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Oesdorfer Abendmusiken mit Concerto Foscari.

Barockes Klangerlebnis

BAD PYRMONT. Passend zum zehnjährigen Bestehen der Konzertreihe: Mit historischen Instrumenten verzauberte das junge Ensemble Concerto Foscari das Publikum in der Oesdorfer St.-Petri-Kirche,

veröffentlicht am 19.09.2021 um 16:00 Uhr

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Ein wunderbares Konzert gab das junge Ensemble Concerto Foscari am Samstagnachmittag in der Oesdorfer St.-Petri-Kirche, genau passend zum zehn-jährigen Bestehen, das die Konzertreihe Oesdorfer Abendmusiken damit feiern konnte.

Von Beginn an, als junge Formationen der Musikhochschule Hannover auftraten, hat sich die Reihe zu einem viel beachteten Forum entwickelt – ein Verdienst der Stiftung der Kirchengemeinde, und vor allem ihres Organisators Dr. Kai Bodien.

Dieser verwies in seiner kurzen Laudatio auf die Anfänge, als er in den 2000er Jahren nach Bad Pyrmont kam und in der Petri-Kirche ein Streichkonzert erlebte. Das Konzert habe ihn inspirierte, eine ganze Streichkonzertreihe zu etablieren.

Mit der damaligen Kantorin an St.-Petri, Rebecca Ferydoni, nahm er das Projekt in die Hand. Es entstand, zunächst zögerlich, ein Projekt, an dem seine Bodiens Tochter Cosima nicht ganz unschuldig war. Die inzwischen international renommierte Violinistin befand sich damals an der Musikhochschule in der Ausbildung.

Über die Tochter lernte Bodien Oliver Wille kennen, Professor für Streicherkammermusik, der das Pyrmonter Projekt ausdrücklich förderte.

Inzwischen sind viele der aufgetretenen Ensembles auf internationalen Bühnen präsent und die Oesdorfer Abendmusiken in der Pyrmonter Musikszene sowie weit darüber hinaus etabliert. Da war es fast logisch, zum Jubiläum die Gruppe „Concerto Foscari“ einzuladen, deren Leiter Alon Sariel schon bei früheren Auftritten mit anderen Musikern seine positiven Erfahrungen mit der hervorragenden Akustik der St. Petri Kirche gemacht hatte.

Die Formation vereint junge, international agierende Musikerinnen und Musiker mit hoher Affinität zur Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Ihr Wunsch: Menschen generationsübergreifend für die Vielfalt der Musik dieser Zeit zu begeistern sowie ihre Relevanz für das Hier und Jetzt zu beleuchten und zu würdigen.

Das gelang der Gruppe mit dem Programm „Der goldene Psalter“ aufs Beste. Nach jüdischer Tradierung stammen die Psalmen von König David selbst und sind von großer emotionaler und lyrischer Kraft.

Vom französischsprachigen Raum über Deutschland und die Niederlande gelangten sie bis hin ins Osmanische Reich. Komponisten aus unterschiedlichen Religionen, wie Jan Pieterszoon Sweelinck, Samuel Scheidt, Rabbi Elazar ben Moshe Azikri oder Ali Ufriki sorgten für das intensive und berührende Klangerlebnis, hervorragend interpretiert von Valentina Bellanova, Ney und Blockflöte, Susanne Herre, Gambe und Theorbe, Peter Kuhnsch, Percussion, Jakob Rattinger, Gambe, Filip Rekiec, Barockvioline, Uwe Ulbrich, ebenfalls Barockvioline, und dem grandiosen Alon Sariel an Barock-Mandoline und Laute.

Hohes musikalisches Niveau war hier gepaart mit großer Spielfreude und auf den historischen Instrumenten ein wahres emotionales Erlebnis, das dem zehnjährigen Jubiläum der Oesdorfer Abendmusiken würdig war. Ein Konzert das zeigt, wie auch mit beschränkten finanziellen Mitteln große Musik vorgestellt werden kann, wenn, wie das Engagement durch Stiftung, Kirchenvorstand und Organisator Hand in Hand gehen.



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