weather-image
10°
Lemgoer Forscher setzen auf friedliches Nebeneinander industrieller Funkanwendungen

Begrenzte Funkspektren für Firmen

Lemgo. Die industrielle Kommunikation ist das Rückgrat jeder dezentralen oder verteilten Automatisierungslösung. Funkbasierte Kommunikationsstandards sollen zukünftig in der industriellen Automatisierungstechnik eingesetzt werden, damit Informationen immer schneller vernetzt und verfügbar sind. Lemgoer Forscher am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) forschen nun im Bereich Industrial Wireless an parallelen Funklösungen für die industrielle Produktion und werden dabei vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

veröffentlicht am 18.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:41 Uhr

270_008_7742921_wvh_1607_Funkanbieter_Meier_Toews_inIT.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Drahtlose Technologien sind populär, da sie kabellose Übertragungen von Daten ermöglichen. Gleichzeitig bergen sie Risiken, etwa im Bereich IT-Sicherheit oder wenn mehrere Funktechnologien auf den gleichen Frequenzen funken. Sind verschiedene Funktechnologien im industriellen Kontext also überhaupt koexistenzfähig? Und kann man mit funkbasierten Übertragungssystemen echtzeitfähig produzieren? Bislang sind diese Entwicklungen im Bereich der Fertigungstechnik noch nicht serienmäßig in der Fabrik einsetzbar.

Hier setzt nun das neue Forschungsprojekt mit dem Namen „KoMe“ am inIT an, das für „Kognitive Mediumszugangsalgorithmen für industrielle Funkanwendungen“ steht. Die Lemgoer Forscher arbeiten mit zwei weiteren Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Industrie an neuen Verfahren zur Realisierung eines „automatisierten Koexistenzmanagements“, das gegenseitige Funkbeeinflussungen vermeiden soll. Das Verfahren richtet sich nach der internationalen Richtlinie IEC 62657-2, die einen störungsfreien Betrieb von parallelen industriellen Funkkommunikationssystemen sicherstellen soll.

Automatisierte Funklösungen werden – wenn es nach den Lemgoer Forschern geht – in der Fabrik der Zukunft nebeneinander eingesetzt und betrieben. „Die Herausforderungen an industrielle Funkstandards liegen derzeit in der Echtzeitfähigkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit“, erläutert Professor Uwe Meier, Projektleiter und Vorstandsmitglied am inIT. „Wir versuchen, für möglichst viele industrielle Funkanwendungen ein begrenztes Funkspektrum effizient und kollisionsfrei nutzbar zu machen.“

Für die Organisation und Fertigung von neuen Produktreihen etwa benötigen die Systeme Informationen. Der Datenaustausch soll dabei am besten in Echtzeit, vernetzt und unter Einbeziehung aller relevanten Informationen und am Wertschöpfungsprozess beteiligten Instanzen passieren. Ein maßgeblich notwendiger und zukünftig noch zunehmender Bestandteil dieser Vernetzung ist die Funkkommunikation. Mobile oder sich bewegende Maschinenteile können beispielweise von drahtloser Kommunikation profitieren, da sie über industrielle Funkanwendungen einfacher an den stationären Teil einer Maschine datentechnisch angekoppelt werden können. Das inIT forscht in dem Projekt „KoMe“ an einem zentralen, übergeordneten Koexistenzmanagement und an kognitiven Mediumszugangsalgorithmen für industrielle Funkkommunikationsnetzwerke, die den Herausforderungen zukunftsweisender Produktionskonzepte entsprechen. „Der Lösungsweg basiert“, so Meier, „auf einer zweistufigen Strategie. Bereits 2017 rechnen wir mit ersten Einsätzen in der Industrie.“ Das Forschungsvorhaben am inIT wird über eine Laufzeit von 2,5 Jahren mit rund 227 000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen einer Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) unterstützt.

Das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL in Lemgo ist eine der führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der industriellen Informationstechnik und beschäftigt derzeit mehr als 60 Mitarbeiter.

Professor Dr. Uwe Meier (rechts) und Daniel Töws (wissenschaftlicher Mitarbeiter) vom inIT setzen auf ein friedliches Nebeneinander industrieller Funkanwendungen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt