weather-image

Als Fachbereichsleiterin ist Anke Winter bei der Stadt Bad Pyrmont nicht nur für Bauanträge zuständig

„Bauaufsicht macht Spaß“

BAD PYRMONT. Zuletzt hat sie für das Landeskirchenamt in Hannover gearbeitet, seit Oktober letzten Jahres ist Anke Winter bei der Stadt für die Bauaufsicht und Stadtplanung zuständig. Ein Job, der einen regen Austausch mit den Antragstellern erforder. Es sei wichtig, miteinander zu reden und einander zuzuhören, sagt sie.

veröffentlicht am 31.01.2019 um 12:12 Uhr
aktualisiert am 31.01.2019 um 20:00 Uhr

Baudezernent Matthäus Schmidt und Fachbereichsleiterin Anke Winter. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

Autor

Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Als Anke Winter am 1. Oktober vergangenen Jahres ihre neue Aufgabe im Pyrmonter Rathaus übernahm, da sah sie auf den Schreibtischen ihrer Kollegen einen „Berg“, wie sie selber sagt, von Bauanträgen, die der Bewilligung harrten. Die 56-Jährige wusste aber schon vorher, auf was sie sich als neue Fachbereichsleiterin innerhalb der Bauverwaltung einließ, denn die von vielen Pyrmontern immer wieder beklagte lange Bearbeitungszeit sei auch ein Thema in ihrem Vorstellungsgespräch gewesen, sagt sie ganz offen. Jetzt gut vier Monate später ist der Berg geschrumpft.

Anke Winter, Diplom-Ingenieurin für Hochbau und von Beruf Architektin, verantwortet das Fachgebiet Bauaufsicht und Stadtplanung. Damit ist ihr Zuständigkeitsgebiet umrissen, zu dem noch der Denkmalschutz gehört. Es sind Aufgaben, die einen regen Austausch mit vielen Pyrmontern bedeutet und sie auch immer wieder weg von ihrem Schreibtisch im Rathaus führen. Sie kennt Behördenschreibtische auch von der andern Seite, weil sie auch als freiberufliche Architektin gearbeitet und selber Anträge gestellt hat. Das kann nicht verkehrt sein. „Miteinander reden und einander zuhören. Das ist wichtig und hilft, zu Ergebnissen zu kommen“, lautet ihr Credo, das man ihr ohne Weiteres abnehmen mag. „Schon im Vorfeld sollten Antragsteller kommen und das Gespräch suchen“, bittet sie.

Zuletzt hat sie für das Landeskirchenamt in Hannover gearbeitet, war dort zuständig für die Mitarbeiter des Gebäudemanagements. Von 1991 bis 1998 war sie bei der Stadt Hameln schon einmal für die Bauaufsicht zuständig. Diesen Aufgabenbereich zählt sie im Gespräch denn auch als ersten auf. „Im letzten Jahr und in dem Jahr davor verzeichnete die Bauaufsicht pro Jahr etwa 110 bis 130 eingegangene Bauanträge. Dies bedeutet eine durchaus hohe Bautätigkeit für eine Kommune unserer Größe“, sagt ihr Chef Baudezernent Matthäus Schmidt, zumal auch noch Großprojekte wie das Humboldt-Gymnasium und der Neubau des Rewe-Marktes in Holzhausen darunter gewesen seien. Der Bestand der Baugenehmigungen, die in Bearbeitung sind, liege aktuell zwischen 50 und 70 Stück. „Das entspricht dem Stand, der von mir angestrebt worden ist“, sagt der Baudezernent.

Es ist aber nicht die neue Fachgebietsleiterin alleine, die dafür gesorgt hat. Eine bessere Personalsituation und der Einsatz eines elektronisches Baugenehmigungsverfahrens, das die Kommunikation zwischen Bauherren, Anliegern, Planern und Verwaltung beschleunigt, dürften ebenfalls geholfen haben. Aber es ist der Fachfrau zuzutrauen, dass sie einen guten Anteil daran hat. „133 Bauanträge haben uns im vergangenen Jahr erreicht, davor waren es zwischen 115 und 120“, berichtet sie. „Und vorausgesetzt alles ist da, dann dauert es durchschnittlich drei Monate, bis sie abgearbeitet sind.“ Ihre Sicht auf Bauaufsicht unterscheidet sich wahrscheinlich von der, die der Laie hat. „Bauaufsicht macht Spaß“, stellt sie zur Überraschung des Fragestellers fest und liefert die Begründung auf dem Fuß: „Dabei kann man mitgestalten.“ Das ist ein Anspruch, der ihr als Architektin zusteht. Das Spektrum reicht ganz aktuell vom Carport bis zum Klinikneubau.

Brandschutz war und ist gerade in Bad Pyrmont mit seinem Hotels und Pensionen ein großes Thema. Gut ein halbes Dutzend Brandschutzschauen hat Anke Winter nach eigener Darstellung noch vor sich, die Zahl der noch abzuarbeitenden Mängel sei noch höher, sagt sie. Auch hier helfe es, mitander zu reden, gemeinsam Brandschutzkonzepte abzuwägen und nach Möglichkeiten und Kompensationen zu suchen, die den Vorgaben entsprechen, gerade wenn es um denkmalgeschützte Häuser geht. „Nach meinem Eindruck ist die Akzeptanz größer geworden“, meint sie. „Es geht ja dabei immer darum, Personenschäden zu verhindern.“ Hält sie alle diese gesetzlichen Vorgaben, die ja nicht im Pyrmonter Rathaus entstehen, für richtig? „Den Großteil schon, die sind ja nicht leichtfertig entstanden“, lautet ihre Antwort, die ein ganz klein wenig Spielraum für Spekulationen lässt, dass sie einen kleinen Rest vielleicht anders gestalten würde, wenn sie dürfte. „Aber ich muss mich natürlich an das halten, was gilt, will ich nicht mit einem Bein im Gefängnis stehen“, schiebt sie hinterher und macht nicht den Eindruck, als würde sie das riskieren.

Bleibt noch das Themenfeld der Stadtplanung. Hier harrt die vom Baudezernenten vor einem Jahr angekündigte Überarbeitung der nicht mehr zeitgemäßen Bauleitplanung für die Innenstadt – vor allem in Bezug auf die kurdienliche Nutzung – der Umsetzung. Eine Wand im Dienstzimmer Schmidts hängt voll mit Fotos, die darauf hinweisen, dass an dem Thema gearbeitet wird, wenn auch nicht so flott wie geplant. Das Thema ist zwar Chefsache, doch hier wird Anke Winter zuarbeiten und tut das dann sozusagen dann aus dem Blickwinkel einer Pyrmonterin, denn der Umzug aus Hannover steht bevor.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt