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Theater „Radiks“ aus Berlin spielt „Und dann kam Alex“ an Max-Born-Realschule

Bedrückendes Lehrstück über Gewalt

Bad Pyrmont. Eigentlich habe er den wehrlosen alten Mann im Park gar nicht niederschlagen, seine Brille nicht zertreten wollen, sagt Alex. Doch wie sonst könnte er seinen Mitschülern imponieren und ihnen zeigen, dass er ein ganzer Kerl und kein Weichei ist? Pech für Alex, dass seine „Mutprobe“ gefilmt und per Handy an andere Schüler gesendet wird. So nimmt das Unglück seinen Lauf: Alex kommt mit einer Pistole in seine Schule zurück.

veröffentlicht am 29.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 08:41 Uhr

Das Spiel der beiden Hauptdarsteller Alex (Thilo Herrmann) und J

Autor:

Karin Heininger
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Bezug zur Wirklichkeit ist augenfällig

Könnte ein reales Ereignis sein, ist aber eine fiktive Geschichte, wie das Tourneetheater „Radiks“ aus Berlin ausdrücklich betont. Schon 2007 wurde „Und dann kam Alex“ produziert, doch die Bezüge zur aktuellen Wirklichkeit sind augenfällig. Das Stück ist in Zusammenarbeit mit Psychologen, Pädagogen und dem Bundesverband Mediation entstanden. Ein Lehrstück über Mobbing und Gewalt an der Schule, doch ohne erhobenen Zeigefinger.

Und das liegt an den beiden Schauspielern Johanna Leinen und Thilo Herrmann, die das Stück auf der Bühne der Max- Born-Realschule für die 7. und 8. Klassen spielten. Durch ihre detailgenaue Darstellung der verschiedenen Personen ziehen die beiden jungen Künstler ihr Publikum unausweichlich hinein in die bedrückende Geschichte, zeigen die Spirale von Demütigungen und Spott, die den sensiblen Alex immer mehr in eine fatale Isolation treiben.

Da ist die heimlich geliebte Mitschülerin Jeanette, die ihn provoziert, aber im entscheidenden Moment zurückstößt. Da sind die Problemeltern: Der Vater fast immer auf Montage, die Mutter unterwegs zu ihrem Geliebten – einzige Gemeinsamkeit ist der Abend vorm Fernseher. Sicher werden da auch gewisse Klischees bedient, doch das Spiel der beiden Darsteller wirkt echt und überzeugend. Vor allem Thilo Herrmann macht die innere Einsamkeit von Alex beklemmend deutlich. Der Autor und gleichzeitige Regisseur Karl Koch hat das Geschehen mit innerer Spannung, aber ohne überspitzte Dramatik in Szene gesetzt.

Ein Lob gebührt aber auch den Schülerinnen und Schülern, die sehr konzentriert und aufmerksam das Geschehen verfolgten und die Aufführung am Ende mit dem verdienten Applaus belohnten.

Zwar kam die anschließende Diskussion als ein Teil des Stückes nicht wirklich in Gang, doch wird man in den Klassen im kleineren Kreis noch darüber reden, wie die Lehrerin Birgit Grischke-Becker versicherte.



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