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Italienische Jugendliche aus Anzio bringen Herzenswärme ins kühle Bad Pyrmont

Begegnung der besonderen Art

Bad Pyrmont. Finalmente il sole! Endlich die Sonne! Zumindest an diesem letzten Wochenende ihres Aufenthaltes in Bad Pyrmont scheinen die jungen Besucher aus der Partnerstadt Anzio ein wenig von dem genießen zu können, was sie in ihrer Heimatstadt zurückgelassen hatten. Waren hier doch die meisten Tage kühl und regnerisch. Doch das tat weder ihrer Laune noch der ihrer Gastgeber einen Abbruch. So konnten sie neben einem umfang- und abwechslungsreichen Programm vor allem das Leben in ihren Gastfamilien kennenlernen und viel über deutsches Essen und deutsche Gewohnheiten erfahren.

veröffentlicht am 02.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:35 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Seit dem 24. März befindet sich die 15-köpfige Gruppe, begleitet von ihren beiden Betreuern Elena Fabiano und Flavia Polastrelli, in ihrer deutschen Partnerstadt. Erstmals lernten die Jugendlichen den Osterkult um eierlegende Osterhasen kennen. Noch beeindruckender war der von ihnen unmittelbar erlebte Osterräderlauf in der Nachbarstadt Lügde, der heidnische mit christlichen Gebräuchen verbindet und somit auch urgermanische und christlich-römische Linien zum Thema machen ließ.

Dass Bad Pyrmont überhaupt in frühen Zeiten mit römischer Kultur in Kontakt kam, erfuhren die italienischen Gäste im neu gestalteten Museum fachmännisch und humorvoll von Dr. Dieter Alfter erläutert und sprachlich nachvollziehbar übersetzt von Graziella Boaro-Titze, die nicht zum ersten Mal den schon als traditionell zu bezeichnenden Jugendaustausch landessprachlich ergänzte.

Nach diesem kulturellen Programmpunkt ließen sich die „ragazzi“, wie junge Leute eben in Italien genannt werden, auf eine besondere Demonstration eines hiesigen Originals ein. Ernst Morsch, der Herr der bunten Seifenblasen, faszinierte sie mit seinen Erklärungen und eingeübten Tricks. Bunte Seifenblasen zeigten den Pegel des schwereren Gases und platzten selbst dann nicht, als Morsch Wasser durch sie hindurchfließen ließ. Immerhin, so erfuhren die Anziaten, diese Dunsthöhle mit ihrem aufsteigenden Kohlendioxyd sei nach seiner Aussage einmalig in Europa, nachdem eine ähnliche Naturerscheinung mit der „grotta del cane“ (Hundsgrotte) nahe Neapel nicht mehr existiere. Nach aktuellen Berichten soll diese Grotte allerdings nach 30 Jahren der Stilllegung wiedereröffnet worden sein.

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  • Düsterer Kontrast: im Nordturm der Wewelsburg.
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Mit vor Erstaunen offenen Mündern hatten die Pyrmonter Jugendlichen ihre Gäste im Wiesentgehege in Springe beobachten können. Was für ein besonderes Vergnügen, fast hautnah Wildschweinen, Wisenten oder Wölfen zu begegnen. Einem weitaus weniger erfreulichen Thema widmete sich die Gruppe zum Abschluss dieser Woche. In einem ernsten Vorgespräch, indem es um den italienischen Faschismus und den deutschen Nationalsozialismus wie auch um erstarkende nationale Bestrebungen innerhalb Europas ging, stimmten sie sich auf den Besuch der Wewelsburg nahe Paderborn ein. In einer interessant gestalteten Führung erfuhren sie ihnen völlig unbekannte Zusammenhänge über das von Himmler zur SS-Ordensburg auserkorene Gemäuer. Beeindruckend war zudem der Kultraum der SS im Nordturm der Anlage. Und den akustischen Effekt in dem als „Krypta“ geplanten unteren Teil des Turms werden die jungen Leute wohl lange in Erinnerung behalten. Jens Luker hatte mit seinem Betreuerteam aus dem Städtepartnerschaftsverein aber nicht nur Historie und Kultur ins Programm eingebaut. Körperliche Bewegung an einem Sporttag förderte mit lustigen Spielen und Wettkämpfen das Zusammengehörigkeitsgefühl, ließ Berührungsvorbehalte verschwinden und sorgte für jede Menge Spaß. So ließ sich von den italienischen Jugendlichen auch die Niederlage ihrer Nationalmannschaft humorvoll ertragen, deren Spiel sie gemeinsam mit ihren Gastgebern verfolgten.

Internationales Gruppenbild: Die gesamte deutsch-italienische Gruppe auf ihrer Tour durch Museum und Schloss.

Fotos: ti (3)



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