ausstellung führt. Denn die etwa 400 Exponate des Sammlers Lutz Reike aus Radebeul sind auf Podesten und in Vitrinen ausgestellt und sollen eigentlich nicht berührt werden. Weil Bären aber knuddelige Wesen sind und auch sinnlich erlebt werden wollen, sind im museumspädagogischen Raum einige Exemplare zum Anfassen ausgebreitet, lauter Leihgaben der Pyrmonter Bewohner.

Beim Rundgang ist Teddy Karl dann natürlich auch dabei. An diesem Morgen hat sich eine Gruppe der ,,Pusteblume“ angesagt. Begleitet werden die zehn Kinder von den Erzieherinnen Ute Spitta, Regina Torwesten und Praktikantin Sabra-Aicha Seddiki. ,,Größere Gruppen bringen nichts für eine Führung, dann sind die Kinder zu sehr abgelenkt“, weiß Dr. Alfter aus Erfahrung. Und so kommen nächste Woche noch einmal 14 Kinder aus Lügde. Sie gehören zu den Gruppen aus Schulen und Kindergärten, die schon durch die Ausstellung gegangen sind oder noch erwartet werden.

Fasziniert sind die Kleinen von den dargestellten Szenen, die dem Alltagsleben der Menschen ähneln: ,,Das weckt die Fantasie und fördert die Kommunikation untereinander“, weiß Dr. Alfter. Eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus haben viele Kinder schon von innen erlebt. Und so entdecken sie schnell, was die bärigen Ärzte und Krankenschwestern im OP tun und dass den Patienten im Wartezimmer ein ,,abgenibbeltes“ Ohr oder ein Auge fehlt. Viel Spaß haben die Kinder auch am Weihnachtszimmer der Familie mit Gummibärchen und Kaffeemaschine auf dem gedeckten Tisch.

Knuddelig: Teddy Karl.

Doch später befragt, was ihnen denn nun in der Ausstellung am besten gefallen habe, antworten die meisten: ,,Der große Eisbär!“ Dass der 2,70 Meter lange und 1.50 Meter hohe Bär mit seinen Maßen durchaus der Realität entspricht, flößt den Kleinen sichtlich Respekt ein. Dieter Alfter: ,,So erfahren die Kinder anschaulich, dass ein Eisbär nicht immer so niedlich wie Knut bleibt, sondern ein bedrohliches Wesen wird.“ Und ein bedrohtes, wie in der Vitrine dargestellt. Ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger lernen die Jungen und Mädchen außerdem am Monitor in der Eingangshalle, dass manche Bären von den Menschen für deren Zwecke missbraucht werden, dass sie aber auch im alternativen Bärenpark Worbis eine neue Heimat finden.

„Die Ausstellung zeigt eben nicht nur die heile Teddywelt, sondern auch den Bär als Lebewesen zwischen verhätschelt und gequält. Und das ist ein gutes Konzept“, findet Alfter. Und noch etwas freut den Museumsleiter: ,,Trotz der vielen Kinder, denen wir mit Ausstellungen wie dieser ja auch die Schwellenangst vor dem Museum nehmen wollen, ist noch nicht ein einziges Teil der Schau beschädigt oder abhandengekommen.“



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