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Behindertenbeirat hat Gaststätten und Geschäfte im Blick

Barrierefreiheit bleibt weiterhin ein Thema

BAD PYRMONT. Wie behindertengerecht und gefährdungsfrei können sich Menschen mit Handicaps in Bad Pyrmont bewegen? Diese Frage steht weiterhin auf der Tagesordnung des Behindertenbeirates und beschäftigte auch in seiner Sitzung am Montag das Gremium.

veröffentlicht am 14.11.2017 um 16:23 Uhr

Ein Eingang wie dieser zu einem gastronomischen Betrieb könnte vom Behindertenbeirat in Augenschein genommen werden. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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„Wir hatten uns vorgenommen, uns speziell die Gaststätten in Bad Pyrmont vorzunehmen und auf Barrierefreiheit zu überprüfen“, eröffnete Anita Bechtloff als Vorsitzende den Beratungspunkt. Doch dann zeigte sich in der anschließenden Diskussion, dass es für die Mitglieder im Beirat, die größtenteils selbst in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, gar nicht so einfach zu sein scheint, sich persönlich durch Begehung der jeweiligen Betriebe zu informieren. Zumindest habe es bislang nur wenige Objekte gegeben, die man habe aufsuchen können.

Zudem scheint sich der Beirat auch noch nicht gänzlich schlüssig zu sein, inwieweit und mit welchen Kriterien gastronomische Betriebe in den Behindertenführer aufgenommen werden sollen. Dabei geht es auch um die Frage: Sollen nur die Betriebe genannt werden, die barrierefreie Kriterien erfüllen? Oder sollen alle gastronomischen Betriebe und Beherbergungsbetriebe aufgenommen und dabei erwähnt werden, mit welchen Gegebenheiten oder auch Hindernissen der Gast in dem jeweiligen Betrieb zu rechnen habe? Schließlich einigten sich die Mitglieder des Beirates auf Letzteres, also möglichst alle in den Flyer aufzunehmen.

Um diese Aufgabenstellung schließlich doch noch in angemessener Zeit abarbeiten zu können, böte sich die Möglichkeit an, Andere in Form eines Projektes in die Rechercheerhebung einzubinden. Hierzu will der Beirat mit dem BfW Verbindung aufnehmen und bei entsprechender Zusage den Teilnehmern einen Kriterienkatalog an die Hand geben.

In diesem Zusammenhang blieben Zugänge in verschiedene Geschäfte nicht unerwähnt und es ergab sich eine Diskussion, ob mit Hilfe eines Fragebogens eine mögliche Bereitschaft von Geschäftsinhabern erkundet werden soll, ob diese bei Bereitstellung von Fördermitteln in barrierefreie Zugänge investieren würden. Hier regte Sabine Jösten seitens der Stadtverwaltung an, auf vorhandene Institutionen wie den Einzelhandelsverband oder die Werbegemeinschaft zuzugehen und diese als Multiplikatoren für das Ansprechen potenzieller Interessenten zu gewinnen.

„Manche Hilfestellungen benötigen ja noch nicht einmal größere Geldsummen“, erwähnte Bechtloff ergänzend, denn so würde beispielsweise eine funkunterstützte Serviceklingel im Eingangsbereich den Kundenwunsch übermitteln, in dem Laden einkaufen zu wollen und das Vorhaben allerdings wegen der baulichen Gegebenheiten nicht möglich sei. Auf diese Weise könne der Kunde auf sich aufmerksam machen und das Geschäft doch zu einem Abschluss kommen. Zudem sei das Angebot ein besonderes Signal speziell an Kunden mit eingeschränkter Mobilität.

Von massiven Stolperfallen und Hindernissen berichtete Dieter Schröder, der von einigen Betroffenen auf erhebliche Probleme in der Hauptallee und insbesondere Am Hylligen Born angesprochen worden sei. „Der Schotterweg zwischen Bombergallee und Schückingsplatz ist inzwischen die reinste Löcherpiste und gerade für Ältere sehr gefährlich“, schildert er auch mit Hinweis auf die schlechte Beleuchtung gerade zu dieser Jahreszeit. Da es sich um die Zuständigkeit des Staatsbades handeln würde, werde der Beirat ein Schreiben an den Kurdirektor verfassen, um entsprechende Abhilfe anzuregen.

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